Weiterbildungsberatung

Der deutsche Markt für berufliche Weiterbildung und damit die Weiterbildungsberatung selbst befinden sich in einem starken Wandel. Noch bis zur Mitte des Jahres 2017 dominierten Unternehmen den Markt, die überwiegend durch die Arbeitsagenturen, also durch die öffentliche Hand, finanziert worden sind.

Die aktuelle Entwicklung des Weiterbildungsmarktes

Viele Arbeitslose erhielten vom Amt sogenannte Bildungsgutscheine mit dem Ziel, sie für den Arbeitsalltag fit zu machen. Dabei steuerte die Arbeitsagentur die Zahl der Weiterbildungen und wählte die Branchen aus, für die gezielt Kurse zur Verfügung gestellt wurden.

Zur Zeit werden besonders Weiterbildungen im Pflegebereich angeboten, um den Bedarf an Fachkräften in diesem Bereich zu decken. Oftmals gingen jedoch die Weiterbildungsinitiativen der Arbeitsämter in den letzten Jahren am Bedarf der Wirtschaft vorbei. Trotz erfolgreich absolvierter Fortbildung ist es vielen Arbeitslosen nicht gelungen, eine feste Anstellung zu finden.

Inzwischen hat die Agentur für Arbeit angekündigt, die Weiterbildungsangebote deutlich zu verringern. Bis zum Jahr 2018 sollen im Bereich der Arbeitsmarktförderung 15 Milliarden Euro eingespart werden. Das hat drastische Veränderungen am Weiterbildungsmarkt zur Folge. Die Weiterbildungsinstitute müssen ihre Angebote umstellen und sie so attraktiv machen, dass Klienten diese finanzieren werden.

Die Weiterbildungen und Schulungen müssen flexibel und individuell anpassbar sein, sie müssen genau den Bedürfnissen des Unternehmens entsprechen. Ein Trend, der zu einer Bereinigung des Weiterbildungsmarktes führen wird.

Neben den öffentlich oder betrieblich finanzierten Weiterbildungen gibt es außerdem noch Anbieter, bei denen die Kurse und Seminare durch die Teilnehmer selbst finanziert werden. Dieser Markt ist sehr stabil und kann auch weiterhin gute Wachstumsaussichten vorweisen.

Neue Dienstleistung – Die Weiterbildungsberatung

Jedes Weiterbildungsunternehmen, das auch künftig erfolgreich am Markt teilnehmen möchte, muss sich seine Kunden in der privaten Wirtschaft suchen. Das bedeutet vor allem, dass es seine Angebote jetzt genau auf den Bedarf der Betriebe ausrichten muss. Eine Möglichkeit ist, mit ausgewählten Unternehmen eine enge Kooperation einzugehen und ihnen eine Beratung für Bildung anzubieten.

Diese ist für beide Seiten von Nutzen. Die Firma erkennt, welche Schulungen für Ihre Mitarbeiter notwendig sind. Dafür werden die Entwicklung der Auftragslage, die Unternehmensplanungen der nächsten Jahre und auch die Entwicklung der Personalstruktur genau analysiert. Welche Kenntnisse und Fähigkeiten müssen die Mitarbeiter besitzen, um die betrieblichen Vorgaben effektiv umzusetzen?

Welche neuen Märkte sollen erschlossen werden? Dabei geht es unter anderem um den Einsatz computergestützter Technik, es geht um Beherrschung von Software, aber auch um soziale Fähigkeiten oder spezielle Sprachkenntnisse. Das Weiterbildungsinstitut kann dann genau die Kurse entwickeln, die das Wirtschaftsunternehmen benötigt.

Damit erfährt es ganz genau, was aktuell nachgefragt wird und kann die Weiterbildungsmaßnahmen dann auch anderen Kunden anbieten. Maßnahmen, die in großen Firmen erfolgreich durchgeführt wurden, können durchaus auch für kleine Betriebe nützlich sein, wie zum Beispiel Schweißerlehrgänge, Softwareschulungen oder Führungsseminare.

Künftig verstärkt gefragt – Qualität und Effizienz

Betrieblich finanzierte Weiterbildungen erfordern ein Umdenken der Institute für Weiterbildung. Die Praxis der Arbeitsagenturen, die Aufträge an den billigsten Anbieter zu vergeben, führte zu einem Preiskampf, bei dem die Qualität letztendlich vernachlässigt wurde. Der Erfolg einer Maßnahme war nicht prüfbar. Zu viele andere Faktoren waren entscheidend dafür, ob der Arbeitslose danach einen Job bekam.

Das wird nun anders sein. Die Kunden werden genau Rechenschaft fordern, welche Inhalte vermittelt wurden und wie viele Teilnehmer die Kurse erfolgreich beendet haben. Die Ergebnisse werden in der betrieblichen Arbeit sofort sichtbar sein. Nicht der günstigste Anbieter wird mit der Weiterbildung beauftragt, sondern der mit dem besten Kosten-Nutzen-Verhältnis. Qualitativ hochwertige Ausbildung darf seinen Preis haben.

Gut ausgebildetes und motiviertes Personal ist für die Betriebe ein Vorteil im Wettbewerb. Die Institute müssen solche Kursformen entwickeln, die sich flexibel an die Unternehmensabläufe anpassen, sei es an einen Schichtbetrieb oder an einen hohen Anteil ausländischer Arbeitnehmer.

Neue Ausbildungsformen bestimmen den Markt

Die Umstellungen, die in den Weiterbildungsinstituten notwendig sind, um erfolgreich zu sein, können vielfältig sein. In Großbetrieben wird es einfacher, wenn die Seminare vor Ort stattfinden, vielleicht auch sogar mit betriebseigener Technik. Die Ausrüstungsgegenstände werden spezifischer sein, die Anschaffung solcher Geräte muss überlegt sein.

Große Schulungsgebäude mit kostenintensiver Computertechnik werden damit überflüssig. Die Anzahl der fest angestellten Lehrkräfte wird sich verringern. Künftig sind Fachleute aus der Wirtschaft gefragt. Damit wird der Anteil an Honorarkräften zunehmen. Bei Kursen, die jetzt noch über die Bildungsgutscheine des Arbeitsamtes abgerechnet werden, sinken die Teilnehmerzahlen.

Trotzdem ein breit gefächertes Kurssystem anzubieten erfordert höhere Anstrengungen. Kooperationen mit anderen Weiterbildungsinstituten oder die Nutzung von E-Learning-Systemen können hier ein Ausweg sein. Der Trend zur betrieblich finanzierten Weiterbildung erfordert ein ausgedehntes Marketing der Institute. Unternehmen müssen aktiv umworben und intensiv betreut werden, um in diesem privaten Segment Erfolg zu haben.

Beratungsstellen und weiterführende Verweise

Nachfolgend finden Sie eine fortlaufend wachsende Liste mit den wichtigsten Anlaufstellen und Informationsquellen zum Thema Weiterbildungsberatung in Deutschland.

Infotelefon des Bundesministeriums für Bildung und Forschung

Ein sehr interessanter Einstieg in die eigene Weiterqualifizierung ist das Infotelefon des BMBF. Hier können Sie sich als Bürger wochentags von 9.00 bis 17.00 Uhr zu ihren individuellen Weiterbildungschancen beraten lassen. Die qualifizierten Weiterbildungsberater zeigen Ihnen für Sie passende Wege auf und klären mit Ihnen auch Fragen zu den Kosten und gegebenenfalls Finanzierungsmöglichkeiten ihrer beruflichen Weiterbildung. Hier kommen Sie zur Website: Infotelefon des BMBF

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