Ratgeber Unternehmensberatung für die Pharmaindustrie

Die Hoffnung stirbt zuletzt. Devise: Wir werden das Kind schon schaukeln. Dabei kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass sich die deutsche Pharmaindustrie in einem schmerzlichen Transformationsprozess befindet.

Ihr fällt es sichtlich schwer, den Unbilden der Witterung zu trotzen und den Kopf oben zu behalten. Angesichts sinkender Preise, stagnierender Nachfrage und verschärfter Konkurrenz hatte die Pharmaindustrie freilich in der Tat schon rosigere Zeiten. Wer 2020 noch im Rennen sein will, muss umdenken.

Die Pharmabranche ist eine Säule der Deutschen Wirtschaft

Rund 114.000 Menschen fanden 2015 in Deutschlands Pharmaunternehmen Arbeit. Die Anzahl der Beschäftigten ist seit 2010 um 10,5 % überdurchschnittlich rasch gestiegen.

Im Schnitt stehen bei einem deutschen Pharmaunternehmen 300 Mitarbeiter in Lohn und Brot. Über 90 Prozent der Betriebe hatten 2014 weniger als 500 Bedienstete (Quelle: pharma-fakten.de).

Wiewohl die Pharmaunternehmen über das ganze Land verteilt sind, ist eine Konzentration der Standorte in Baden-Württemberg, Hessen, München, Berlin und Nordrhein-Westfalen festzustellen.

Das Wachstum der Pharmabranche ist ungebrochen

Das globale Wachstum der Branche ist ungebrochen. Der weltweite Umsatz hat sich seit 1992 regelrecht mehr als vervierfacht. Auch die Zahlen von Deutschland können sich sehen lassen.

So betrug 2015 das Wachstum gegenüber dem Vorjahr 7,5 Prozent. Damit erwirtschafteten die deutschen Unternehmen einen Umsatz von stattlichen 38,9 Milliarden Euro.

Forschung und Entwicklung ist eine der Triebfedern der Entwicklung

Geschuldet ist dieser Erfolg in erster Linie der Forschung und Entwicklung. Mehr als jede andere Branche investieren die Pharmaunternehmen in die Schaffung neuer Produkte.

2015 waren es 11,9 Prozent des Umsatzes. Entsprechend hoch ist mit 23 Prozent der Beschäftigtenanteil in der Forschung und Entwicklung.

Alles in allem scheint mithin auf den ersten Blick nichts auf den Strukturwandel hinzudeuten, geschweige denn ein Hinweis auf eine Branchenkrise zu sein.

Doch der Eindruck täuscht. Nicht länger ist Deutschland die Apotheke der Welt.

Und doch sieht die Innovationsbilanz eher traurig aus

13,5 Jahre für die Entwicklung eines neuen Medikaments sind kein Klacks. Und die gesetzlichen Regelungen, Kodizes und Selbstverpflichtungen tun ein Übriges.

Speziell das am 1. Jänner 2011 in Kraft getretene Gesetz zur Neuordnung des Arzneimittelmarktes, kurz AMNOG,  ist nicht unbedingt dazu angetan, Innovationsschübe auszulösen.

Immerhin ist seither der Preis der Medikamente an ihren Zusatznutzen für den Patienten gebunden. Somit soll den steigenden Arzneimittelausgaben der gesetzlichen Krankenkassen die Stirn geboten werden.

So drohen deutsche Unternehmen den Anschluss zu verlieren

Erschwerend kommt hinzu, dass die Abgabenquote von 32,1 Prozent die höchste in Europa ist. Dabei sind es weniger die gesetzlich vorgeschriebenen Rabatte der Hersteller und Apotheken, die der Branche ein Dorn im Auge sind, als vielmehr die Steuern, die sich die Konkurrenz andernorts gänzlich oder weitgehend erspart.

Mit dieser Steuerpolitik erweist sich unser Land einen Bärendienst. Schließlich ist es in der digitalisierten und vernetzten Welt ein Leichtes, die Entwicklung neuer Wirkstoffe von London oder New York aus zu steuern und mit Laboranten in China oder Indien umzusetzen.

