Informationen zum Thema Unternehmensberatung in der Schweiz

Der Schweizer Beratungsmarkt gilt als einer der umsatzstärksten und stabilsten Märkte für Unternehmensberatung in Europa. Zwar liegen Großbritannien und Deutschland, was die Größe des Marktes und das Umsatzvolumen beträgt, mit Abstand weit vor der Schweiz, doch zeichnet sich der schweizerische Beratungsmarkt durch ein sehr stabiles Wachstum aus. Nachfolgend finden Sie daher die wichtigsten Fakten zum Thema Unternehmensberatung in der Schweiz.

In der Schweiz ticken die Uhren anders als in Deutschland

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Professionalisierung und Individualisierung bestimmen den Markt

Schweizer Unternehmen fragen nach wie vor „Standardthemen“ nach. Das heißt, Leistungsverbesserung, Kosten- und Liquiditätsmanagement, Restrukturierung et cetera sind für viele Unternehmen der Hauptgrund sich eine Unternehmensberatung ins Haus zu holen.

Allerdings zeichnet sich hier langsam eine Art Sättigung ab. Das heißt, dass viele Schweizer Unternehmen, die meisten sogar mehrfach, eine Optimierung zur Verbesserung ihrer angestrebten Unternehmensziele und Ergebnisse durchlaufen haben. Das bedeutet für viele Beratungsunternehmen, dass aus den Auftraggebern meist nur noch begrenzte Effizienzgewinne herauszuholen sind.

Insgesamt gesehen hat sich der Schweizer Beratungsmarkt bisher positiv entwickelt. Daher rechnen die Beratungsunternehmen auch für 2016 mit einer positiven Entwicklung. Dabei lässt sich vor allem unter den Kunden ein Trend beobachten hin zu einer immer stärkeren Professionalisierung und Individualisierung.

Beratungsunternehmen werden immer stärker mit kundenspezifischen Problemen konfrontiert, die einen hohen Grad an Professionalisierung der Berater und Individualisierung der Beratungsleistung erfordern. Neben die klassische Unterstützung bei der Strategieentwicklung tritt auch immer mehr der Wunsch der Kunden, dass die Unternehmensberater die Umsetzung der vorgeschlagenen Maßnahmen aktiv begleiten und sicherstellen.

Dieser neue Trend hat dazu geführt, dass große wie kleine Beratungsunternehmen nicht nur auf der Suche nach begabten Hochschulabgängern sind, sondern vermehrt berufserfahrene Quereinsteiger nachfragen, um den kundenspezifischen Ansprüchen nach Professionalisierung und Individualisierung entsprechen zu können. Das führt unter anderem auf Seiten der Kunden zu einem neuen Selbstbewusstsein.

Heute zahlen Schweizer Unternehmen nicht mehr einfach nur für ein Team einer namhaften Unternehmensberatung oder für Konzepte. Resultate und Ergebnisse stehen im Mittelpunkt und damit einhergehend die zunehmende Kopplung der Honorare an den Erfolg der vorgeschlagenen Maßnahmen. Der hohe Konkurrenzdruck der rund 520 Schweizer Beraterfirmen mit circa 3520 Unternehmensberatern trägt darüber hinaus zum neuen Bewusstsein der Schweizer Unternehmen gegenüber Unternehmensberatungen bei.

Trends und Entwicklungen im Schweizer Beratungsmarkt

Wie bereits angedeutet, haben viele Unternehmen bereits mehrere Optimierungswellen zur Ergebnisverbesserung durchgezogen. Zwar werden auch weiterhin die klassischen Felder der Unternehmensberatung (Strategieberatung, IT-Beratung, Prozess- und Organisationsberatung und Personalberatung) eine wichtige Rolle spielen.

Aber auch in der Schweiz ist zu beobachten, dass sich Unternehmensberatungen mittel- bis langfristig vor allem mit der Identifizierung, Forcierung und der Umsetzung von Innovationen in Unternehmen beschäftigen werden.

In diesem Zusammenhang steht auch die Identifizierung und Erschließung neuer Wachstumsfelder im Vordergrund der Beratungsleistung. Dieser Trend lässt sich auch auf anderen Beratungsmärkten beobachten, insbesondere dort, wo es nur noch begrenztes Entwicklungspotential zu Ergebnissteigerung in Unternehmen gibt.

