Spielerberatung – Das große Geschäft mit dem Sport

Ein Spielerberater, wie es im FIFA-Reglement für Spielervermittler heißt, ist, „wer regelmäßig und gegen Entgelt Spieler mit einem Verein zur Begründung eines Arbeitsverhältnisses beziehungsweise zwei Vereine zur Begründung eines Transfervertrages zusammenführt“. Er ist also gewerblich tätig. Große Teile seiner Aufgaben sind gewerblicher Natur (siehe auch BFH IV R 59/97).

Mehrere Berufe eignen sich zum Spielerberater

Zumeist sind Rechtsanwälte, Betriebswirte oder Personen aus dem Finanz- beziehungsweise Marketingbereich als Vermittler von Spielern tätig. Gerade im Profifußball bis zur Dritten Liga sind Spielerberater tätig.

Auch zahlreiche talentierte U19-Spieler haben bereits einen Berater, um die Karriere frühzeitig in die richtigen Bahnen zu lenken.

Neben dem Fußball ziehen Spielerberater auch etwa im Eishockey, Handball, Basketball und Motorsport die Fäden im Hintergrund.

In erster Linie haben die Berater die Aufgabe, zwischen Spieler und Vereinsmanagement zu vermitteln.

Dabei kann es sich um einen Transfer handeln oder um die Verlängerung eines Vertrages.

Meist treffen sich Spielerberater und Spieler zunächst mit dem Manager (und vielleicht auch mit dem Trainer) des potentiell neuen Vereins zu Vorgesprächen.

Die Spielerberatung erfüllt viele Funktionen

Sind sich die Parteien einig über einen Wechsel des Spielers, so wird der alte Verein kontaktiert. Das Gehalt des Spielers und andere Vertragsbedingungen bespricht der Vermittler alleine mit seinem neuen Arbeitgeber.

Dabei hat der Spielerberater stets die sportliche Perspektive des Spielers im Auge zu behalten. Meistens geht die Tätigkeit des Spielerberaters über die – eigentlich vom Reglement nur vorgesehene Vermittlerrolle – weit hinaus.

Die meisten handeln Verträge aus, setzen Verträge auf und beraten in sportlichen, rechtlichen, wirtschaftlichen und steuerlichen Fragen. Sogar um Versicherungen oder – oft bei ausländischen Spielern – um Privates kümmern sich Spielerberater häufig.

Lukrative Provisionen machen die Branche sehr interessant

Für die erfolgreiche Vermittlung bekommen Spielerberater eine Provision, die sich regelmäßig bei 8 bis 12 Prozent des (neuen) Brutto-Monatsgehalts des Spielers bewegt. Üblicherweise zahlt der Verein die Summe.

Nach den FIFA-Regeln sind Spielervermittler allerdings verpflichtet, innerhalb eines Transfers nur die Interessen einer Partei zu vertreten.

Es gibt daher Bestrebungen, dass nicht die Vereine, sondern der Spieler selbst die Provision an den Berater zahlt, zumal der Bundesfinanzhof 2013 entschieden hat, dass die Vereine für die nicht erbrachten Leistungen des Beraters keinen Vorsteuerabzug geltend machen können.

Berater arbeiten eben nicht für die Vereine, sondern für ihren Klienten, den Spieler.

Voraussetzungen für die Tätigkeit als Spielerberater

Vermittler brauchen grundsätzlich eine Lizenz (Ausnahmen: Rechtsanwälte). Beim Fußball ist das Bestehen einer Prüfung die einzige Hürde.

Zwar ist die Durchfallquote hoch, dafür kann jeder die Prüfung absolvieren, der eine Berufshaftpflichtversicherung vorlegt.

Die Prüfung umfasst Regelungen der FIFA, Transferrecht sowie Vorschriften des DFB und der DFL (Ligaverband). Die meisten Spielerberater verfügen über keine Lizenz.

In der Praxis spielt das aber auch dann keine Rolle, wenn ein Club einen Spieler, der von einem nicht lizenzierten Vermittler betreut wird, unbedingt haben möchte.

Kontakte sind das Schmiermittel der Branche

Wichtig ist, dass die Berater über die notwendigen Kontakte verfügen. Viele Spielervermittler sind deshalb Ex-Profispieler oder haben einschlägige Berufserfahrung im Sportbereich.

Vor allem juristische Kenntnisse sind wichtig für diesen Beruf. Berater, die keine Rechtsanwälte sind, müssen bei Vertragsangelegenheiten oftmals einen Juristen hinzuziehen.

Der Berater muss auf jeden Fall den Markt kennen, sich in Finanzfragen auskennen und seine Kontakte zu den Verantwortlichen in den Vereinen pflegen. Menschenkenntnis, Zuverlässigkeit und Verhandlungsgeschick sind ebenfalls notwendig.

Zweifelhafter Ruf begleitet die Branche

Auf dem Markt gibt es viele unseriöse Agenturen für Spielerberatung, die ihren Klienten schlecht beraten. Gepaart mit dem Gedanken, dass einige Spielerberater oft zu wenig im Sinne der sportlichen Karriere des Spielers handeln, sondern vor allem Geld verdienen wollen, haben Spielerberater einen eher schlechten Ruf.

Die möglichen hohen Provisionen locken viele schwarze Schafe an, zumal talentierten Spielern immer höhere Gehälter gezahlt werden und über immer höhere Transfersummen verhandelt wird.

Wer schreibt hier eigentlich und warum?

Mein Name ist Peter Demmler und ich veröffentliche auf www.consultingunternehmen.net seit 2012 regelmäßig Blogbeiträge rund um die Themen Wirtschaft, Gesellschaft, Politik, Geschichte, Unternehmensberatung, Karriere und Büroarbeit.

Als bekennender, zeitgeist- und massenkritischer Freidenker interessiere ich mich insbesondere für alle aktuellen Entwicklungen, die einen grundlegenden Einfluss auf unser gemeinschaftliches Zusammenleben ausüben.

Das selbstständige Denken ist die wichtigste Ressource, die wir Bürger im 21. Jahrhundert haben. Lassen Sie uns gemeinsam alles dafür tun, den noch bestehenden Spielraum hierfür zu erhalten und erneut zu alter Geistesgröße auszubauen.

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