Schaffen wir in Deutschland den Paradigmenwechsel

Nicht von ungefähr liegen Steuervergünstigungen zur Senkung der F&E-Ausgaben voll im Trend.

Zwar vereinfacht die Komplexität der Steuersysteme nicht unbedingt den Gang ins Ausland, steuerliche Anreizsysteme wie Steuerkürzungen oder attraktive Abschreibungen sind aber nicht ohne.

Im Unterschied zu diesen prozessbegleitenden Maßnahmen der Finanzierungserleichterung wird die Patent Box erst nach vollendeten Tatsachen wirksam.

So reduziert sie die Steuerlast auf Einkommen aus der Nutzung geistigen Eigentums.

An der Gewinnsituation wird sich nicht viel ändern

Des ungeachtet ist eine wesentliche Verbesserung der Gewinnsituation in den kommenden Jahren nicht zu erwarten.

Die dräuenden Mengenverluste durch auslaufende Patente zwingen die Pharmaunternehmen vielmehr, ihre Geschäftsmodelle zu überdenken.

Und dieser plötzliche Gesinnungswandel gereicht den Patienten wahrlich nicht zum Nachteil. Im Gegenteil.

Um so wichtiger ist der Fokus auf das Wohl der Patienten

Gingen an den Arzneimittelherstellern in der Vergangenheit die Belange der Patienten weitgehend vorbei, sind die Patienten von jetzt auf gleich integraler Bestandteil der Entwicklungspolitik.

Wie selten zuvor bemisst sich der Erfolg der Pharmaunternehmen an der tatsächlichen Wirksamkeit ihrer Wirkstoffe.

Darum ist es nicht weiter verwunderlich, dass sie Knall auf Fall ihr Herz für die Patienten entdeckt haben und um deren Meinung nachdrücklich bitten.

Die Schrittmacher der Branche befinden sich im Wandel

Auch wenn die Pharmaindustrie zum Teil vielversprechende Wirkstoffe in der Pipeline hat und längst mit umfassenden Kostensenkungs- und Restrukturierungsmaßnahmen reagiert hat, sind die Schrittmacher der Branche zur Stunde unstreitig die E7-Länder, die kleinmolekularen Arzneimittel, die Generika und die Biosimilars.

Um in den aufstrebenden Märkten der E7 punkten zu können, ist es unerlässlich, dass sich die Pharmabranche an den Bedürfnissen der Patienten in Brasilien, China, Indien, Indonesien, Mexiko, Russland und der Türkei orientiert. Die Produktdiversifikation muss ab sofort Programm sein.

Neue Märkte und neue Bedürfnisse werden wichtig

Die Zeiten sind vorbei, da sich die Pharmaindustrie auf den Lorbeeren ihrer Blockbuster ausruhen konnte. 2020 wird voraussichtlich ein Fünftel des weltweiten Umsatzes in Höhe von rund 1,3 Billionen US-Dollar in den E7-Staaten erwirtschaftet. Insofern ist es höchste Eisenbahn, die Zeichen der Zeit zu erkennen und die ausgetretenen Pfade zu verlassen.

Megatrend 1: Die medizinische Diversifikation

Dies ist umso bedeutsamer, als die Wirksamkeit von Medikamenten nicht unmaßgeblich genetischen Merkmalen einer Bevölkerung geschuldet ist.

Was also dem Deutschen nützt, muss für den Chinesen beileibe nicht gut genug sein. Und auf den zweit- oder drittgrößten Pharmamarkt in spe will die deutsche  Industrie unter Garantie nicht verzichten.

Die medizinischen Bedürfnisse unterscheiden sich allerdings nicht bloß zwischen Industrie- und Schwellenländern, sondern auch zwischen den Schwellenländern untereinander.

Während also etwa rund 80 von 100 000 Männern in Russland an Lungenkrebs leiden, sind es in China rund 41, in Indien hingegen bloß 7. Dafür ist in China dreimal so häufig wie in Russland mit Speiseröhrenkrebs zu rechnen.

