Aktuelles zum Thema Unternehmensberatung in Österreich

Das Thema Unternehmensberatung Österreich ist weit gefächert und erstreckt sich von der Managementberatung über fachliche Beratung (zum Beispiel bei speziellen IT- oder Ingenieursdienstleistungen oder Personalfragen) bis hin zum Interimsmanagement.

Vom Themenschwerpunkt her unterscheidet sich der österreichische Unternehmensberatungsmarkt jedenfalls nicht von anderen europäischen Beratungsmärkten.

Allerdings gibt es einen wesentlichen Unterschied, was die Begriffsbezeichnung „Unternehmensberater“ angeht. Während diese Berufsbezeichnung beispielsweise in der Bundesrepublik Deutschland keinen besonderen Schutz genießt, unterliegen die circa 16.000 Unternehmensberater in der Alpenrepublik der Gewerbeordnung.

Sie sind im Fachverband Unternehmensberatung und Informationstechnologie (UBIT) der Wirtschaftskammer Österreich organisiert.

Der Fachverband UBIT bietet seinen Mitgliedern unter anderem einen freiwilligen Versicherungsschutz (zum Beispiel eine Berufshaftpflichtversicherung) und bindet ihre Mitglieder an die speziellen Standesregeln („proEhtik“) des Verbandes.

Steuerlich dagegen werden die Unternehmensberater wie in der Bundesrepublik Deutschland auch unter die sogenannten Freien Berufe gezählt und behandelt.

Das Berufsbild des Unternehmensberaters in Österreich

Die Wirtschaftskammer hat das Berufsbild der Unternehmensberater klar umrissen. Demnach liegt die Priorität der österreichischen Unternehmensberater in der ganzheitlichen Beachtung eines Unternehmens, Betriebes beziehungsweise einer Organisation.

Im Unterschied zu anderen wirtschaftsberatenden Berufen, die vorrangig gegenwarts- bis vergangenheitsorientiert arbeiten, sollen sich Unternehmensberater schwerpunktmäßig an der Gegenwart und Zukunft der zu beratenden Organisation ausrichten.

Das heißt, die Arbeit der österreichischen Unternehmensberater zeichnet sich durch die Beratung und Assistenz (im Sinne von Hilfestellung) von Unternehmen aus, um diese bei der Bewältigung ihrer operativen Anforderungen zu unterstützen und zur mittel- bis langfristigen Erfolgssicherung des Unternehmens insgesamt beizutragen.

Der Unternehmensberater erbringt in diesem Zusammenhang Leistungen im administrativen, kommunikativen, wirtschaftlichen, technischen oder sozialen Bereich für seine Klienten.

Pflichten gegenüber dem Kunden stehen im Mittelpunkt

Als oberstes Ziel der Unternehmensberater formuliert die Wirtschaftskammer die Vermehrung und Wahrung von Chancen des Unternehmens und die Aufarbeitung und künftige Vermeidung von Risiken sowie die Unterstützung bei der Umsetzung von Maßnahmen (kurz- bis mittelfristig) und Strategien (mittel- bis langfristig) zur Zielerreichung, Chancenvermehrung und Risikoverminderung.

Der Unternehmensberater ist gegenüber dem Klienten weisungsungebunden und erbringt seine Leistung als Externer.

Zum einen soll dies seine Unabhängig garantieren. Zum anderen sollen dadurch betriebsinterne Betrachtungsweisen durch unabhängige und externe Sichtweisen erweitert werden.

Neben seiner Professionalität und seiner Ausbildung soll sich der Unternehmensberater darüber hinaus auch durch besondere Methoden- und Sozialkompetenzen auszeichnen.

Bei einer unvoreingenommenen Betrachtung des von der Wirtschaftskammer entwickelten Berufsbilds eines Unternehmensberaters stellt man schnell fest, dass diese formulierten und hier nur knapp dargestellten Anforderungen sich auf alle Beratermärkte übertragen lassen.

Selbst ohne dieses formulierte Berufsbild sollten Unternehmen, die sich externe Beratungsdienstleistungen ins Haus holen wollen, auf diese Qualitäten und Anforderungen achten.

Der Vorteil eines solchen ausformulierten Berufsbildes ist, dass Unternehmen dadurch eine Art „roten Faden“ erhalten, an dem sie ihre Anforderungen an ein Beratungsunternehmen entwickeln können und Beratungsleistungen anhand dieser Kriterien bewerten können.

Unternehmensberater dagegen können mit der Einhaltung dieses Berufsbildes werben und entsprechende Qualitätsstandards vorweisen.

Zur Struktur des Beratungsmarktes in Österreich

Auch hierzulande dominieren die großen und weltweit agierenden Beratungsunternehmen den Beratermarkt, ähnlich wie in der Bundesrepublik Deutschland.

