Schleswig-Holstein Wirtschaft

Wirtschaftliche Kennzahlen des Landes Schleswig-Holstein

Schleswig-Holstein ist das nördlichste Bundesland in Deutschland. Mit einer Fläche von 15.799,38 Quadratkilometern, ist das Land flächenmäβig das zweitkleinste Bundesland, nach dem Saarland. Geografisch zwischen der Ost- und der Nordsee gelegen, wird Schleswig-Holstein volkstümlich oftmals als das „Land zwischen den Meeren“ bezeichnet. Heutzutage sind die größten Städte in Schleswig-Holstein, Kiel und Lübeck.

Bei einer Bevölkerung von 2 837 677 Personen im Jahre 2011 betrug das nominale Bruttoinlandsprodukt. Das reale Bruttoinlandsprodukt war um 2,2 Prozent höher. Es gab zu diesem Zeitpunkt 1 300 700 Erwerbstätige und hiervon waren 842 100 sozialversicherungspflichtig. Bei 103 694 arbeitslosen Personen bedeutet dies, dass eine Arbeitslosenquote von 7,2% im Land Schleswig-Holstein im Jahre 2011 bestand.

Lesetipp: Deutschland wird abgehängt: Ein Lagebericht *

Die Geschichte des Landes

Historisch, stammen die Ursprünge vom Land Schleswig Holstein aus der Zeit nach der ersten Eiszeit. In dieser Zeit siedelten die ersten Menschen sich in den Gegenden von Schleswig-Holstein an. Aufgrund der Völkerwanderungen im dritten, vierten und fünften Jahrhundert entwickelten sich bis zum Mittelalter vier Sprach- und Völkergruppen: Die Dänen, die Jüten, die Sachsen und die Holsten.

Ab dem 13. Jahrhundert hatte Schleswig-Holstein zahlreiche verschiedene Regenten, unter anderem die bedeutenden norddeutschen Schauenburger Fürsten. Ab 1800, war das gesamte Schleswig-Holstein mit Ausnahme des Herzogtums Schauenburg-Sachsen unter der dänischen Herrschaft. Das dänische Königreich und die Provinz Schleswig erstreckten sich damals um einiges weiter, selbst der heutige Stadtteil von Hamburg, Altona, gehörte in diesen Zeiten zu dem dänischen Königreich.

Unter Bismarck und dem Nationalismus entbrannten heftige Kriege wegen der „scheswig-holsteinischen Frage“ unter anderem, weil es immer noch vier Völkergruppen in Schleswig-Holstein gab. (Quelle: Otto von Bismarck,…, ) Erst nach dem Krieg zwischen Österreich und Preußen in 1866 wurde Schleswig-Holstein im Jahre 1867 eine preußische Provinz.

Unter dem Nationalsozialismus zeigten die Turbulenzen in dem Land ihre Zeichen, denn Schleswig-Holstein wurde eine der Hochburgen der NSDAP. (Quelle: http://www.geschichte-s-h.de/vonabisz/wahlen-1933-bis-1938.htm) Nach dem zweiten Weltkrieg wurde Schleswig endgültig zertrennt und es entstand das Land Schleswig-Holstein, ein Siedlungsgebiet für Heimatvertriebene. Diese Heimatvertriebene kamen hauptsächlich aus Ostpreußen und Pommern.

Effekte der Geschichte und Geographie auf die Wirtschaft

Der Zufluss an Heimatvertriebenen nach der durch die Okkupation in den ehemals preussischen Provinzen stieg die Einwohnerzahl in Schleswig-Holstein in der Nachkriegszeit rapide an, doch die Industrie folgte diesem Anstieg nicht, die schleswig-holsteinische Wirtschaft blieb hauptsächlich agrar-fokussiert.

Des Weiteren reduzierte sich die Fläche Schleswig-Holsteins stetig durch konstante Konflikte, so gehört die früher zu Schleswig-Holstein gehörende und einflussreiche Stadt, Altona, heute lediglich als Stadtteil zu Hamburg. Die einzigen groβen, und wirtschaftlich bedeutenden Städte, die in Schleswig-Holstein verbleiben sind Kiel und Lübeck.

