Unternehmensberatung in Deutschland – alles was Sie wissen müssen

Der Markt für Unternehmensberatung in Deutschland ist auf Wachstumskurs, insbesondere in den Bereichen strategische Planung und M&A (einschließlich Integration nach der Fusion).

Dabei haben Kunden die Wahl zwischen renommierten internationalen Beratungsgesellschaften, den Consulting-Abteilungen großer Wirtschaftsprüfungsgesellschaften und mittelständischen Unternehmensberatungen, die meist einen hohen Grad an Spezialisierung aufweisen.

Die zehn größten Unternehmensberatungen in Deutschland werden im Folgenden vorgestellt.

McKinsey & Company

Die US-amerikanische Unternehmensberatung McKinsey ist die unumstrittene Nummer eins unter den Consulting-Organisationen. Auch in Deutschland ist McKinsey die führende Unternehmensberatung, von der sich die Mehrheit der im DAX notierten Aktiengesellschaften unterstützen lässt. Unter der Führung des Deutschlandchefs Frank Mattern konnte McKinsey hierzulande stark expandieren.

Experten gehen davon aus, dass diese Unternehmensberatung an ihren sieben deutschen Standorten (Berlin, Frankfurt, Düsseldorf, Köln, Hamburg, München und Stuttgart) einen Jahresumsatz von mindestens 600 Millionen Euro erzielt.

McKinsey selbst begreift sich als Generalist, Beratungsschwerpunkte sind dabei die strategische Grundsatzplanung, insbesondere die Erschließung neuer Geschäftsfelder, die Vorbereitung und Begleitung von M&A-Aktivitäten sowie allgemeine Organisationsberatung.

The Boston Consulting Group

Hauptsitz der Boston Consulting Group ist Boston, in Deutschland betreibt die Partnerorganisation insgesamt sieben Niederlassungen in Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Köln, München sowie Stuttgart.

Boston Consulting besitzt einen exzellenten Ruf für die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle und die Konzeption von Wettbewerbsstrategien, auch im Rahmen von Gründungs- und Start-up-Beratungen.

So wurde zum Beispiel auch die Portfolio-Matrix, mit der verschiedene Geschäftsfelder systematisch auf ihre Wettbewerbsfähigkeit analysiert werden können, von dieser Unternehmensberatung entwickelt.

Aber auch in Krisenzeiten hat Boston Consulting bei der Beratung und Begleitung von Restrukturierungen überzeugen können. Der Jahresumsatz in Deutschland wird von Fachleuten auf einen Wert von knapp 500 Millionen Euro geschätzt.

Roland Berger Strategy Consultants

Diese Unternehmensberatung mit Hauptsitz in München ist vor allem international für ihre hervorragende Strategieberatung bekannt. Weltweit beschäftigt Roland Berger rund 2.500 Mitarbeiter in insgesamt 36 Ländern.

Roland Berger legt besonders viel Wert auf individuelle Lösungen und Konzepte sowie deren erfolgreiche Umsetzung in die Praxis. Viele bekannte deutsche Unternehmen des Mittelstandes vertrauen der Expertise dieser Unternehmensberatung.

Bain & Company

Bain ist eine relativ junge Unternehmensberatung, die im Jahre 1973 in Boston von ehemaligen Mitarbeitern der Boston Consulting Group gegründet wurde. Hauptsitz der deutschen Gesellschaft ist München.

Darüber hinaus besitzt Bain Standorte in Frankfurt und Düsseldorf. Die Ausrichtung dieser Unternehmensberatung ist mit strategischer Planung und Sanierung ähnlich wie die der Boston Consulting Group, wobei Bain eher kleinere Unternehmen zu seinen Kunden zählt.

Booz & Company

Die englische Beratungsgesellschaft Booz & Company ist in Deutschland neben dem Hauptsitz in Düsseldorf auch in München, Frankfurt, Berlin und Stuttgart vertreten. Booz wurde bereits im Jahre 1914 gegründet und gilt damit als weltweit erste Unternehmensberatungsgesellschaft.

Sie hat bei der Entwicklung von bedeutenden Analyse-Tools wie dem Produktlebenszyklus und der Konzeption des Supply-Chain-Managements mitgewirkt. Kunden schätzen insbesondere die große Kommunikationsfähigkeit und die gute Zusammenarbeit mit den Consultants von Booz.

Deloitte Consulting

Die Unternehmensberatung der großen internationalen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte & Touche bietet Unterstützung in den drei Bereichen Human Capital, Strategy & Operations sowie Technology an.

Als führende Prüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft für den Mittelstand rekrutiert Deloitte aus diesem Segment auch einen Großteil seiner Kunden für Beratungsleistungen. Deloitte Consulting ist bekannt für individuelle maßgeschneiderte Lösungen, die genau auf die Situation des zu beratenden Unternehmens abgestimmt sind.

BearingPoint

BearingPoint setzt den Schwerpunkt seiner Beratungstätigkeit auf strategische Planung, IT-Optimierung und Organisationsanalyse- und -umstrukturierung.

BearingPoint wurde im Jahre 2002 in den Niederlanden gegründet und besitzt eine deutsche Hauptniederlassung in Frankfurt. Außerdem ist BearingPoint an den Standorten Berlin, Düsseldorf, Hamburg, Leipzig, München, Walldorf und Stuttgart vertreten.

zeb/rolfes.schierenbeck.associates

Diese deutsche Unternehmensberatung aus Münster hat sich auf Kunden aus der Finanzdienstleistungsbranche spezialisiert. Zunächst hat zeb nur deutsche Kreditinstitute beraten.

Mittlerweile werden Leistungen für alle Finanzdienstleiter im deutschsprachigen Raum angeboten. Der Umsatz, der mit über 700 Mitarbeitern erzielt wird, wird auf knapp 750 Millionen geschätzt.

Capgemini

Die französische Unternehmensberatungsgesellschaft Capgemini mit Hauptsitz in Paris wurde im Jahre 1967 gegründet und besitzt weltweit rund 120.000 Mitarbeiter in 40 Ländern. Die Geschäftsbereiche von Capgemini gliedern sich in die Felder Consulting, Outsourcing und Technology.

In Berlin befindet sich die Europazentrale von Capgemini, außerdem gibt es deutsche Standorte unter anderem in Düsseldorf, Hamburg, Lübeck, Hannover, Köln, München und Nürnberg.