Daher ist es nicht verwunderlich, dass der österreichische Beratungsmarkt durch fast die gleichen internationalen Beratungsunternehmen dominiert wird.

Zu den zehn größten aktiven Unternehmensberatungen gehören unter anderem die Accenture GmbH, Arthur D. Little Austria GmbH, A.T. Kearney GmbH, Bain & Company Gemany Inc., The Boston Consulting Group GmbH, Booz Allen & Hamilton GmbH, Capgemini Consulting Österreich AG, Ernst & Young Steuerberatungs- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaft mbH, Mercer (Austria) GmbH, McKinsey & Company Inc., Roland Berger Strategy Consultants GmbH.

Diese großen Beratungshäuser bieten unterschiedliche Beratungsleistungen (Management-, Strategie-, IT- sowie Organisations- und Personalentwicklungsberatung) aus einer Hand an. Daneben gibt es noch eine Vielzahl kleiner und mittelgroßer Beratungsunternehmen, die sich auf eine oder wenige Beratungsbereiche spezialisiert haben und überaus erfolgreich sind.

Etwa 55 Prozent aller Beratungsdienstleistungen fallen auf die klassische Management- und Strategieberatung, 21 Prozent auf Beratungen rund um das Thema Outsourcing und etwa 19 Prozent auf IT-Beratung, beispielsweise Systementwicklung und -integration sowie Sicherheit in der Informationstechnologie.

Während insbesondere die klassische Management- und Strategieberatung von den international agierenden Beratungsunternehmen bedient wird, decken klein- und mittelständische Unternehmensberatungen vor allem die Nachfrage nach IT- und Personalentwicklungsberatung.

Auch Themen wie Outsourcing oder wissensbasierte Dienstleistungen werden von diesem Zweig der Unternehmensberatungen bedient.

Entwicklungen und Trends im österreichischen Beratungsmarkt

Der österreichische Beratungsmarkt unterscheidet sich schon von seiner Größe gegenüber den Beratungsmärkten Großbritanniens oder der Bundesrepublik Deutschland.

Auf diese beiden Länder entfallen insgesamt zwei Drittel des Umsatzes mit Beratungsdienstleistungen innerhalb der Europäischen Union. Die Alpenrepublik spielt in diesem Ranking im vorderen Mittelfeld unter den zehn größten Beratungsmärkten eine nicht unbedeutende Rolle.

In den vergangenen Jahren lag die Alpenrepublik in diesem Ranking meist noch vor der sonst traditionell eher beratungsstarken Schweiz. Vor allem der Export von Dienstleistungen ist für viele österreichische Unternehmen ein wichtiger Grund, einen Unternehmensberater ins Haus zu holen.

Süd- und Osteuropa als Zielmarkt stark vertreten

Der Dienstleistungsexport konzentriert sich dabei nicht nur auf die westeuropäischen, sondern verstärkt auch auf die osteuropäischen Länder. Diese Entwicklung ist zum Teil historisch bedingt und wird durch die Erweiterung der Europäischen Union nach Osten hin weiter befördert.

Im Zuge der anstehenden möglichen Aufnahme einiger Balkanländer in die EU eröffnen sich hier für österreichische Beratungsunternehmen neue Märkte.

Dabei spielt nicht nur die Angleichung der öffentlichen Systeme der Beitrittskandidaten eine wichtige Rolle, sondern vor allem die private Wirtschaft, die ihrerseits an den neuen Möglichkeiten des Exports in die anderen EU-Staaten teilhaben möchte.

Auch hier profitieren österreichische Beratungsunternehmen von den traditionell guten wirtschaftlichen und politischen Verbindungen in diese Region.

IT- und Finanzdienstleistungsberatung als Zugpferd des Wachstums

Wissensbasierte Beratungsleistungen bilden auch langfristig einen Trend auf dem Beratungsmarkt. Hierbei spielt die IT-Beratung eine besondere Rolle, vor allem im Bezug auf Sicherheit in der IT von klein- und mittelständischen Unternehmen.

Die Wirtschaftskammer und der Fachverband UBIT fördern die Entwicklung auf diesem Feld der Unternehmensberatung beispielsweise durch „Constantinus“, dem regelmäßig verliehenen österreichischen Beratungs- und IT-Preis, den regelmäßigen „Österreichischen IT & Beratertag“ sowie durch die Qualitätsakademie „incite“ des Fachverbands UBIT.

Für Unternehmen, die ins Land kommen, sind vor allem Beratungsleistungen aus dem Bereich Finanzdienstleistungen interessant. Zum einen, um sich mit den steuerrechtlichen Anforderungen vor Ort vertraut zu machen.

