Vergütungsmanagement – Alles was Sie wissen müssen

Die Frage nach der gerechten Bezahlung beschäftigt nicht nur ausgewiesene Ökonomen, sondern jeden, der seine Leistungen gegen Entgelt zur Verfügung stellt.

Entsprechend breit gefächert sind die Ansichten und nur zu oft gehen die Erwartungen zweier Vertragspartner in puncto Lohn und Gehalt auseinander.

Wie lässt sich also das richtige Vergütungssystem finden? Und wer empfindet was in diesem Zusammenhang eigentlich als „richtig“?

Mehrheit der deutschen Arbeitnehmer ist mit Gehalt zufrieden

Nach einer aktuellen Umfrage von Forsa scheinen die deutschen Arbeitnehmer mit ihren Gehältern weitestgehend zufrieden zu sein. So gaben 61 Prozent der Befragten an, angemessen bezahlt zu werden.

Bei den verbleibenden 39 Prozent scheint der Lohn aber noch zu niedrig zu liegen.

Hier stellt sich allerdings auch die Frage, nach wessen Maßstäben die Höhe der Entlohnung beurteilt werden soll.

Stehen Aufwand und Entgelt tatsächlich in einem ungünstigen Verhältnis oder hätten einzelne Arbeitnehmer einfach nur gerne mehr Geld?

Finanzkrise offenbarte Nachholbedarf in Sachen Vergütungsmanagement

Fakt ist, dass spätestens seit der Finanzkrise mehr Unternehmen über eine Optimierung des Lohnsystems nachdenken. Optimierung heißt in diesem Fall nicht, dass weniger gezahlt werden soll.

Im Fokus stehen vielmehr Flexibilität und realistischere Einschätzungen. Ein paar Beispiele, wie man es lieber nicht tun sollte, lieferte die Finanzbranche.

Die Vorstandsbezüge sind des Öfteren in den Medien thematisiert worden und das Thema Lohngerechtigkeit gleich mit. Erfolgsgrößen für die variable Vergütung wurden reihenweise infrage gestellt.

Statt an Risikokennzahlen richtete sich der Gehalt an Ergebnis und Rendite aus. Hinzu kamen Boni auf jährlicher Basis und in teils schwindelerregenden Höhen.

Die Finanzkrise hat hier viele Unternehmen – oftmals notgedrungen – zum Umdenken bewogen.

Lohngerechtigkeit – auch die politische Ebene mischt mit

Das Thema Lohngerechtigkeit liefert auch auf politischer Ebene immer wieder Stoff für allerlei hitzige Diskussionen, deren Teilnehmer nicht selten von bestimmten Ideologien geprägt sind, die sich auch noch diametral gegenüberstehen.

Mit sozialistischen auf der einen und neoliberalen Standpunkten auf der anderen Seite fällt es erfahrungsgemäß schwer, einen Konsens zu finden.

Gesucht ist also eine objektivere Herangehensweise, die von Ideologien möglichst wenig beeinflusst ist.

Sinnvollerweise sollte dieses schwierige Thema in erster Linie dort Beachtung finden, wo die Auswirkungen auch am deutlichsten zu spüren sind: im Unternehmen.

Die richtige Vergütung ist Sache von Profis

Abhilfe kann ein professionelles Personalmanagement schaffen, um unter Beachtung sozialer und ökonomischer Aspekte eine nachhaltige Lösung zu finden.

Ein solches Personalmanagement sollte idealerweise sowohl die Unternehmenskennzahlen als auch die Menschen im Auge behalten, Gestaltungsmöglichkeiten ausloten und wo nötig auch die Quadratur des Kreises in Angriff nehmen.

Es kann Antworten darauf liefern, wie sich beispielsweise der Wechsel von einem fixen zu einem variablen Vergütungssystem auswirken könnte.