Oliver Wyman

Die New Yorker Strategieberatungsgesellschaft Oliver Wyman ist in den letzten Jahren auch verstärkt in Deutschland tätig. Sie leistet Managementberatung von Unternehmen aller Branchen.

Insbesondere auch im Bereich des RiskManagement konnte sich Oliver Wyman einen Namen machen. In Deutschland wird die Hauptniederlassung in Frankfurt unterhalten.

Unternehmensberatung in Deutschland

Unter dem Sammelbegriff „Unternehmensberatung“ verbirgt sich eine Vielzahl verschiedener Dienstleistungen, die für ein Unternehmen erbracht werden können.

Unternehmen jeder Branche und Größe nehmen für sich die Dienste von Unternehmensberatungen in Anspruch, um ihren Erfolg zu maximieren.

Der wohl bekannteste Unternehmensberater ist in gewisser Weise der Steuerberater. Kaum ein Unternehmen könnte ohne einen Steuerberater existieren, da den Betreibern einerseits die erforderliche Fachkenntnis in dieser hochkomplexen und zudem sich ständig wandelnden Materie fehlen, häufig aber vor allem die erforderliche Zeit nicht zur Verfügung steht.

Unternehmensberatung auch für Kleinunternehmen interessant

Eine weitere Form der Unternehmensberatung wird auch bereits für kleine Unternehmen von einer Werbeagentur erbracht: Schon für eine Gaststätte kann eine schön gestaltete Speisekarte, die von einem professionellen Designer erstellt wird, ein Wettbewerbsvorteil gegenüber konkurrierenden Gaststätten sein.

Auch Anwaltskanzleien oder Arztpraxen sind auf eine seriöse Geschäftsausstattung angewiesen, die mit einem unverwechselbaren Corporate Design korrespondiert. Das gilt auch für anspruchsvollere Handwerksbetriebe.

Die Werbeagentur fungiert hier als Unternehemensberatung im klassischen Sinn, da sie über das Corporate Design die Eigenheiten der Firma herausstellt und somit dem Unternehmen hilft, sich in einem speziellen Marktsegment zu positionieren.

Professionelle Hilfe für Marketing und Vertrieb

Unternehmen, die darüber hinaus über Werbung oder Inserate auf sich aufmerksam machen möchten, werden von einer Werbeagentur im Sinne einer Unternehmensberatung dahingehend unterstützt, dass die Agentur eine Konzeption erstellt, welches Medium oder welcher Werbeträger für die jeweilige Unternehmung geeignet ist.

Und wie die Kampagne möglichst kostensparend bei maximalem Erfog für die Unternehmung umgesetzt werden kann. Mittelständische Unternehmen sind eines der großen Betätigungsfelder von Unternehmensberatungen.

Da die meisten Mittelstandsunternehmen in Deutschland einen Gutteil ihrer Geschäfte mit dem Ausland abwickeln und sich dieser Trend in den nächsten Jahren vermutlich verstärken wird, stößt ein familiär geführter mittelständischer Betrieb hier rasch an seine Grenzen.

Zu kompliziert sind die verschiedenen Bestimmungen und auch die jeweiligen Gesprächs- und Geschäftspartner, um solche Geschäfte tatsächlich zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen. An dieser Stelle kann eine Interkulturelle Unternehmensberatung tätig werden.

Die großen Beratungsfirmen dominieren das Image

Die berühmten Unternehmensberatungen sind große Firmen wie „Roland Berger“ oder „McKinsey“. Diese Firmen stehen zum Teil in einem schlechten Ruf, da sie zumeist mit Massenentlassungen in Zusammenhang gebracht werden.

Dem ist indes nicht immer so. Diese Unternehmensberatungen arbeiten für beinahe jedes große Unternehmen, da sie über ein spezialisiertes Know-How verfügen, das selbst ein Großkonzern in den eigenen Reihen nicht aktivieren kann.

Ins Rampenlicht geraten solche Firmen jedoch meist, wenn es darum geht, dass ein großes Unternehmen Arbeitsplätze abbauen muss oder Stellen ins Ausland verlagert, um dort billiger produzieren zu können.

Die Unternehmensberatung ist in der Regel jedoch nicht schuld an der wirtschaftlichen Schieflage, in der sich ein Unternehmen befindet sondern sie wird erst dann eingeschaltet, wenn es nur noch darum geht, das Unternehmen zu retten.

Unternehmensberater als Feuerwehr

Die Firma „Schlecker“ etwa hätte vermutlich nicht ein so trauriges Ende gefunden, hätte man dort rechtzeitig eine Unternehmensberatung engagiert, die der Drogeriemarktkette zu einem zeitgemäßen Image und einer angemessenen Reaktion auf die zunehmende Konkurrenz verholfen hätte.

Gerade in wirtschaftlich turbulenten Zeiten kann das Einschalten einer renommierten Unternehmensberatung durchaus schlichtend wirken: Sie ist in der Regel frei von sentimentalen Erwägungen und betrachtet etwa die Rentabilität eines gewissen Standorts oder auch einer Filiale aus der Welt der Zahlen.

So lassen sich Betriebsräte und Firmenbosse häufig wieder an einen Tisch bringen, um gemeinsam über Auswege aus dem Dilemma anhand der vorgelegten Zahlen zu suchen.

In Zeiten wie diesen ist es sicher populär, Unternehmensberater ähnlich wie Investmentbanker als rücksichtslose und kaltherzige Egomanen darzustellen, die lediglich auf ihr eigenes Wohl bedacht sind.

… und als strategische Visionäre

Dies ist indes nur selten der Fall: Die deutsche Wirtschaft stünde weitaus schwächer da und viele weitere Arbeitsplätze wären verloren gegangen, wenn Unternehmensberatungen nicht unternehmerische Wege aus der Krise gewiesen hätten, die sich zumeist am Ende als erfogreich herausgestellt haben.

So mancher Mittelständler hätte die neue Konkurrenz durch den globalen Markt nicht überstanden, wenn sie auf sich alleine gestellt geblieben wären.

Dies gilt auch für die großen Automobilhersteller und viele andere Zugpferde unserer Wirtschaft. Eine Welt mit globalen Herausforderungen braucht Experten für jede erdenkliche Situation. Unternehmensberatungen helfen hierbei, den Standort Deutschland konkurrenzfähig zu halten.