Agile Organisationskonzepte und IT-Beratung setzen den Trend

Die Herausforderungen des schweizerischen Beratungsmarktes drehen sich um die Fragen, wie Unternehmen zukünftig noch flexibler werden können, um sich optimal auf die sich ständig verändernden Rahmenbedingungen einer globalisierten Wirtschaft einzustellen und reagieren zu können. In diesem Zusammenhang könnte vor allem die Organisationsberatung durch die Entwicklung sogenannter „agiler Organisationskonzepte“ in naher Zukunft verstärkt an Bedeutung gewinnen.

Ziel einer solchen Entwicklung ist es, ein Unternehmen flexibel aufzustellen durch eine ganzheitliche Betrachtung von Unternehmensbereichen, die bisher im Rahmen einer Unternehmensberatung nur einzeln untersucht wurden. Ebenfalls verstärkt nachgefragt werden IT-Beratungsleistungen beispielsweise im Bezug auf Cloud Computing, IT-Sicherheit und Innovationen durch neue Technologien.

Die wesentlichen Strukturdaten des Schweizer Beratungsmarktes

Die klassischen Dienstleistungen der Schweizer Beratungsunternehmen lassen sich grob in Strategieberatung mit circa 30 Prozent und in Organisations- und Prozessberatung mit etwa 70 Prozent unterteilen. Der Gesamtumsatz der Unternehmensberatung als Dienstleistung liegt bei ungefähr 1,25 Milliarden Schweizer Franken. Dabei kaufen die Schweizer mehr Beratungsdienstleistung von ausländischen Unternehmensberatungen ein, als die Schweizer Beratungsleistungen exportieren. Der Saldo liegt bei etwa 7,5 Prozent.

Die meisten Beratungsleistungen exportieren die Schweizer mit 80 Prozent in die EU, was einem Wert von 185 Millionen Schweizer Franken entspricht. Die Marktanteile der mittleren und großen Beratungsunternehmen sind in der Vergangenheit leicht zurückgegangen. In diese Lücke stießen vor allem kleine Beratungsunternehmen, die nicht nur Marktanteile gewannen, sondern auch ihren Umsatz entsprechend steigern konnten.

Global Player dominieren den Markt

Im aktuellen Hauptranking der Wirtschaftszeitschrift BILANZ („Zufriedenheit mit der Beratungsdienstleistung“) gibt es einige Überraschungen. Sowohl der bisherige Branchenprimus McKinsey fiel aus den TOP 5 als auch die Wirtschaftsprüfer. Derzeit sieht die TOP 5 der Unternehmensberater wie folgt aus: Auf Platz 1 ist die Boston Consulting Group gelandet, gefolgt von Booz & Company. Auf Platz 3 bis 5 landeten Bain & Company, Roland Berger Strategy Consultants und A.T. Kearny.

Auch auf dem Schweizer Beratungsmarkt fällt auf, dass vor allem die großen international agierende Beratungsunternehmen den Markt dominieren. Diese können in der Regel auf ein breites Angebot und hohe Expertise sowie auf ihr internationales Renommee zurückgreifen. Dabei landet mit Roland Berger Strategy Consultants nur eine deutschsprachige Unternehmensberatung auf den oberen Plätzen der Beratungsmärkte in Deutschland, Ouml;sterreich und der Schweiz.

Geht man nach dem Honorarumsatz des ASCO-Rankings, sieht das Bild auf dem Schweizer Beratungsmarkt wie folgt aus. Mit mehr als 45 Millionen Schweizer Franken befinden sich an der Spitze (in alphabetischer Reihenfolge): Accenture, Ernst & Young, IBM Global Business Services, McKinsey & Company, PricewaterhouseCoopers und The Boston Consulting Group.

Im Mittelfeld mit einem Honorarumsatz zwischen 19 und 45 Millionen Schweizer Franken finden sich Bain & Company, BearingPoint, Booz & Company, Capgemini, Deloitte Consulting, Detecon, Exisgno Consulting, Helbling Gruppe, KPMG Advisory, Lodestone Management Consultants, Oliver Wyman, Roland Berger Strategy Consultants.

Im unteren Feld mit einem Honorarumsatz zwischen 5 und 19 Millionen Schweizer Franken finden sich A.T. Kearney, Abegglen Management Consultants, APP Unternehmensberatung, Arthur D. Little, AWK Group, BDO, BHP Hanser, BSG Unternehmensberatung, Consenec, CSC, Esprit, Horvath, hpo, Inova Management, Monitor Group, MZSG, Novo Business Consultants, pom+ Consulting, Pöyry Energy Consulting, SAP Consulting, S & T, Zühlke Engineering.

