Studentische Unternehmensberatung – Der große Überblick

Im Umfeld von Universitäten und Fachhochschulen haben sich in den letzten Jahren vermehrt studentische Unternehmensberatungen gegründet.

Diese sind mittlerweile fest am Markt etabliert und werden von vielen lokalen, regionalen und überregional tätigen Unternehmen nachgefragt.

Akademische Consultingunternehmen verfolgen in der Regel zwei Ziele: Zum einen geht es um die eigentliche Beratung im Sinne einer Dienstleistung für Firmen.

Zum anderen verfolgen sie den Zweck, Studenten eine möglichst praxisnahe Anwendung des theoretisch erworbenen Wissens zu ermöglichen und ein entsprechendes Netzwerk für die Zeit nach dem Studium aufzubauen.

Studentische Berater bieten umfassendes Leistungsspektrum und aktuelles Fachwissen zugleich

Studentische Beratungsunternehmen decken alle klassischen Bereiche der Unternehmensberatung ab.

Der Unterschied zu anderen Beratungsunternehmen liegt vor allem darin, dass deren Beratungsprojekte in der Regel nicht so umfangreich sind.

Nicht selten kommt es vor, dass sich professionelle Beratungsdienstleister die Unterstützung durch studentische Beratungsdienstleister holen.

Organisiert sind diese insbesondere in den beiden Dachverbänden Bund Deutscher Studentischer Unternehmensberatungen (BDSU) mit Sitz in Bonn und im Junior Consultant Network (JCNetwork e.V.) mit Sitz in Karlsruhe.

Charakteristika und Organisationsmerkmale studentischer Consultingunternehmen

Die jeweiligen Beratungsunternehmen werden komplett von den Studenten der jeweiligen Universität beziehungsweise Fachhochschule getragen.

Daher sind solche Consultingdienstleister besonders durch das sie umgebende universitäre Umfeld geprägt.

So sind Sie meistens im Umfeld von wirtschaftswissenschaftlich geprägten Hochschulen beziehungsweise Fakultäten zu finden.

Daher setzten sie sich in der Regel auch aus Studenten der Wirtschaftswissenschaften, insbesondere der Betriebswirtschaftslehre, zusammen.

Vor dem Hintergrund der sich wandelnden Herausforderungen und den Ansprüchen vor allem großer Beratungsfirmen, ist hier ebenfalls ein Paradigmenwechsel zu beobachten.

Nicht-Betriebswirte sind zunehmend gefragt

Da große und weltweit agierende Beratungsfirmen vermehrt nach Quereinsteigern suchen, die ursprünglich nicht aus der Wirtschaftswissenschaft kommen, finden sich auch in akademischen Beratungsfirmen immer mehr Studenten anderer Fachrichtungen.

Das heißt, immer mehr sind interdisziplinär ausgerichtet und profitieren von dem Zustrom anderer Disziplinen.

Von diesem breiteren Spektrum und der Interdisziplinarität profitieren auch die Klienten. Das ist sicherlich auch ein Grund, warum große und international agierende Beratungsdienstleister gerne auf die studentischen Unternehmensberatungen für (Teil-)Beratungsprojekte zurückgreifen.

Verein, GbR, GmBH und UG – alle Varianten werden genutzt

Die meisten studentischen Beratungsanbieter sind als eingetragene Vereine (e.V.) organisiert.

Diese Trägervereine wiederum beauftragen mit der Projektarbeit in der Regel verschiedene von den Studenten getragene Gesellschaften bürgerlichen Rechts (GbR).

Zunehmend sind unter den studentischen Unternehmensberatungen auch Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbH) zu finden oder Sie sind als haftungsbeschränkte Unternehmergesellschaften (UG [haftungsbeschränkt]) organisiert.

Vorteile einer Inanspruchnahme für Unternehmen

Viele lokale, regionale und überregionale Betriebe aus dem Einzugsgebiet von Hochschulen greifen gerne auf diese für die Lösung ihrer Probleme zurück. Vor allem im Vergleich mit großen Beratungsunternehmen spielt hier die Frage des Preises eine entscheidende Rolle.

Da sich diese selten als Konkurrenz zu den großen Beratungsunternehmen sehen, bieten sie ihre Dienstleistungen zu einem vergleichsweise günstigen Preis an.

Durch den Einblick vor allem in die lokale und regionale Wirtschaft veröffentlichen studentische Unternehmensberatungen nicht selten auch regelmäßige auf die Region bezogene Geschäftsklimastudien, die wiederum den ansässigen Unternehmen zu Gute kommen.

Praxisnahe Vernetzung mit der lokalen Wirtschaft

Für die Hochschulen haben diese noch einen weiteren Vorteil, neben der möglichst praxisnahen Ausbildung: das Netzwerken.

Oftmals organisieren die von Studenten getragenen Unternehmensberatungen Veranstaltungen mit Firmen, Kontaktmessen für Studenten mit Unternehmen, führen Fallstudien durch oder laden zu Vorträgen oder Podiumsdiskussionen ein.

Dadurch werden wichtige Kontakte zu Betrieben aus der Region hergestellt, die zum einen potentielle Auftraggeber sein könnten, aber – und das ist noch viel wichtiger – vor allem potentielle Abnehmer für die Studenten der Hochschulen sind.