In aller Regel verhalten sie sich hier äußerst verantwortungsbewusst. Die Unternehmensberatung ist daher ein wichtiger Pfeiler der einheimischen Wirtschaft.

Leistungen von Unternehmensberatern sind heute ein selbstverständlicher und kaum mehr wegzudenkender Bestandteil in einer globalisierten und arbeitsteiligen Wirtschaftswelt.

Das Prinzip ist einfach: Unternehmensberater bieten anderen Unternehmen Beratung als Dienstleistung an.

Gegenstand der Beratung ist in der Regel das Kundenmanagement oder fachliche Entscheidungen und Veränderung innerhalb des Unternehmens.

Darüber hinaus gibt es noch weitere Leistungen im Rahmen der Unternehmensberatung, beispielsweise Beratung bei speziellen Dienstleistungen oder Beratung bei Personalfragen.

Historische Entwicklung der Unternehmensberatung in Deutschland

Die ersten Beratungsunternehmen in Deutschland entstanden zu Beginn der 1920er Jahre. Schwerpunkte waren damals vor allem produktionstechnische Fragen, Kostenrechnung und Kostenplanung sowie Betriebsorganisation.

Bedingt durch die anziehende wirtschaftliche Konjunktur erfuhr die noch junge Branche in den 1930er Jahren einen rasanten Aufschwung. Mit der Gründung des Bundesverbands Deutscher Unternehmensberater e.V. (BDU) etablierte sich ab 1954 auch die Berufsbezeichnung „Unternehmensberater“ in Deutschland.

In den 1960er Jahren setzte eine Ausweitung der Unternehmensberatung ausgehend von den USA ein und dominierte bald auch den Beratermarkt in Deutschland. Seit 1964 ist beispielsweise McKinsey & Company Inc. mit Sitz in Düsseldorf in Deutschland präsent.

Drei Jahre später, 1967, gründete Roland Berger in München seine Unternehmensberatung. Der Beratungsschwerpunkt wandelte sich von produktionstechnischen Fragen hin zu Fragen und Problemen des Absatzes und des Marketings.

In den 1970er Jahren veränderte sich der Beratungsschwerpunkt in Richtung Organisations- und Personalentwicklung, bevor ab den 1980er Jahren die EDV- und später die IT-Beratung hinzukamen.

Heute dominieren Themen wie Strategie, Organisation, Führung, Betriebswirtschaft, Logistik und Marketing die Tätigkeit von Unternehmensberatern.

Die Nachfrage nach Beratung Seitens der Industrie, Wirtschaft und Verwaltung ist seit den 1950er Jahren kontinuierlich gewachsen. Wachsende Komplexität, die sich rasant ausbreitende Globalisierung und immer schnellere Veränderungsrhythmen haben zur Ausweitung des Beratungsbedarfs wesentlich beigetragen.

Die Grundsätze der Beratung

Die meisten Unternehmensberatungen orientieren sich an Grundsätzen und ethischen Richtlinien. Solche Berufs- oder Ehrenkodizes enthalten in der Regel folgende Elemente:

Unabhängigkeit

Damit ist die Unabhängigkeit des Unternehmensberaters von Dritten gemeint. Dies ist vor allem dann wichtig, wenn Schwerpunkt der Beratung Entscheidungen über Lieferanten oder andere (Markt-)Partner sind.

Objektivität

Objektivität der Berater wird von den Klienten grundsätzlich vorausgesetzt und bedeutet, dass der Unternehmensberater alle Chancen und Risiken berücksichtigt und ausgewogen bewertet.

Kompetenz

Unternehmensberater sollten Klienten nur in Feldern beraten, in welchen die Berater auch nachweislich Kompetenzen haben. Man sollte zwar meinen, dass dies selbstverständlich ist, doch der Konkurrenzdruck am Markt ist groß, vor allem durch die großen, international agierenden Unternehmensberatungen, die aufgrund ihrer hohen Mitarbeiterzahl eine riesige Palette von Themenbereichen abdecken können.

Vertraulichkeit

Da der Berater bei einer Unternehmensberatung sehr detaillierte Einblicke in das Unternehmen erhält, ist Vertraulichkeit und Verschwiegenheit gegenüber Dritten absolutes Gebot.

Die im Beratungsprozess erworbenen Kenntnisse und Informationen dürfen im Interesse des Klienten und des Beraters nicht an Dritte weitergegeben werden. Dabei sollten Klienten ihren Berater auch auf mögliche Interessenkonflikte hin überprüfen.

Die Arbeitsweise von Unternehmensberatungen

Wie bei allen Beratungsprozessen so ist auch bei der Unternehmensberatung der Prozess durch stetig wiederkehrende Elemente geprägt. Der Unternehmensberater soll zunächst den IST-Zustand im Rahmen einer Situationsanalyse ermitteln.

Anschließend soll im Rahmen einer möglichst präzisen Zielformulierung der SOLL-Zustand festgelegt werden. Sobald IST- und SOLL-Zustand ermittelt wurden, kann der voraussichtliche Beratungsaufwand kalkuliert werden.

Anschließend erfolgt die Entwicklung einer Beratungskonzeption und einer entsprechenden Präsentation. Hinzu können weitere Schritte kommen, wie etwa Hilfe bei der Umsetzung und Implementierung der vorgeschlagenen Maßnahmen (zum Beispiel durch Coaching) sowie beim Controlling der Maßnahmen.

Dadurch kann ständig überprüft werden, inwieweit das gewünschte Ziel schon erreicht wurde bzw. ob und wie die Maßnahmen der Entwicklung angepasst werden müssen.

So etwas wie eine Produkthaftung gibt es bei einer Beratungsdienstleistung allerdings nicht. Ausnahme ist, wenn nachweislich durch falsche Auskünfte des Beraters Schäden am Unternehmen entstanden sind.

Auf jeden Fall sollten Sie darauf Wert legen, das ihr Berater über eine Beraterhaftpflichtversicherung verfügt.

Für Ausführungsfehler kann ein Unternehmensberater in der Regel nicht haftbar gemacht werden, da er grundsätzlich nicht oder nur zu einem geringen Teil an der Umsetzung der erarbeiteten Lösungs- und Handlungsmöglichkeiten beteiligt ist.

Auch für Ratschläge und Konzeptionen, die auf falschen oder fehlerhaften Angaben des Klienten beruhen, kann der Berater nicht haftbar gemacht werden.