Auf der anderen Seite stehen die steuerlichen Anreize, die den Wirtschaftsstandort für viele Unternehmen attraktiv machen. Ebenfalls eine wichtige Rolle spielen Finanzdienstleistungen auch für private Investoren und Anleger, die ihr Kapital gewinnbringend anlegen wollen.

Österreich als Wirtschafts- und Beratungsstandort

Wer heute an Österreich denkt, der denkt in aller Regel zunächst an ein kleines Alpenland. Eine Republik, die mit viel Beschaulichkeit und dem Charme ihrer Menschen zu einem der beliebtesten Urlaubsziele in Europa geworden ist.

Urlauber aus aller Welt kommen ins Land, denn einsame Almen, eine nahezu unberührte Natur und die Einzigartigkeit der Alpen paaren sich mit den Möglichkeiten, auch in großen Metropolen des Landes Urlaub zu machen.

Tatsächlich aber ist das Land mehr. Längst hat das rund 8,5 Millionen Einwohner zählende Land den verschlafenen Charme vergangener Jahrzehnte und den Hauch der Monarchie hinter sich gelassen und mit einer völlig neu ausgerichteten Industrie dafür gesorgt, dass neben dem Tourismus auch viele innovative Unternehmen entstanden sind und den Wohlstand im Land sichern.

Die wirtschaftlichen Rahmendaten Österreichs

Das Land erwirtschaftet heute ein Bruttoinlandsprodukt von rund rund 310 Milliarden Euro pro Jahr, was umgerechnet rund 36.700 Euro pro Einwohner entspricht.

Die Zweite Republik, 1945 gegründet und 1955 von den Besatzungsmächten in die Neutralität entlassen, bietet heute Jobs für rund 3,4 Millionen Menschen. Weniger als 5 Prozent der Erwerbstätigen sind arbeitslos gemeldet, was die zweitniedrigste Rate in Europa darstellt.

Schon immer, insbesondere vor 1989, hat die Alpenrepublik aufgrund seines außenpolitisch sehr neutralen Standes für internationale Kontakte gesorgt. Ein Umstand, der auch dazu geführt hat, dass die Finanzwirtschaft heute eine wichtige Rolle spielt.

Nach dem Ende des Kalten Krieges waren es vor allem österreichische Banken, die sich in Ost- und Südosteuropa stark engagierten und dieser Region wichtige Kredite gewährten. Die größte Börse des Landes ist dabei die CEE Stock Exchange Group mit ihrer Tochtergesellschaft, der Wiener Börse.

Land- und Forstwirtschaft spielen wichtige Rolle

Traditionell spielte der Bergbau eine herausragende Rolle, hat aber wie in anderen Ländern auch zunehmend an Bedeutung verloren. So gibt es den wichtigen Bleibergbau nicht mehr, und auch die überwiegende Zahl der Eisenerz- und Braunkohlen-Abbaustätten ist zwischenzeitlich nicht mehr in Betrieb.

Von eminenter Wichtigkeit ist dagegen nach wie vor der Abbau von Salz, Steinsalz und Sudsalz, welche in großen Mengen gefördert werden. Braunkohle wird heute nur noch an einem einzigen Standort gefördert. Noch heute sind etwa 5.000 Beschäftigte im Bergbau tätig, allerdings arbeitet die überwiegende Zahl von ihnen in Stein- und Schottergruben.

Aufgrund der regionalen Gegebenheiten spielt die Land- und Forstwirtschaft in der Alpenrepublik von jeher eine herausragende Rolle. Etwa 85 Prozent der Fläche werden für diesen Bereich genutzt, davon etwa 45 Prozent für land- und etwa 40 Prozent für forstwirtschaftliche Zwecke.

Im Gegensatz zu anderen mitteleuropäischen Staaten ist die Landwirtschaft aber sehr kleinteilig organisiert und wird meist durch Einzelbauern betrieben.

Öko-Landwirtschaft sichert stabile Einkommen

Aufgrund des enormen Preisdruckes suchen viele Landwirte einen Ausweg in der Konzentration auch hochwertige und ökologisch produzierte Produkte. Inzwischen werden in Österreich etwa 20.000 Biobauern gezählt, die etwa ein Siebtel der Gesamtfläche bewirtschaften.

Mit ihrem Engagement hat es das Land geschafft, innerhalb der Europäischen Union zum am dichtesten besiedelten Land der Biobauern zu werden. Natürlich gibt es noch einen zweiten Grund, warum die ökologisch ausgerichtete Landwirtschaft besonders intensiv vertreten ist. Traditionell koppeln viele Bauern die Arbeit auf den Höfen und Almen mit dem Tourismus.

Tourismus kurbelt die Wirtschaft an

Das Fremdenverkehrsgewerbe, das wegen der Alpen, der Granit- und Gneishochlandschaft boomt, spült jedes Jahr mehr als 21 Milliarden Euro in die Kassen der Einheimischen. So ist es wenig verwunderlich, dass der Tourismus rund zehn Prozent aller Arbeitsplätze stellt.

