Das sind die aktuellen Trends in der Unternehmensberatung

Das einzig Konstante ist der Wandel

Als Folge der Finanzkrise haben große Wirtschaftsunternehmen, und damit Auftraggeber für die Beratungsbranche, Budgets und Mandate zusammengestrichen. Selbstkritische Erkenntnisse in Beraterkreisen, dass die bis dato vertretenen Empfehlungen oft zu kurzsichtig und auf das eigentliche Kerngeschäft ausgelegt waren, ließen die Begehrlichkeiten in Richtung Mittelstand wandern, der von jeher bevorzugt langfristig denkt.

Dieser benötigt aber naturgemäß weniger eine globale Strategieberatung, sondern insbesondere eine praktisch-operative Unterstützung des Managements. Dass in der Folge der wirtschaftlichen Verschiebungen hier zunehmend die Branchengrößen unter den Unternehmensberatern anzutreffen sind, ist dem zunehmenden Druck geschuldet.

Trend I – Allrounder gefragt

Der gute Name reicht nicht mehr aus, um an lukrative Beratungsaufträge zu gelangen. Die finanziell schwergewichtigen Wirtschaftsprüfungen, wie zum Beispiel PricewaterhouseCoopers oder Deloitte, kaufen sich Beratungskompetenz im großen Stil ein. So stellen Sie als Full-Service-Anbieter eine echte Konkurrenz zu den renommierten Unternehmensberatergesellschaften dar.

Es ist also auf der einen Seite eine Konzentration zu verzeichnen, die sich auch auf zusätzliche Services, wie zum Beispiel IT-Entwicklung oder Strategy Consulting, ausdehnt. Ein praktisches Beispiel dafür hat Deloitte geliefert, der mit der Übernahme von Monitor nun auch im strategischen Bereich den bislang unangefochtenen Spezialisten Konkurrenz machen kann.

Trend II – Spezialisierung wird groß geschrieben

Auf der anderen Seite sind die Erarbeitung, Besetzung und Verteidigung von Marktnischen durch Spezialisierung für viele Unternehmensberatungen die geeignete Strategie, um sich gegen die Übermacht der Branchengrößen behaupten zu können. Geeignete Felder können dabei neben der IT-Entwicklung auch das Personalmanagement sein. Zwar wird es auch bei den Spezialisten zu Übernahmen kommen, allerdings sind die Chancen mit innovativem Know-how und kreativen Ansätzen sehr gut, sich insbesondere im Mittelstand oder durch Zusammenarbeit zu behaupten.

Eine ähnlich gelagerte Entwicklung lässt sich aber auch in der Industrie selbst feststellen, die zunehmend mit Inhouse Consulting arbeitet. Die innerhalb des Unternehmens etablierte Full-Service- Unternehmensberatung muss sich dabei genauso an Ausschreibungen für Projekte beteiligen, wie externe Berater, hat allerdings den Vorteil, dass die internen Abläufe und Eigenheiten bekannt und spezifisches Branchenwissen vorhanden sind.

Trend III – Kundenverhalten ändert sich

Die Erkenntnisse aus den vergangenen Jahren lassen Unternehmen vorsichtiger werden, wenn es um hochdotierte Beratungsaufträge geht – und der wachsende Konkurrenz- und damit Preisdruck in der Unternehmensberatungsbranche spielt ihnen in die Hände. Bei der Auswahl entscheidet nicht mehr das Renommee, sondern insbesondere die vorzuweisenden Erfolge in der Umsetzung, die sich klar an Resultaten messen lassen.

Dies sind zunehmend die stärksten Argumente. Kleine, überschaubare und detailliert abrechenbare Projekte setzen sich gegen großvolumige Aufträge ebenso durch wie die erfolgsabhängige Vergütung. Es geht immer häufiger um die schnell messbare Optimierung der Managementqualität, die die ausführlichen Analysen ablösen. Der Schwerpunkt aus Kundensicht liegt also auf der pragmatischen und zügigen Umsetzbarkeit sowie messbaren Resultaten in kleineren Projekten.

Trend IV – andere Themen im Mittelpunkt

Sicher auch als Folge der Ereignisse der letzten Jahre stehen Beratungen zum großen Thema Coporate Governance und den damit verbundenen effektiven Controlling-Instrumenten ganz oben auf der Themenliste. Darüber hinaus fordern die globalisierten Märkte eine Konzentration auf Supply-Chain-Management-Konzepte, die Spezialisierung und Konzentration erfordern und unternehmensübergreifend gestaltet werden müssen.

IT-gestützte Prozessoptimierungen sind hier unerlässlich und stellen ein stark nachgefragtes Beratungssegment dar. Ein weiterer Schwerpunkt sind die Kundenbeziehungen, die mit Hilfe neuer Technologien auf eine andere Qualität gehoben werden sollen. Dabei geht es aber nicht nur um technologische Neuerungen. Insbesondere die konzeptionelle Gestaltung, wie zum Beispiel Kundensegmentierung, Marketing- und Vertriebsstrategien sowie -organisation, stehen im Beratungsmittelpunkt.

Trend V – neue Branchen mit verstärktem Beratungsbedarf

Waren bisher die größten Auftraggeber für Unternehmensberatungen im gesamten Finanzbereich, der IT- und Telekommunikationsbranche sowie dem Maschinen- und Anlagenbau zu finden, geht diese Nachfrage permanent zurück, was nicht zuletzt den Inhouse-Beratungstrends zuzuschreiben ist.

Andere Bereiche der Wirtschaft, aber auch Einrichtungen der öffentlichen Hand, geraten dafür immer mehr unter Marktdruck, so dass die Dienstleistungen der Unternehmensberatungen stärker nachgefragt werden.

Ein sehr gutes Beispiel ist die Energie-Branche, in der sich die Anbieter gerade vor dem Hintergrund der Energiewende mit neuen Konzepten und gegen starke Wettbewerber am Markt behaupten müssen. Auch im Gesundheitswesen bringt mehr Transparenz größeren Wettbewerbsdruck und damit Betätigungsfelder für Berater.

Trend VI – Veränderungen in der Beraterzunft selbst

Work-Life-Balance, flexible Arbeitszeitmodelle und die Möglichkeit zur Teilzeitarbeit sind nur einige Eckpunkte, auf die die junge Beratergeneration großen Wert legt. Die Zeiten der exzessiven Arbeitsbelastung sind vorbei, wie zum Beispiel die Einführung der Personal Time im Unternehmen McKinsey eindrücklich zeigt. Unternehmensberatungen müssen sich attraktiv machen, wollen sie talentierten Beraternachwuchs einstellen.

Datum der letzten Aktualisierung

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