Als Hauptkritikpunkte an der Arbeitsweise von Unternehmensberater werden folgende Punkte ins Feld geführt:

– fragwürdige Konzepte oder aber immer wiederkehrende Standardrezepte der Berater

– haltlose Versprechen und damit einhergehend das regelmäßige Verfehlen der versprochenen Ziele

– ungenügende Beratung vor dem Hintergrund des Abschlusses von Folgeaufträgen mit dem Unternehmen

– Erzeugung von (möglicherweise dauerhaften) Abhängigkeiten des Unternehmens vom Unternehmensberater bzw. von der Unternehmensberatungsgesellschaft

– Ausbeutung des unternehmensspezifischen Wissens der Klienten

– Schwere Überprüfbarkeit der Qualität der Beratung

Chancen und Herausforderungen für 2016

Im Bereich Strategie- und Managementberatung ist und bleibt die Entwicklung und Implementierung von Unternehmensstrategien sowohl aus Kunden- als auch aus Beratersicht eines der wichtigsten Betätigungsfelder von Unternehmensberatern in 2016.

Im Bereich Organisations- und Prozessberatung scheinen die Themen Finance & Controlling sowie Supply Chain Management und Customer Relationship Management sowohl aus Kunden- als auch aus Beratersicht weiterhin wichtige Schwerpunkte der Beratungstätigkeit zu bleiben.

Das gleiche gilt auch für Beratungsleistungen im Bereich Human Resource Management und Information Technology und hier vor allem im Bereich Enterprise Resource Planing (ERP).

Im Bereich Cost & Lean Management dagegen wird mit einer Zunahme der Relevanz für die Kunden gerechnet, so dass davon auszugehen ist, dass in 2016 die Nachfrage nach Beratung in diesem Bereich steigen könnte.

Auch im Bereich Merger & Aquisition wird mit einem leichten Anstieg gerechnet, was vor dem Hintergrund des wirtschaftlich erfolgreichen Jahres 2015 nicht unbedingt verwunderlich ist.

Vor allem der Mittelstand verfügt derzeit über ein Eigenkapitalniveau wie seit Beginn der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise 2008 nicht mehr.

Da die deutsche Wirtschaft vor allem durch mittelständische und familiengeführte Unternehmen geprägt ist, stehen jährlich circa 70.000 Unternehmensnachfolgen an.

Daher bleibt die Begleitung von Unternehmensnachfolgen vom Senior auf den Junior oder auf einen externen Nachfolger auch in 2016 ein wichtiges Segment in der Tätigkeit von Unternehmensberatern.

Unternehmensberatung – eine allgemeine Definition

Unternehmensberatung bezeichnet eine Dienstleistung, welche sich der Aufarbeitung betriebswirtschaftlicher Problemstellungen in Unternehmen widmet.

Die Beratungsleistungen werden entweder durch externe Unternehmensberater oder durch angestellte Inhouse Consultants erbracht. Teilweise werden die Bezeichnungen Wirtschaftsberatung und Consulting synonym verwendet.

Unternehmensberatung bildet jedoch im engeren Sinn jenen Teilbereich des Consulting, der sich auf den spezifischen Organisationstyp der Unternehmung fokussiert. Der Großteil der Beratungsleistungen entfällt nach wie vor auf Unternehmen.

Zunehmend werden diese Dienstleistungen aber auch von der öffentlichen Verwaltung oder Not-Profit-Organisationen nachgefragt.

Der Tätigkeitsschwerpunkt der Unternehmensberatung liegt in der Unterstützung bei gegenwärtigen und zukünftigen Problemen sowie bei der Ermittlung von Chancen und Risiken der zu beratenden Unternehmen.

Die Beauftragung externer Unternehmensberater ermöglicht eine unabhängige und objektive Sichtweise der unternehmensinternen Prozesse.

Der Beratungsprozess

Die Unternehmensberatung ist als Prozess zu verstehen, welcher aus einzelnen Teilaufgaben besteht. Diese beinhalten die Informationsbeschaffung, die Erkennung des Problems, die Diagnose, die Empfehlung konkreter Maßnahmen sowie die Unterstützung bei der Implementierung der einzelnen Maßnahmen im Unternehmen.

Im Rahmen des Beratungsprozesses werden die Ziele der Beratungsleistung definiert. Zudem wird ein individueller Katalog an konkreten Maßnahmen ausgearbeitet, welche als erforderlich erachtet werden, um den angestrebten Soll-Zustand zu erreichen.

Das Maßnahmen-Controlling sorgt als ergänzende Aufgabe für eine laufende Überprüfung des tatsächlichen Fortschritts bei der Umsetzung durch die Durchführung von Soll-Ist-Vergleichen.

In der Unternehmensberatung sind neben fachlichem Know-how soziale Kompetenz und Kommunikationsfähigkeiten in besonderem Maße gefragt.

Während des gesamten Prozesses ist die Mithilfe durch die jeweiligen Akteure des Unternehmens erforderlich. Die betriebwirtschaftlichen Problemstellungen können nur in Form einer beiderseitigen Zusammenarbeit zwischen den beauftragten Beratern und dem Unternehmen erfolgreich aufgearbeitet und gelöst werden.

Der Beratungsgegenstand

Je nach konkreter Problemstellung bilden Management (Managementberatung), Personalmanagement (Personalberatung), IT-Bereich (IT-Beratung), Wirtschaftsprüfung und Steuerberatung oder Ingenieur-Dienstleistungen den Gegenstand der Beratung.

Die Managementberatung gilt als besonders komplex, zumal bei ihr grundlegende  Unternehmensbereiche wie die Strategie, Organisation, Führung, Marketing, Produktion und Logistik des Unternehmens im Mittelpunkt der Betrachtung stehen.

Die Personalberatung unterstützt unter anderem bei Fragestellungen der Personalpolitik, Personalstrategie, Personalentwicklung, Personalbeschaffung, Personaladministration, des Personalmarketings sowie des Personalabbaus.

Im Rahmen der IT-Beratung werden technische Dienstleistungen im Zusammenhang mit Implementierung, Wartung und Weiterentwicklung von betrieblichen IT-Systemen erbracht.

Die Wirtschaftsprüfung prüft die Finanzberichterstattung des Unternehmens unter Berücksichtigung der gesetzlichen Rechnungslegungsvorschriften, insbesondere die gesetzlich normierte Jahresabschlussprüfung.