Gleichmäßig auf den Sommer wie auf den Winter verteilt profitieren alle Regionen des Landes von ihrer einzigartigen Natur und einem inzwischen sehr modern gestalteten Tourismus.

Längst sind Wanderungen nicht mehr nur für alte Herrschaften interessant. Man hat es in den zurückliegenden Jahren sehr geschickt geschafft, sich ein Image als junges, als familienfreundliches und als Land der vielen Möglichkeiten zu verpassen.

So sind die jährlich mehr als 34 Millionen Besucher und mehr als 126 Millionen Übernachtungen Ausdruck einer sehr positiven Entwicklung, von der natürlich alle Bereiche rund um den Tourismus profitieren – von der Gastronomie bis zum Verkehrswesen, von der Hotellerie bis zum Einzelhandel.

Da der Tourismus naturbedingt oftmals auch in schwer zugänglichen Alpenregionen stattfindet, wird nicht nur auf die eigene Herstellung von Produkten wie Milch oder Käse gesetzt.

Auch der Handel hat inzwischen vielfache Möglichkeiten gefunden, um über Seilbahnen oder Hubschrauber extrem abgelegene Hütten zu versorgen.

Österreich – Transitland in alle Himmelsrichtungen

Natürlich spielt das Verkehrswesen für das Land eine wichtige Rolle, kein Wunder bei der Zahl der in- und ausländischen Touristen. Mit mehr als 2.100 Kilometern an Autobahnen und rund 10.000 Kilometern Bundesstraßen ist das Land gut erschlossen und bietet in allen Regionen auch Transportdienstleistern komfortable Möglichkeiten.

Auf der Schiene sind es vor allem die Österreichischen Bundesbahnen, die für einen reibungslosen Transport sorgen. Darüber hinaus gibt es noch einige kleine Bahnunternehmen, die in der Fläche aktiv sind und oftmals auch touristische Bedeutung haben.

Die Schifffahrt wird vor allem über die Donau abgewickelt, wobei sie sich auf den Gütertransport konzentriert. Die Personenschifffahrt ist fast ausschließlich zu touristischen Zwecken zu finden.

Schließlich gibt es mit der Luftfahrt noch einen wichtigen Verkehrszweig, der die Alpenrepublik an den Rest der Welt anbindet. Austrian Airlines oder Niki als Billigfluggesellschaft sind renommierte Unternehmen, die inzwischen zahlreiche Länder und internationale Airports anfliegen. Der Flughafen in Wien ist dabei der wichtigste Airport des Landes.

Leistungsstarke Industrie als Rückgrat der Wirtschaft

Im verarbeitenden Gewerbe kann man sich auf eine Industrie stützen, die inzwischen modern und enorm leistungsstark ist. Dabei ist das Land konsequent den Weg der Privatisierung gegangen, so dass einst staatliche Unternehmen wie die OMV AG, Voestalpine AG Austria Metall oder Steyr Daimler Puch zu außerordentlich leistungsfähigen Unternehmen im Privatsektor geworden sind.

Im Zuge des Strukturwandels und einer veränderten Einstellung zur Energiegewinnung ist das Land Vorreiter bei der Nutzung erneuerbarer Energien geworden.

Österreich ist Vorreiter bei den Erneuerbaren Energien

Da der Atomsperrvertrag eine Nutzung von Kernenergie untersagt, gibt es keine Atomkraftwerke im Land. So hat sich eine potente Industrie zur Nutzung regenerativer Energien etabliert. 60 Prozent aller Energie wird aus Wasserkraft gewonnen, zahlreiche Speicherkraftwerke sorgen dafür, den Energiebedarf auch bei Schwankungen sicherzustellen.

Seinen Bedarf an Erdgas deckt das Land vor allem durch Importe, wobei das Erdgas überwiegend aus Saudi-Arabien importiert wird. Im Land selbst gibt es nur eine einzige Raffinerie.

Wissenschaft und Wirtschaft ergänzen sich gegenseitig

Zunehmend setzt man auch auf seine Attraktivität als Wissenschaftsstandort und will auf diese Weise den Bedarf an hochqualifizierten Fachkräften, aber auch an einer engen Vernetzung aus Forschung und Lehre decken.

Neben mehr als 20 staatlichen Universitäten, darunter in Wien, Graz, Innsbruck und Linz, gibt es auch eine wachsende Zahl privater Bildungseinrichtungen, die mit ihren Konzepten darum ringen, Österreich für die Zukunft fit zu machen.

Und tatsächlich sind heute in der Republik mehr als 270.000 Studenten eingeschrieben, die in allen Bereichen von Wissenschaft und Technik ausgebildet werden.