Neben der Agrarwirtschaft hat Schleswig Holstein jedoch noch andere wichtige wirtschaftliche Zweige, unter anderem Tourismus. Das Land selbst nennt die Chemieindustrie, Ernährungswissenschaften, Agrarwirtschaft, maritime Wirtschaft, Life Science, Logistik, Luftfahrt, Tourismus und erneuerbare Energien als seine Schwerpunktbereiche. Es werden in diesem Text einige dieser Schwerpunkte intensiv beleuchtet.

Wirtschaftssektor Agrarwirtschaft

Wie die historischen und geografischen Daten veranschaulichen ist der Agrarsektor in Schleswig-Holstein sehr bedeutend. Dies beweisen auch diverse Kennzahlen. So trägt der Wirtschaftssektor Landwirtschaft (einschließlich Forstwirtschaft und Fischerei) im Jahre 2010 zu 1,6 Prozent (nominal) zur Bruttowertschöpfung des Bundeslandes bei.

Dieser Prozentsatz ist um 75 Prozent höher als die im gesamten Bundesgebiet erreichten 0,9 Prozent Anteil an der nominalen Wertschöpfung. Somit hat Schleswig-Holstein nach Rheinland-Pfalz und Niedersachsen den höchsten Anteil der Agrarwirtschaft an der Wertschöpfung.

Die Bedeutung der Agrarwirtschaft ist in den letzten Jahren jedoch aufgrund der stärkeren Bedeutung der Industriebereiche gesunken. Im Jahre 1970 lagen der Anteil der Agrarwirtschaft an der Wertschöpfung des Landes noch bei 8,1 Prozent in Schleswig-Holstein und 3,3 Prozent bundesweit. (Quelle: Agrarbericht Schleswig-Holstein)

Wirtschaftssektor Tourismus

Schleswig-Holstein gehört zu den wichtigsten und attraktivsten Tourismusstandorten im deutschen Inland. Es folgt, dass die Branche der Tourismuswirtschaft in Schleswig-Holstein sehr präsent ist und einen überdurchschnittlichen Wert im Vergleich mit anderen Bundesländern erreicht.

Prognosen des Landes Schleswig-Holstein selbst deuten an, dass es eine Branche mit hohem Wachstumspotenzial ist. (Quelle: http://www.schleswig-holstein.de/MWAVT/DE/Wirtschaft/Schwerpunktbereiche/Tourismus/Tourismus.html)

In dem Sektor Tourismus arbeiten 130.000 Beschäftigte und somit ist diese Branche fast so groß wie zum Beispiel das Verarbeitende Gewerbe. Hier wird ein Umsatz von ungefähr 4,5 Milliarden Euro (Quelle: Internetseite Land Schleswig Holstein)erarbeitet, was in ungefähr der Größenordnung der wichtigen Industriebranchen in Schleswig-Holstein und in Deutschland: Ernährungsgewerbe, Maschinenbau und Chemie, entspricht.

Neben der Agrarwirtschaft entwickelt sich somit der Tourismus zu einem der wichtigsten Wirtschaftszweige in den ländlicheren Regionen in Schleswig Holstein. ist der Tourismus oft der wichtigste Ansatzpunkt zur Entwicklung der regionalen Wirtschaft. Im Bereich des Tourismus befinden sich vor allem Beherbergungen für Touristen, also Hotels und Gasstätten (34 800, davon 4800 gewerblich und 30 000 privat), sowie Betriebe der Gastronomie (7 000 in Anzahl).

Immobilien im Aufschwung durch Ferienobjekte

Das Magazin „Cash“ titelt im August mit der Überschrift „Immobilien, Lukrative Objekte mit Ferien-Objekten, die attraktivsten Standorte im Check“ und analysiert die Ferienimmobilienbranche in Deutschland. Aus einer tiefgründigen Analyse folgt der Schluss, dass Schleswig Holstein im Bereich der Ferienimmobilien, und besonders im Ansehen der Anleger steigt.

Bei der Frage „Wie hat sich ihre Ferienimmobilie im Wert entwickelt?“ gestellt in einer Umfrage von Home away FeWO-direkt Umfrage, erreichten die Ostsee-Inseln aus Schleswig Holstein einen Wert von 19%, nach dem Spitzenwert von 27% (Nordee-Inseln), der höchste Wert.„Cash“ attribuiert diese Wertsteigerung denn sehr guten Besucherzahlen durch Tourismus in Schleswig-Holstein“.