Buchhaltung und Bilanzierung werden gleichsam erfasst. Gegenstand der Steuerberatung sind hingegen die steuerlichen Aspekte der unternehmerischen Tätigkeit.

Eine Unternehmensberatung kann jedoch auch im technischen Bereich ansetzen. Hierbei geht es hauptsächlich um eine Beratung im Bereich der Produktionstechnologie sowie um die Bereiche Produktentwicklung und Innovation.

Die Beratungsthemen

Im Rahmen der genannten Beratungsgegenstände werden häufig sehr spezifische Themenbereiche bearbeitet. Die Fragestellungen umfassen mit der Gründung, Umwandlung, Übernahme, Nachfolge und Liquidation alle möglichen Entwicklungsphasen eines Unternehmens. Kooperationen und Joint Ventures werden ebenso behandelt wie Mergers & Acquisitions und Management Buy-Out.

Grundlegende Punkte sind die Entwicklung, Planung und Umsetzung unternehmenskonsistenter Strategien. Im Beratungsgegenstand Organisation stehen Aufbau- und Ablauforganisation sowie die Organisationsentwicklung im Mittelpunkt.

Die unterstützenden Dienstleistungen in Marketing betreffen Themen wie die Entwicklung von Konzepten und Strategien, Analyse, Beobachtung und Prognose des relevanten Marktes sowie Aufbau und Steuerung des Vertriebs.

Die Beratung im Aufgabengebiet der Produktion befasst sich beispielsweise mit Produktentwicklung, Produktdesign, Planung und Steuerung der Produktion sowie Fertigungstechnik und Qualitätsmanagement.

Im Bereich der Logistik geht es unter anderem um die beratende Unterstützung bei logistischen Konzepten der Beschaffung, Produktion und Distribution, Lager- und Bestandmanagement, Auswahl von Logistiksystemen sowie um Transportoptimierung.

Die Unternehmensberatung erstreckt sich auch auf Finanz- und Investitionsplanungen, Produktivitäts-, Rentabilitäts- und Liquiditätsanalysen sowie auf Kostensenkungen. Insgesamt deckt die Unternehmensberatung ein breites und vielfältiges Spektrum an unternehmensrelevanten Fragestellungen ab.

Das 3-Phasen-Modell der Unternehmensberatung

Zu keiner Zeit waren die Anforderungen so hoch gesteckt wie heute, ein Unternehmen zu gründen, zu führen oder zu verändern. Die Politik hat viele Fallstricke, aber auch Chancen geschaffen, mit einer Firma erfolgreich zu sein oder zu scheitern.

Aber auch der europäische Binnenmarkt hat die Perspektiven innovativ denkender und arbeitender Firmen wesentlich erweitert. Mit Weitsicht und fachlichem Wissen, aber auch dem Mut zu neuen Wegen stehen heute Unternehmen Möglichkeiten offen, wie sie zu keiner früheren Zeit bestanden haben.

Aber auch das Gegenteil kann der Fall sein. Firmen geraten in Schwierigkeiten, weil ihnen die schlechte Zahlungsmoral ihrer Kunden den zustehenden Umsatz versagt.

Unzureichend geschultes und motiviertes Personal schmälert die Leistungsfähigkeit oder veraltete Produkte und Dienstleistungen finden keine Abnehmer mehr.

Zu all diesen Themenfeldern ist eine umfangreiche Expertise erforderlich, über die das einzelne Unternehmen selbst kaum verfügen wird. An dieser Stelle kann sinnvollerweise eine Unternehmensberatung mit ins Boot geholt werden.

Unternehmensberatung schon vor und während der Firmengründung sinnvoll

Den Traum von der eigenen Selbstständigkeit erfüllen sich jährlich viele tausend Neueinsteiger. Sie haben eine Geschäftsidee, die sie von nun an mit großem Eifer verfolgen und präzisieren.

Diese Eigenschaft ist die Grundvoraussetzungen für unternehmerischen Erfolg, denn ohne eigene Überzeugung kann kein Geschäft erfolgreich sein.

Viele dieser Neueinsteiger verschließen jedoch aus dem eigenen Enthusiasmus heraus den Blick vor den Risiken. Ohne Risiko wird sich kaum ein Unternehmen gründen lassen.

Es muss jedoch in vertretbarem Rahmen gehalten werden und dieser schwungvolle Enthusiasmus muss durch die unabhängige Betrachtung eines Unternehmensberaters auf seine realistische Umsetzung hin hinterfragt werden.

„Würden Sie Ihre Leistung selbst kaufen und was sind Sie selbst bereit, für Ihre Leistung zu bezahlen“, sind zwei der ersten Fragen eines Gründungsberaters.

Neben der Erarbeitung einer tragfähigen Geschäftsidee unterstützt er den Gründer aber auch bei allen Fragen zu möglichen Förderprogrammen, der Wahl der Rechtsform und der ersten Kundenakquise.

Ein guter Gründungsberater beobachtet die Umsatzzahlen der ersten Monate und spürt Fehlentwicklungen frühzeitig auf.

Eine gute Unternehmensberatung hält bestehende Firmen auf Kurs

Fast in jeder Firma schleicht sich, oft über lange Zeit unbemerkt, die Gewohnheit ein. Die Produktionsprozesse laufen ohne systematische Kontrolle und für die buchhalterischen Aufgaben wurde ein Schema aufgebaut, welches Monat für Monat abgearbeitet wird.

Oftmals erst mit dem Rückgang der Umsatzzahlen wird deutlich, dass das bisherige Geschäftsmodell nicht mehr marktfähig ist.

Im schlimmsten Fall ist bereits ein Teil des Kundenstammes zum Konkurrenten abgewandert, der ein kostengünstigeres oder auch innovativeres Produkt anbietet.

Aber auch die betrieblichen Strukturen können einer unabhängigen Betrachtung bedürfen. Egal ob ein ungewöhnlich hoher Krankenstand oder fehlende Qualifikationen, mit einer unabhängigen Betrachtungsweise und Beratung lassen sich Veränderungsbedarfe oftmals am Besten herausarbeiten.

Mit einer einmaligen Hau-Ruck-Aktion wird man allerdings nur schwerlich eine nachhaltige Verbesserung der unternehmerischen Situation erzielen.

Eine erfolgreiche Unternehmensberatung ist immer ein langfristiger Prozess, der durch alle Beteiligten und auf allen unternehmerischen Ebenen getragen und gestaltet werden muss.