Megatrend 2: Die Prävention

Gleichzeitig stehen die Pharmaunternehmen in der Pflicht, verstärkt auf präventive Mittel zu setzen, um die Gesundheitsausgaben drastisch zu reduzieren. So nehmen nicht anders als in den Industriestaaten die chronischen Erkrankungen in den Schwellenländern zu.

Hinzu kommt eine zunehmende Überalterung der Bevölkerung. Schätzungen gehen davon aus, dass 2020 rund 720 Millionen Menschen über 65 Jahre alt sein werden.

Das entspricht einer Steigerung von 2,1 Prozent der Bevölkerung in nur 15 Jahren. Dass mit diesem demografischen Wandel eine starke Medikamentennachfrage einhergeht, ist einesteils für die Pharmaindustrie erfreulich.

Andernteils wächst damit freilich der öffentliche Druck, künftig noch mehr Verantwortung durch Prävention zu übernehmen.

Megatrend 3: Großmolekulare Medikamente

Der Bedarf an speziellen Behandlungslösungen beschleunigt nicht anders als der wissenschaftliche Fortschritt die Abkehr von kleinmolekularen Arzneimitteln.

Großmolekulare Medikamente werden in absehbarer Zeit der Motor des Wirtschaftswachstums sein.

Während bei kleinmolekularen Arzneimitteln lediglich ein Zuwachs von 6 bis 7 Prozent zu erwarten steht, ist bei großmolekularen ein Zuwachs von 14 Prozent drin.

Megatrend 4: Biosimilars

Komplexer als kleinmolekulare Medikamente sind die Biosimilars. Wiewohl sich die Begeisterung für sie zur Stunde in Deutschland in Grenzen hält, wird sich das angesichts des ungeheuren Marktpotenzials in naher Zukunft ändern.

In Anbetracht der Einsparpotenziale stehen sie naturgemäß als Alternative zu hochpreisigen Originalprodukten bei Gesundheitssystemen und öffentlichen Kostenträgern in hohen Gnaden.

Es wird mithin spannend sein, zu beobachten, inwieweit die im deutschen Generikamarkt bewährten Instrumente zur Kostensenkung bei Biosimilars zum Tragen kommen. So ist der Versuch, Rabattvertragspartner für Biosimilars zu finden, bisher gescheitert.

Es gibt ein großes Feld für Healthcare Unternehmensberater

Nachdem die Politik keine große Stütze ist, ist es an den Pharmaunternehmen selbst, sich mit entsprechenden Maßnahmen für die Zukunft zu wappnen.

Dabei sind sie angesichts der Brisanz der Lage gut beraten, sich professionelle Hilfe ins Haus zu holen.

Unternehmensberater haben auf alle brennenden Fragen der Führungskräfte die passenden Antworten.

Naturgemäß beschäftigen die folgenden Fragen die Chefetagen der Pharmaunternehmen:

1.) Auf welche Weise lässt sich nachhaltiges Wachstum sicherstellen?

2.) Welche organisatorischen Veränderungen versprechen Erfolg?

3.) Wie ist eine Kostenreduktion ohne Qualitätseinbußen in die Tat umzusetzen?

4.) Wie ist der Vertrieb auf Vordermann zu bringen?

5.) Welche Ertragssteigerungen sind in den Produktneuheiten drin?

6.) Was kann die Wertschöpfungskette zur Verbesserung der Situation beitragen?

In allen Belangen vermag eine qualifizierte Unternehmensberatung Wunder zu wirken. Nicht allein deshalb, weil die Betriebsblindheit vieles übersieht, was einem Externen bei einem Studium des Unternehmens sofort ins Auge sticht.

Externe Berater gleichen fehlende Kompetenzen aus

Vielfach fehlt den Unternehmen die praktische Erfahrung, weitreichende Veränderungen ohne gröbere Unstimmigkeiten umzusetzen.

Unternehmensberater sind exzellente Ansprechpartner für die Entwicklung und Umsetzung von brauchbaren Strategien.