Wachstum geplant – Nachwuchssorgen zum Trotz

Insgesamt planen die Schweizer Unternehmensberatungen weiter zu wachsen. Die Beraterbranche ist von einer hohen Fluktuation geprägt. In der Regel bleiben Unternehmensberater circa fünf Jahre bei einem Beratungsunternehmen und wechseln dann entweder in ein neues Beratungsunternehmen oder verlassen die Branche ganz.

Die dadurch entstehenden Lücken wurden in der Vergangenheit bevorzugt mit hochbegabten Hochschulabsolventen besetzt. Vor allem die größten Beratungsunternehmen bemühen sich um diese Zielgruppe. Im Rahmen der steigenden Ansprüche der Kunden in Bezug auf Professionalisierung und Individualisierung finden immer mehr Quereinsteiger sowie Fach- und Führungskräfte den Weg in die Beratungsbranche.

Diese von den meisten Beratungsunternehmen gewollte Entwicklung führt dazu, dass die Konkurrenz um die entsprechenden Fachkräfte enorm gewachsen ist. Es stehen viel weniger Fachkräfte am Markt zur Verfügung, als eigentlich benötigt werden.

Der Fachkräftemangel wird darüber hinaus durch das Wachstum des Beratungsmarktes zusätzlich verschärft. Diese Entwicklung hat dazu geführt, dass die Beratungsunternehmen ihre Rekrutierungsanstrengungen, die in den vergangenen Jahren eher vernachlässigt wurden, weil genügend Bewerber vorhanden waren, wieder hoch gefahren und verstärkt haben.

Die Schweiz als Wirtschafts- und Beratungsstandort

Die Schweiz gehört zu den wohlhabendsten Ländern der Welt. Man kennt sie als Land der Banken und des hohen Preisniveaus, vergisst dabei aber gerne die anderen Wirtschaftszweige und Unternehmen, die entscheidend zum wirtschaftlichen Erfolg der Alpennation beitragen.

In der Schweiz, die gleichzeitig eine der stabilsten Volkswirtschaften der Welt ist, sind Firmen aus vielen Bereichen der Wirtschaft anzutreffen, von der Landwirtschaft bis hin zur High-Tech-Industrie und vom klassischen Handwerksbetrieb bis hin zum modernen internetbasierten Start-Up-Unternehmen.

Die wertvollsten Schweizer Marken und Unternehmen

Laut Interbrand, einer weltweit tätigen Bewertungsagentur für Marken und Unternehmen, gehören vier Schweizer Marken und Firmen zu den bekanntesten und wertvollsten Marken weltweit.

Dabei handelt es sich um drei Finanzdienstleister, was die Wirtschaftsstruktur der Schweiz durchaus treffend widerspiegelt. Neben Nescafé (Nestlé) handelt es sich dabei um Credit Suisse, UBS und Zurich. Bei Credit Suisse und UBS handelt es sich um Großbanken, während Zurich als Finanzdienstleister und Versicherer über die Grenzen der Schweiz hinaus bekannt ist.

Die Landwirtschaft in der Schweiz

Für die Landwirtschaft ist die Schweiz eher unattraktiv. Das liegt nicht nur an der gebirgigen Landschaft, sondern auch am hohen Lohnniveau der heimischen Arbeiter. Trotz Subventionen gibt es strenge Vorschriften in Bezug auf Anbau und Tierhaltung, die die Landwirtschaft ebenfalls unattraktiv machen.

Derzeit arbeiten in diesem Sektor nur noch 3,7% der gesamten Bevölkerung, auch wenn man gerne ein anderes Bild von der Schweiz zeichnet. Bereits seit Jahrzehnten gibt es einen stetigen Rückgang der traditionell und durch Familien bewirtschafteten Landwirtschaftsbetriebe.

Vielmehr gibt es große landwirtschaftliche Unternehmen, die unter einem hohen Produktivitätsdruck arbeiten. Die Landwirtschaft in der Schweiz befasst sich in den gebirgigen Regionen des Landes vor allem mit Viehzucht und Milchwirtschaft, teilweise sieht man auch Weinberge. Das Mittelland bietet Getreide-, Kartoffel- und Rübenanbau, die Ostschweiz ist zudem für Obst bekannt.