Unternehmensberatung bei entstandener Schieflage des Unternehmens

Egal ob groß oder klein, vor einer unternehmerischen Schieflage ist kein Unternehmen geschützt. Die unterschiedlichsten Weichenstellungen können dazu geführt haben, dass das wirtschaftliche Konzept einer Firma ins Wanken geraten ist.

Zahlungsausfälle, fehlende Marktfähigkeit, aber auch Missmanagement sind nur einige der Ursachen. Oftmals leiten Unternehmen dann auch noch Rettungsmaßnahmen ein, die die Situation nur weiter zuspitzen (falsche Einsparungen, überteuerte Finanzspritzen).

Die Aufgabe eines Sanierungsberaters besteht nun darin, den Istzustand der Firma als Außenstehender, den nur die wirtschaftlichen Zusammenhänge und Erfordernisse interessieren, unter die Lupe zu nehmen.

Daraus resultieren dann kurzfristige Entscheidungen, welche ohne nostalgische Emotionen umzusetzen sind.

Nicht immer führt dieser Weg zurück in eine stabile Existenz des Unternehmens. In einem solchen Fall muss der Unternehmensberater alle Vorbereitungen für eine geordnete Insolvenz mit seiner Beratung einleiten und begleiten.

Das vorrangige Ziel ist es jedoch, aus den vorhandenen Möglichkeiten neue Konzepte zu entwickeln, um dem Unternehmen eine Reetablierung am Markt zu ermöglichen.

Eine gute Sanierungsberatung umfasst dabei alle Bereiche von der Marktanalyse bis hin zur Reorganisation der Firmenstruktur.

Geht den Unternehmensberatungen in Deutschland der Nachwuchs aus?

Etwa 15.000 Unternehmen mit insgesamt circa 100.000 Beratern widmen sich in Deutschland dem Thema Unternehmensberatung. Davon blieben 2014 etwa 11.000 mit ihrem Jahresumsatz unter 500.000 Euro, während die 10 größten (alle international operierend) allein hierzulande jeweils über 250 Mio. Euro erlösten.

Das Image der Unternehmensberatungen

Nur wenige Branchen lösen bei einzelnen Bevölkerungsgruppen so unterschiedliche Erwartungshaltungen und emotionale Reaktionen aus wie die Unternehmensberatungen.

Eigentümer eines Unternehmens sehen darin häufig die Retter bei sinkenden Ergebnissen oder Marktanteilen oder weil sie mehr Entscheidungssicherheit bei geplanten Zukäufen beziehungsweise Integrationshilfen bei bereits vollzogenen benötigen.

Für das Top-Management kann das Beratungsunternehmen Bestätigung des eingeschlagenen Wegs und damit Unterstützung bedeuten oder aber den Verlust des Arbeitsplatzes.

Je nach Standpunkt – top oder flop

Letzteres erwarten die meisten Beschäftigten einschließlich des mittleren Managements. Dass während der letzten 20 Jahre viele der Massenentlassungen infolge drastischer Umstrukturierungen auf Empfehlung von Unternehmensberatungen zustande kamen, erklärt diese nahezu einmütige Abneigung in Arbeitnehmerkreisen und ihr schlechtes Image.

Hinzu kommt die Medienkritik an einem eher schablonenhaften Maßnahmenkatalog, der wenig Rücksicht auf Besonderheiten des analysierten Unternehmens und gar keine auf gewachsene Strukturen nimmt.

Kostenreduktion soll überwiegend zu Lasten des Personals erreicht werden: Auslagerung von Betriebsteilen, Entlassungen, Streichung von Sonderzahlungen, mehr Zeitverträge. Damit etablierte sich auch bei zahlreichen nicht direkt Beteiligten ein Negativbild dieser Branche.

Was erwartet Mitarbeiter in Unternehmensberatungen?

Gerne genommen wird die Elite eines Hochschulabschluss-Jahrgangs. Danach bedeutet dies für die Absolventen: 50 bis 00 Wochenstunden an unterschiedlichen Einsatzorten, beständig Berge von Informationen sichten und bewerten, meist aus dem Koffer leben, stets korrekt gekleidet uneingeschränkt Leistungen erbringen und vor allem immer unter Termindruck stehen.

Consultants bringen zwangsläufig zusätzliche Unruhe in bereits verunsicherte Belegschaften und die Auftraggeber fordern schnellstmöglich umsetzbare Ergebnisse.

Nicht jeder will diesen Erfolgsdruck

Nur der Erfolg zählt: entweder aufsteigen oder gehen. Der Aufstieg erfordert irgendwann auch die eigene Akquisition von Aufträgen, so dass neben der Beratungstätigkeit gleichwertig die Neukunden-Gewinnung steht oder zumindest der Abschluss von Folgeprojekten.

Dieser fortgesetzt extrem hohen Arbeitsbelastung und dem nie nachlassenden Erfolgsdruck können oder wollen sich viele nicht über einen langen Zeitraum aussetzen.

Trotz der bekannt hohen Theorielastigkeit dieser Berufserfahrung ist danach ein Wechsel insbesondere in Konzern-Umgebungen aussichtsreich.

Die aktuelle Nachwuchssituation für Unternehmensberatungen

Auch wenn sich die Angebotssituation auf dem Arbeitsmarkt generell zu Lasten der nachfragenden Arbeitgeber ändern sollte (Stichwort Fachkräftemangel) und das Negativ-Image der Beratungsunternehmen erhalten bliebe, die Großen der Branche werden weiterhin Bewerber anziehen.

Die Gründe dafür liegen vor allem im renommierten Namen, der jeden Lebenslauf ziert, und in den schnell zu erwartenden lukrativen Jahreseinkommen im oberen fünfstelligen Bereich.

Vielleicht wird die Fluktuation in diesen Beratungsunternehmen noch höher, weil insbesondere für die Hochschulabsolventen alternative Lebenszuschnitte schon nach wenigen Jahren ihren Reiz entfalten, doch ein echter Personal-Engpass ist nicht sehr wahrscheinlich.

Kleine und mittelgroße Beratungshäuser müssen sich vermehrt anstrengen

Für alle anderen stellt sich irgendwann die Frage, wie sie ihren Personalbestand bei vergleichbaren Anforderungen an die Mitarbeiter, doch deutlich weniger Attraktivität bei Marktwert, Internationalität und Einkommen erhalten und ausgeschiedene Kräfte ersetzen können.