Sie sorgen für leistungsfähige Organisationen, steigern die Effektivität und erhöhen die Produktivität.

Sie studieren die Wertschöpfungskette und decken Schwächen der Forschung und Entwicklung, der Beschaffung und Produktion, des Personalmanagements und des Vertriebs auf.

Oftmals sind noch erhebliche Effizienzsteigerungen möglich

Produktivitätssteigerungen in der Forschung und Entwicklung sind ebenso drin wie Effizienzsteigerungen des Vertriebs.

Die bessere Einbindung der Zulieferer in die Produktion ist der Unternehmensberatung nicht anders als die tatkräftige Unterstützung des Führungsstabs ein besonderes Anliegen.

Selbstredend kommen dabei die speziellen Belange der Pharmaindustrie nicht zu kurz. So wird namentlich dem Lean Management viel Aufmerksamkeit gewidmet, nachdem dieses den meisten Arzneimittelherstellern noch ein Fremdwort ist.

Dabei geht es regelmäßig um die Definition der richtigen Investitionspolitik, die Entscheidung für die Segmentierung und Spezialisierung, die Flexibilisierung, die Prozessstabilisierung und die Einführung des Pull-Prinzips, also die Orientierung des Angebots an der Nachfrage des Kunden.

Die Zahlen sind überdeutlich – es besteht Handlungsbedarf

Im Lichte der rückläufigen Bedeutung des Produktionsstandortes Deutschland ist Handlungsbedarf dringend angesagt. Pharmaunternehmen, die sich mithilfe der Unternehmensberatung auf ihre Stärken der Produktivität, Qualität und Flexibilität konzentrieren, sind auf dem besten Weg, auch künftig Triumphe zu feiern.

Diese Einschätzung teilen ebenso einschlägige Beraterstudien, wenn sie für die Wachstumssegmente der Schwellenländer, Generika und Biosimilars das Kostenargument betonen, während sie für die hochpreisigen Medikamente die Bedeutung kurzer Entwicklungszeiten, absoluter Lieferzuverlässigkeit und angemessener Flexibilität herausstreichen.

Nutzen wir unsere noch gute Ausgangslage für neue Erfolge

So sind deutsche Pharmaunternehmen durchschnittlich 300 Prozent produktiver als ihre indischen Konkurrenten und noch allemal 50 Prozent produktiver als ihre osteuropäischen Konkurrenten.

Allerdings schaffen nur die effizientesten Werke Deutschlands ein Kostenniveau, das mit den Niedriglohnländern konkurrieren kann. Insofern ist jede Hilfe willkommen, die am Markenzeichen »Made in Germany« keinen Zweifel lässt. Mit einer Unternehmensberatung sollte das möglich sein.

Verzeichnis mit Healthcare Unternehmensberatungen

Nachfolgend habe ich für Sie eine Liste mit etablierten Beratungsunternehmen für die Pharmabranche recherchiert. Gerne können Sie mir noch fehlende Beratungsanbieter melden.

Diese Liste richtet sich an Manager, die einen Berater für ihr Unternehmen suchen. Und sie richtet sich an Berufseinsteiger und Professionals, die sich für eine Karriere in der Branche interessieren und nach entsprechenden Jobs suchen.

ROI Management Consulting AG

Infanteriestraße 11 in 80797 München

Dr. Jörg Tautrim Unternehmensberatung

Zesenstraße 17 in 22301 Hamburg

McKinsey & Company, Inc.

Kennedydamm 24 in 40027 Düsseldorf

Bain & Company Germany, Inc.

Karlsplatz 1 in 80335 München

PricewaterhouseCoopers GmbH

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Friedrich-Ebert-Anlage 35-37 in 60327 Frankfurt am Main

Jesse & Partner GmbH

Wikingeck 7 in 24837 Schleswig

MCG Medical Consulting Group

Gesellschaft für Medizinberatung mbH & Co. KG

Mörsenbroicher Weg 200 in 40470 Düsseldorf