Gewerbe und Industrie in der Schweiz

„Zuverlässig wie ein Schweizer Uhrwerk“ – wer kennt dieses hohe Lob nicht. Tatsächlich ist die Schweizer Wirtschaft für ihre Uhrenindustrie weltbekannt. Ebenfalls von Bedeutung sind die Textilindustrie und der Maschinenbau, wobei beide Zweige ihre Höhepunkte hinter sich haben. Heute widmet sich die Schweiz eher der Entwicklung und Herstellung von High-Tech-Geräten für die Medizin- und Pharmaindustrie. Zum Portfolio dieser Firmen gehören Präzisionsinstrumente für die Chemie- und Pharmaindustrie, die Nahrungsbranche und die Medizintechnik.

Dienstleistungen in der Schweiz

Der tertiäre Sektor beschäftigt 72% aller Erwerbstätigen und ist damit der wichtigste Wirtschaftszweig der Schweiz. Während die Industrie mit Präzisionsinstrumenten und modernster Medizintechnik auftrumpft, sind der Handel und das Gesundheitswesen zwei zentrale Elemente des Dienstleistungssektors in der Schweiz. Vergessen darf man natürlich auch das Banken- und Versicherungswesen nicht, das der Schweiz den Ruf als Land der Finanzen und der Möglichkeiten in diesem Bereich eingebracht hat. Neben der Bildung als weiterem wichtigem Bestandteil ist seit 150 Jahren auch der Fremdenverkehr für die Schweiz ein wichtiges Thema.

Einerseits werden nach und nach auch die entlegenen Gebiete des Landes erschlossen und als attraktive Urlaubs-Ressorts entdeckt, was noch lange nicht abgeschlossen ist. Das Saastal im Kanton Wallis war etwa bis in die 1970er Jahre hinein von außen kaum zu erreichen. Heute verdreifacht sich die Zahl der anwesenden Menschen in den Dörfern in der Hochkonjunkturphase alleine durch die Touristen. Durch die zentrale Lage in Europa gelangen viele Menschen im Transitverkehr durch die Schweiz und sorgen dort trotz ihrer kurzen Anwesenheit ebenfalls für Umsätze im Fremdenverkehr.

Die Energiewirtschaft als Stütze der Schweizer Wirtschaft

Als Alpennation ist die Energiewirtschaft der Schweiz besonders wichtig. Der Zyklus der Gletscher sorgt für reißende Gebirgsbäche, die für die Gewinnung von Wasserkraft ausgenutzt werden können – und dies macht sich die Schweiz, wie auch Österreich, natürlich auch zunutze. Die Energiewirtschaft ist daher ein weiterer zentraler Bestandteil der einheimischen Wirtschaft und darf in der Auflistung nicht vernachlässigt werden, da sie fast im ganzen Land von großer Relevanz ist; immerhin gibt es kaum einen Teil der Schweiz, der nicht von hohen Bergen überzogen ist.

Typische Produkte aus der Schweiz

Die Schweiz ist natürlich nicht nur für ihre Finanzdienstleistungen bekannt, sondern auch für Produkte, die man mit ihr assoziiert. Allen voran sind Schweizer Uhren zu nennen, die weltweit bekannt sind. Viele renommierte Lifestyle-Marken stammen von Firmen aus der Schweiz und überzeugen auch heute noch mit der sprichwörtlichen Zuverlässigkeit, die man den Uhrwerken der Alpennation nachsagt.

Neben Produkten und Entwicklungen aus dem Bereich der Medizintechnik, die man höchstens als Arzt kennen wird, sind aus der Schweiz viele hochwertige Lebens- und Genussmittel bekannt. Der Export solcher Güter ist ein weiterer zentraler wirtschaftlicher Faktor der Schweiz, denn Schweizer Schokolade oder Wein sind auf der ganzen Welt beliebt.

Die Schweiz hat einige Weinbaugebiete, Weinberge kann man fast in jedem Kanton finden, auch wenn sich der Anbau in der Romandie konzentriert. Da die Milchwirtschaft für die Landwirtschaft zentral ist, hat die Schweiz auch im Bereich der Milchprodukte viel zu bieten und exportiert beispielsweise Käsesorten wie den Greyerzer oder den Tête de Moine.

Datum der letzten Aktualisierung

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