Da der Konkurrenzdruck nicht nachlassen wird, ist der finanzielle Spielraum gering. Kreative organisatorische Maßnahmen sind gefragt.

Bei Außeneinsätzen lassen sich die Arbeitszeiten wegen des Termin- und Kostendrucks nicht beeinflussen. Allerdings würde eine sorgfältige Auswahl der Unterbringung unter Berücksichtigung angemessener Arbeits- und Kurzzeit-Entspannungsangebote nicht nur spontan motivieren.

Außerdem wären nach einem Projektabschluss Freizeitausgleich oder zumindest vorübergehend flexiblere Arbeitszeiten realisierbar.

Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft

Sonderleistungen könnten neben dem notwendigen Firmenwagen und der mobilen Informations- und Kommunikationstechnik beispielsweise die Finanzierung einer Haushaltshilfe beinhalten, eines Hemden-Services, Fitness-Center-Abos oder Wellness-Aufenthalts.

Familienfreundlicher wird dieser Arbeitgeber dadurch zwar nicht, doch wer diese anspruchsvolle Arbeit in ständig neuen Umgebungen liebt, erhielte eine komfortablere Freizeit.

Mitarbeitergewinnung flexibler gestalten

Quer einsteigende Naturwissenschaftler, Juristen oder Berufserfahrene aus anderen Sparten werden nicht nur wegen ihrer spezifischen Branchenkenntnisse in weniger großen Beratungsunternehmen benötigt.

Sie verbessern auch mit ihrer Ergänzung des Kompetenzprofils die für Neuabschlüsse wichtige Außenwirkung des Beratungsunternehmens.

Als Anreize böten sich beispielsweise eine kostenlose Berater-Qualifikation, eine großzügig bemessene Einarbeitungszeit und eine komfortable Nutzungsregelung für Dienstwagen und elektronische Arbeitsgeräte an.

Auch ältere Berater mit ins Boot holen

Auch wenn viele Arbeitnehmer ihre Sicherheitserwartungen nur in einem unbefristeten Arbeitsvertrag erfüllt sehen, ist zu beobachten, dass auch und vielleicht sogar zunehmend ältere Menschen es begrüßen würden, ein ganzes Projekt oder definierbare Teilbereiche daraus innerhalb eines überschaubaren Zeitraums auf Basis einer freien Mitarbeit übernehmen zu können.

Das Thema Geheimhaltungsverpflichtung ließe sich bestimmt auf einzelvertraglicher Basis zuverlässig abhandeln. Auf diese Weise entstünde auch ein praktikabler Kompromiss zwischen der produktiven Nutzung der Lebens- und entsprechenden Berufserfahrung älterer Menschen und der für diese Altersgruppe nicht zuträglichen Dauerbelastung durch die unvermeidlich hohe Wochenarbeitsstundenzahl in einem Beratungsunternehmen.

Internet und Social Media und die Auswirkungen auf die Beratungsbranche

Das Internet und insbesondere Social Media haben einen besonderen Einfluss auf das Nutzungsverhalten seiner User. Das Internet ist für viele erste Informationsquelle über Produkte, Dienstleistungen und Unternehmen geworden.

Bewertungen, Meinungen und ganz allgemein Empfehlungsmarketing via Social Media werden immer wichtiger. Dieser Trend macht auch vor der Beratungsbranche nicht halt und wird immer mehr zu einem Erfolgsfaktor.

Das Internet vergrößert die Aquisemöglichkeiten von Unternehmensberatern enorm

Wer heute im Business erfolgreich sein will, kommt um das Internet und wahrscheinlich auch Social Media nicht mehr herum. Die Zeiten, in denen eine Visitenkarte und eine Telefonnummer und eventuell noch ein Flyer ausreichten, sind längst vorbei.

Die Mehrheit der Gesellschaft nutzt mehrfach täglich oder wenigsten regelmäßig das Internet für berufliche und private Zwecke.

Achten Sie auf ihre Digitale Reputation

Zwar ist die Empfehlung eines Beraters durch einen guten Freund oder Bekannten immer noch eine der häufigsten Gründe zur Kontaktierung, jedoch wird der empfohlene Berater meist vorher „gegoogelt“, um herauszufinden, wer das ist, was er kann, was er macht und ob er meinen Vorstellungen und speziellen Bedürfnissen überhaupt entspricht.

Beinahe könnte man sagen, dass die eigene Webpräsenz den klassischen Flyer abgelöst hat, da die Homepage im Internet genau diese Aufgaben erfüllt.

Auch im Internet kommt der Erfolg nicht von alleine

Das Internet ist ein weiter und unbegrenzter Raum. Um überhaupt von den großen Suchmaschinen gefunden zu werden, reicht eine einfache Homepage im „Do-It-Yourself-Style“ wahrscheinlich nicht mehr aus.

Die eigene Website ist innerhalb kurzer Zeit von einem etwas stiefmütterlichen „Nice-To-Have“ zu einem wesentlichen Kommunikations- und Akquiseinstrument, einem „Must-Have“, geworden.

Es ist nicht unüblich, dass sich Unternehmensberater vor Eintritt in den Markt eine Webpräsenz von professionellen Webdesignern und Textern erstellen lassen.

Ähnlich wie an einem Markt- oder Informationsstand, können sich hier potentielle Kunden und Interessenten über Leistungen, berufliche und persönliche Hintergründe und in der Regel auch Preise sowie Allgemeine Geschäftsbedingungen informieren und den ersten Kontakt aufnehmen.

Online-Sichtbarkeit ist ein kontinuierlicher Prozess

Da jedoch das Internet sehr groß ist, sollte man sich nicht nur von der Konkurrenz abheben (zum Beispiel Unique-Selling-Point), sondern auch gefunden werden.

Was nützt die beste Homepage, ein hervorragendes Preis-Leistungsverhältnis und super Konditionen, wenn potentielle Kunden nichts davon erfahren?

Auch das ist ein Grund, sich eines professionellen Webdesigns zu bedienen. Suchmaschinenoptimierung ist das Stichwort.