Hier können also Studenten mit potentiellen Arbeitgebern in Kontakt kommen, sich um Praktika bewerben oder praxisnahe Themenstellungen für Bachelor- und Masterarbeiten identifizieren und den Unternehmen anbieten.

Dachverbände und Netzwerke studentischer Unternehmensberatungen

Ursprünglich kommt die Idee aus Frankreich. Hier wurde 1967 die erste derartige Organisation im universitären Umfeld gegründet. Seither hat sich die Idee weltweit verbreitet.

Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass sich das Netzwerk dieser studentischen Unternehmen über die ganze Welt erstreckt.

Im europäischen Raum werden die studentischen Unternehmensberatungen heute unter anderem von dem Dachverband JADE – European Confederation of Junior Enterprises koordiniert. Dieses europäische Netzwerk umfasst derzeit circa 30.000 Studierende.

Der Bundesverband Deutscher Studentischer Unternehmensberatungen (BDSU)

1992 wurde der Bundesverband Deutscher Studentischer Unternehmensberatungen (BDSU) in Darmstadt gegründet und hat heute seinen Sitz in Bonn. Der Verband umfasst derzeit 28 Mitgliedsinitiativen mit etwa 2.300 Studierenden.

In einem vierteljährlichen Rhythmus richtet immer eine der Mitgliedsinitiativen ein Treffen aus. Dadurch soll die interne Vereinsarbeit gestärkt werden.

Die Teilnehmer solcher Treffen profitieren aber auch von den Workshops, Seminaren und Schulungen der Mitgliedsinitiativen mit ortsansässigen Firmen.

Die Mitglieder sind den Qualitätsstandards des BDSU unterworfen, dessen Einhaltung einmal im Jahr durch ein QM-Audit kontrolliert wird. Studenten, die in einer der Mitgliedsinitiativen mitarbeiten wollen, müssen eine halbjährliche Anwartschaft absolvieren.

In dieser Zeit absolvieren sie interne Schulungen und müssen ihr erworbenes Wissen sowie ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten durch den Abschluss eines internen Projekts nachweisen.

Der BDSU ist Mitglied im europäischen Dachverband JADE und wird aktiv vom Bundesverband Deutscher Unternehmensberater (BDU e.V.) unterstützt.

Das Junior Consultant Network (JCNetwork e.V.)

Das Junior Consultant Network (JCNetwork e.V.) ist gemessen an der Mitgliederzahl der kleinere der zwei deutschen Dachverbände studentischer Unternehmensberater.

Dieser Verband wurde 2002 mit Sitz in Karlsruhe geründet und umfasst derzeit 27 Initiativen aus ganz Deutschland.

Die Mitgliederzahl beläuft sich auf circa 1.400 Studierende. Die Mitglieder des JCNetwork beraten in nahezu allen betriebswirtschaftlichen Bereichen.

Ziel des Verbands ist der Wissenstransfer, die Weiterbildung, der Erfahrungsaustausch und die Förderung und Verbreitung der Idee studentischer Unternehmensberatung.

Für seine Mitglieder bietet der Verband eine Zertifizierung an, mit denen die Studenten ihre Entwicklung und Weiterbildung als studentische Berater nachweisen können.

Voraussetzung zum Erwerb eines solchen Zertifikats ist die Teilnahme an den Schulungen des Verbandes.

Es müssen mindestens die vier Pflichtmodule Qualitätsmanagement, Projektmanagement, Grundlagen der Beratung sowie Recht & Finanzen absolviert werden.

Darüber hinaus müssen die Studenten die Mitarbeit an einem externen Projekt einer studentischen Unternehmensberatung mit einem Umfang von mindestens zwei Manntagen nachweisen.

Studentische Beratungsinitiativen haben Türöffnerfunktion

Sie sind in aller Regel der Einstieg in eine Karriere als Unternehmensberater: entweder in einer der großen internationalen oder kleineren bis mittleren national tätigen Unternehmensberatungen.

Nicht wenige der ehemaligen studentischen Unternehmensberater machen sich im Anschluss ihres Studiums selbstständig oder haben durch ihre Tätigkeit in einer dieser Initiativen ihren zukünftigen Arbeitgeber gefunden.

Wer schreibt hier eigentlich und warum?

Mein Name ist Peter Demmler und ich veröffentliche auf www.consultingunternehmen.net seit 2012 regelmäßig Blogbeiträge rund um die Themen Wirtschaft, Gesellschaft, Politik, Geschichte, Unternehmensberatung, Karriere und Büroarbeit.

Als bekennender, zeitgeist- und massenkritischer Freidenker interessiere ich mich insbesondere für alle aktuellen Entwicklungen, die einen grundlegenden Einfluss auf unser gemeinschaftliches Zusammenleben ausüben.

Das selbstständige Denken ist die wichtigste Ressource, die wir Bürger im 21. Jahrhundert haben. Lassen Sie uns gemeinsam alles dafür tun, den noch bestehenden Spielraum hierfür zu erhalten und erneut zu alter Geistesgröße auszubauen.

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