So steht Mecklenburg-Vorpommern im Moment noch an der Spitze der Urlauberstatistik, doch Schleswig-Holstein holt in diesem Bereich schnell auf, und der Wirtschaftssektor Tourismus scheint zu boomen. Dies ist unter anderem den vorher beschriebenen Fördermassnahmen zuzuschreiben, denn das Projekt „auf der Freiheit“, auf einem Fjord an der Ostsee zum Beispiel, ist eines der wichtigsten Ferienimmobilienprojekte derzeit.

Auch in Port Olpenitz, einem Ort in der Nähe von Kiel entsteht momentan eine beeindruckende Ferienhausanlage, die Investoren aus Deutschland und der ganzen Welt anzieht. Vorteilhaft sind in diesen Wirtschaftssektoren natürlich auch die annehmbaren Immobilienpreise in Schleswig-Holstein, sowie die direkte Nähe zu den skandinavischen Ländern Dänemark, Schweden und Norwegen.

Aufschwung durch Förderprogramme

In Anbetracht der Geschichte ist die agrar-orientierte Wirtschaft Schleswig-Holsteins leicht erklärbar. Es waren einerseits die konstanten Konflikte bezüglich der Herrschaft in Schleswig-Holstein, so wie andererseits die geografische Lage, die diese Entwicklung verstärkten.

Der späte Beginn der Industrialisierung im Land Schleswig-Holstein bedeutet, dass es einen Aufholbedarf gibt und dieser wurde von der Politik im Rahmen des Förderungsprogramms „Regionalprogramm 2000“ aufgegriffen.

Zukunftsprogramm Wirtschaft als Nachfolger des Regionalprogramm 2000
Seit dem Jahre 2007 hat das Bundesland Schleswig-Holstein ein „Zukunftsprogramm Wirtschaft“ gestartet. Hiermit versucht man die durch das Regionalprogramm 2000 gestarteten Förderungsmaβnahmen zu erweitern und die Förderungsstrategie auf das gesamte Land auszuweiten.

Spezifisch beinhaltet dies: (1)die Erweiterung des Förderprogramms auf das gesamte Land, (2) die verstärkte Förderung von den zukunftsweisenden Themen, wie zum Beispiel Innovation und Wissen, sowie (3) die Erhöhung von Fördermitteln im Vergleich zu der Förderperiode 2000-2006.

Mittelstandsoffensive – eine Initiative des Landes für Wachstum und Beschäftigung

Mit dem Ziel 120.000 kleineren und mittelständischen Unternehmen in Schleswig-Holstein gerechte und hilfreiche Rahmenbedingungen zu bieten, hat das Land Schleswig-Holstein die „Mittelstandsoffensive“ gestartet. Diese werden im Rahmen der Sparprogramme im Haushalt des Landes gestartet worden um eben diesen entgegenzuwirken.

Es ist das Ziel Innovation, Beschäftigung und die Kreditversorgung sicherzustellen. Um dies zu erreichen wurden 5 Schwerpunkte benannt und gebündelt. Diese sind: „(1)Ausbau und Optimierung der Finanzierungs-, Förder- und Beratungsangebote, (2)Stärkung von Innovationsfähigkeit und Technologietransfer, (3) Sicherung des zukünftigen Fachkräftebedarfes, (4) Infrastrukturen verbessern und rechtliche Rahmenbedingungen optimieren und (5) Intensivierung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit Hamburg“ (Quelle: http://www.schleswig-holstein.de/MWAVT/DE/Wirtschaft/Mittelstandsoffensive/mittelstandsoffensive_node.html)

Dieses Programm versucht die Fortschritte die durch das Zukunftsprogramm geschafft wurden weiter zu unterstützen. Es ist des Weiteren Punkt (5) besonders zu beachten, denn die engere Zusammenarbeit mit Hamburg ist eine interessante Reaktion auf das beschriebene Phänomen, dass Schleswig-Holstein von einer Region mit vielen wirtschaftlich bedeutenden Städten, zu einer überwiegend ruralen Gegend wurde.

Es wird somit interessant die Effekte von dieser Kooperation zu beobachten. Weitere Informationen zu diesem Projekt findet man unter: http://www.schleswig-holstein.de/MWAVT/DE/Wirtschaft/Mittelstandsoffensive/mittelstandsoffensive_node.html und http://www.sh-mittelstand.de/.

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