Um seine eigene Seite in den Suchergebnissen nach vorne zu bringen, gibt es verschiedene technische und inhaltliche Möglichkeiten. Grundsätzlich kann man sagen:

Je besser die Webseite von Suchmaschinen gelesen werden kann und je mehr relevante Keywords sinnvoll in den Inhalten des Internetauftritts vorkommen, desto höher wird das sogenannte Suchmaschinen-Ranking.

Und je höher das Ranking, desto höher steigt man in den Suchergebnissen auf. Und je höher man in den Suchergebnisse nach oben rutscht, desto eher wird man von Interessenten und potentiellen Kunden gefunden.

Und je besser man gefunden wird und je mehr potentielle Kunden über die Homepage auf den Berater und seine Dienstleistungen aufmerksam werden, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit eines Vertragsabschlusses.

Alle diese Funktionen kosten natürlich Geld. Die Kosten für die eigene Webpräsenz sind in vielen Beratungsunternehmen mittlerweile fester Bestandteil der notwendigen Betriebsausgaben und in der Regel im Bereich Online-Marketing, seltener im Bereich Vertrieb angesiedelt.

Wichtig: Expertenstatus auf- und ausbauen

Das Internet ermöglicht es jedem Unternehmensberater auf seinem Spezialgebiet oder seiner Nische eine Art Expertenstatus zu erreichen. Zunächst einmal kann man seine Webpräsenz strategisch mit anderen relevanten Webseiten verlinken.

Diese sogenannten Backlinks (gegenseitige Verlinkung und Verweisung) spielen für das Suchmaschinen-Ranking eine wichtige Rolle, betreffen jedoch vor allem die technische Seite der Suchmaschinenoptimierung.

Die eigene Webpräsenz stellt jedoch auch ein hervorragendes Kommunikationsinstrument dar. Das heißt, um den eigenen Status als Experte aufzubauen und zu pflegen, kann man beispielsweise Studien, Analysen, Ausarbeitungen zu relevanten Themen auf seiner Homepage einstellen.

Ein eigener Blog dient nicht nur dazu, ständig neue Inhalte auf der Homepage zu präsentieren, Aktualität ist ebenfalls ein wichtiges Suchmaschinenkriterium, sondern sich zu aktuellen und der Dienstleistung entsprechenden Themen zu äußern.

Über Gästebücher, Newsletter aber viel mehr noch über die Kommentarfunktionen kann man sich mit Lesern und Kunden direkt austauschen und die Netzwelt an seinen Gedanken teilhaben lassen.

Je reger die Aktivität auf einer Homepage, desto mehr wird der Unternehmensberater von Besuchern als Experte bewertet. Das gleiche gilt für Foren, Gruppenmitgliedschaften auf Plattformen wie Xing oder Social Media Aktivitäten.

Durch regelmäßige und vor allem relevante Beiträge kann man sich schnell einen Expertenstatus aufbauen, der so manchen interessierten Leser zum Kunden werden lässt.

Darüber hinaus kann es nicht schaden, seine Aktivitäten als Berater zu dokumentieren. Nicht umsonst haben viele Berater und Beratungsunternehmen teilweise recht lange Referenzlisten auf ihrer Webpräsenz.

Noch besser als solche Listen sind Meinungen, Einschätzungen und Bewertungen von (ehemaligen) Kunden. Auch dafür ist die eigene Webseite der richtige Ort.

Social Media Marketing für Unternehmensberater

Social Media und vor allem Social Media Marketing hat in den letzten Jahren rasant an Bedeutung gewonnen. Die meist kostenlosen Social Media Tools wie etwa Twitter, Facebook oder Youtube sind für viele Unternehmensberater zu einem wichtigen Kommunikations- und Marketinginstrument geworden (Selfmarketing).

Über diese unterschiedlichen Kanäle lassen sich, je nach Zielgruppe und deren Nutzungsverhalten, verschiedene Themen oder Marketingmaßnahmen platzieren beziehungsweise durchführen.

Beispielsweise kann mit Hilfe des Kurznachrichtendienstes Twitter auf wichtige oder weiterführende Informationen, Veranstaltungen, Tipps und Ratschläge verwiesen werden.

Ein professionell erstelltes Werbevideo kann bei Youtube hochgeladen und mit der eigenen Homepage verlinkt werden. Potentielle Kunden erhalten dadurch nicht nur die Möglichkeit den Berater und seine Dienstleistung kennenzulernen, sondern auch den Berater in Aktion (Bewegung) zu sehen und vor allem zu hören.

Auch an Facebook scheint im Moment kein Weg vorbeizuführen. Neben den Nachteilen, vor allem im Bereich des Datenschutzes, bietet dieses kostenlose Social Media Tool viele Vorteile.

Hier lassen sich berufliche wie private Dinge austauschen, auf Informationen hinweisen und intensiv mit Menschen in Kontakt treten. Wer dabei worüber spricht und wie viel er über sich mitteilt, muss jeder selbst entscheiden.

Für den gewerblichen Zweck kann es sich lohnen, bei Facebook eine Unternehmensseite anzulegen und dort entsprechend alles rund um seine Beratungsdienstleistung (zum Beispiel Termine, Informationen, Hinweise, Kommentare, Studien, Verlinkung) einzustellen.

Informationen, Mitteilungen oder Angebote sollten für den Leser einen Mehrwert haben. Andernfalls werden solche Inhalte als lästig und schlimmstenfalls als Spam behandelt.

Fazit: Chancen des Internets jetzt nutzen

Abschließend kann man sagen, dass das Internet und der Einsatz von Social Media die Beratungsbranche um viele nützliche und hilfreiche Tools zur Informationsverbreitung, Kommunikation und Akquise bereichert hat.

Doch in der Vielfalt liegt auch die Gefahr. Gerade Berater die allein oder nur mit wenigen Mitarbeitern arbeiten, sollten bedenken, dass die Pflege einer Internetpräsenz und Social Media Anwendungen Zeit kostet.

Zeit, die für andere Aufgaben nicht mehr zur Verfügung steht. Entweder lässt man sich durch(Online-)Marketing-Experten oder spezialisierte Agenturen beraten und unterstützten, wie es bevorzugt große Beratungsunternehmen machen und was mit teilweise hohen Kosten verbunden ist.

Die andere Möglichkeit besteht darin, sich nicht auf alle Kanäle zu stürzen und dann verkümmern zu lassen, weil man keine Zeit zur Pflege und Ideen für Inhalte hat, sondern sich auf einige wenige Tools zu beschränken und diese dafür regelmäßig zu pflegen.