Ansprüche an ein modernes Vergütungssystem

Ein Vergütungssystem muss einer Reihe von Ansprüchen genügen. In erster Linie sollte es natürlich finanzierbar sein und in seiner Verwaltung nicht zu kompliziert, damit es sowohl von Arbeitnehmern als auch vom Arbeitgeber verstanden werden kann.

Ein Mindestmaß an Flexibilität ist ebenso wünschenswert, damit beispielsweise Zusatzgewinne darin Berücksichtigung finden können.

Eine besonders große Rolle spielt aber die Motivation, die sich durch eine leistungsgerechte Compensation ergibt.

Die „Kunst“ liegt nun darin, herauszufinden, wann und unter welchen Umständen Löhne und Gehälter einem leistungsgerechten Niveau entsprechen – und wessen Maßstäbe dafür zugrunde gelegt werden.

Der Trend geht zur variablen Vergütung

Ein Trend, der sich derzeit immer erfolgreicher durchsetzt, ist die variable Vergütung. Die Flexibilisierung der Arbeitskosten ist dabei längst nicht mehr nur ein Merkmal der Führungsetagen.

Auch Löhne und Gehälter der Mitarbeiter orientieren sich immer öfter an der Ertragslage des Unternehmens. Das gilt übrigens auch für die tarifgebundene Vergütung.

Insgesamt lässt sich derzeit also beobachten, dass der Anteil der variablen Vergütung an der Gesamtvergütung tendenziell zunimmt, wobei er mit ansteigender Hierarchieebene nochmals zunimmt.

Erfolg des Unternehmens und Leistung des Einzelnen bestimmen die Vergütung

Die variable Bezahlung lässt sich grob in erfolgs- und leistungsorientierte Komponenten unterteilen.

Im Mittelpunkt steht also neben dem Erfolg des Unternehmens auch die Leistung des einzelnen Mitarbeiters.

Anhand verschiedener Verteilungsschlüssel lässt sich die Gesamtsumme der variablen Entgeldbestandteile ermitteln.

Bei der multiplikativen Methode wird beispielsweise der Faktor Erfolgsorientierung mit einem Leistungsfaktor multipliziert.

Verschiedene Stellschrauben ermöglichen Unternehmen individuelle Wege zu gehen

Auf diesem Wege ergeben sich für das Unternehmen zusätzliche Stellschrauben, mit denen es auf eine sich ändernde Ertragslage reagieren kann.

In der Praxis hat sich vielerorts eine Reduzierung der Leistungskomponente durchgesetzt, die mit einer stärkeren Betonung des Erfolgsfaktors einhergeht.

Wirtschaftet das Unternehmen in solchen Fällen nicht erfolgreich, kann es demnach vorkommen, dass der Mitarbeiter gar keine variable Vergütung erhält.

Im umgekehrten Fall wird der Mitarbeiter bei sehr guter Ertragslage dafür umso besser entlohnt.

weiterführende Links zum Thema Vergütungsmanagement

Informationen zur Umantis-Software für leistungsgerechte Vergütung

Deutsche Gesellschaft für Personalführung e.V. zum Thema Vergütungsmanagement

Seminarunterlagen Erfolgreiches Vergütungsmanagement des Haufe Online Trainings

Wer schreibt hier eigentlich und warum?

Mein Name ist Peter Demmler und ich veröffentliche auf www.consultingunternehmen.net seit 2012 regelmäßig Blogbeiträge rund um die Themen Wirtschaft, Gesellschaft, Politik, Geschichte, Unternehmensberatung, Karriere und Büroarbeit.

Als bekennender, zeitgeist- und massenkritischer Freidenker interessiere ich mich insbesondere für alle aktuellen Entwicklungen, die einen grundlegenden Einfluss auf unser gemeinschaftliches Zusammenleben ausüben.

Das selbstständige Denken ist die wichtigste Ressource, die wir Bürger im 21. Jahrhundert haben. Lassen Sie uns gemeinsam alles dafür tun, den noch bestehenden Spielraum hierfür zu erhalten und erneut zu alter Geistesgröße auszubauen.

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