Sachsen-Anhalt Wirtschaft

Die Wirtschaftsstruktur Sachsen-Anhalts
Die Wirtschaftsstruktur Sachsen-Anhalts

Wenn es um die aktuelle wirtschaftliche Lage und Struktur in Sachsen-Anhalts geht, so muss man an dieser Stelle klar sagen, dass Sachsen-Anhalt eine lange Tradition in verschiedenen wirtschaftlichen Sektoren und Branchen pflegt. Zum einen spielt dabei auch die recht günstige Lage inmitten Europas sehr stark mit, sodass gerade zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein großer industrieller Fortschritt entstanden ist. Nach der Wiedervereinigung hat sich Sachsen-Anhalt gerade im Bereich der Forschungslandschaft sehr gut entwickelt und bildet ein gutes Zusammenspiel zwischen Wissenschaft und Wirtschaft aus. Darüber hinaus weist Sachsen-Anhalt neben traditionellen Bereichen der Wissenschaft, chemischen Industrie, Maschinenbau und Nahrungsgüterindustrie auch weitere Sektoren auf. Dazu gehören unter anderem die Biotechnologie, Informationstechnologie und der Bereich der nachwachsenden Rohstoffe. In den folgenden Abschnitten sollen die wichsten Branchen kurz erklärt und erläutert werden.

Chemie/Bio- und Gentechnologie

Kommen wir an dieser Stelle auch zu dem ersten großen Sektor der Wirtschaft in Sachsen-Anhalt, der sich sowohl auf die Bio- und Gentechnologie bezieht, als auch auf den Chemisch-Industriellen Bereich. Sehr stark wird dabei Bezug auf die Pflanzenbiotechnologie genommen. Wichtige Namen sind dabei die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, die in enger Zusammenarbeit mit der BioMitteldeutschland GmbH steht. Das Potential in diesem Bereich ist sehr hoch und nimmt starken Anteil an dem Gesamtumsatzvolumen des verarbeitenden Gewerbes. Der chemische Sektor spielt allerdings eine mindestens genauso große Rolle. Die Chemieindustrie belegt bei dem oben genanten Gesamtumsatzvolumen gar den 2. Platz in Sachsen-Anhalt. Dabei geht gar ein ganzes Drittel des Umsatzes in den neuen Bundesländern, in dieser Branche, auf die Rechnung von Sachsen-Anhalt. Dies spiegelt sich natürlich auch in den Arbeitsplätzen wieder und ein nicht unerheblicher Teil siedelt sich genau in dieser Branche an. Seit den 90er Jahren sind Milliardenbeträge in die großen Standorte der Chemieindustrie geflossen. Bekannte Orte und Industrien befinden sich dabei in Leuna, Schkopau, Bitterfeld-Wolfen oder auch Zeitz Piesteritz.

Die Automobilzulieferindustrie

Im Bezug auf die Automobilindustrie oder genauer gesagt die Automobilzulieferindustrie, wird in Sachsen-Anhalt ebenfalls eine recht lange Tradition gepflegt. Dabei beziehen sich die Unternehmen auf die Herstellungen von Teilen bis hinzu der Energieleistung, sodass Unternehmen aus Sachsen-Anhalt gefragte Partner von großen Automobilherstellern sind. Unter anderem könnte man an dieser Stelle VW, BMW oder auch Porsche nennen. Ebenso sollte hierbei das Kompetenznetzwerk MAHREG-Autmotive genannt werden, dessen Bildung und Gründung für einen großen Schub in dieser Branche sorgte. Auch hier ist wiederum ein enges Zusammenspiel zwischen diesem Sektor und dem oben schon angesprochenen, wissenschaftlichen Sektor vorhanden, sodass Innovation und Weiterentwicklung dafür sorgen, dass Sachsen-Anhalt im Wettbewerb sehr gut bestehen kann. Große Namen sind hierbei unter anderem AKT Altmärker Kunststoff Technik GmbH & Co. KG, Gardelegen oder auch Rege Motorenteile GmbH & Co. KG, Magdeburg.

Bauindustrie

Auch die Bauindustrie gehört in Sachsen-Anhalt zu den Schlüsselbranchen, erlebte allerdings durch diverse Strukturanpassungen Rückschläge, allerdings auch Fortschritte. Die Bauqualität haben klar zugenommen und ebenso wird dieser moderne Wirtschaftszweig durch eine gute Bauingenieur-Kompetenz ausgezeichnet. Gerade Investoren, Privatleute als zudem auch öffentliche Auftraggeber, profitieren von dieser Branche.

Bergbau

Der Bergbau in Sachsen-Anhalt greift ebenfalls auf eine lange Tradition zurück und bildete gerade zum Ende des 19. Jahrhunderts hin die Basis der Wirtschaft. Hierbei kommt wieder der Standort ins Spiel, der durch seine Lage für den Bergbau und die Rohstoffressourcen mehr als positiv ist. Dabei ist die Braunkohlengewinnung ein wichtiger Bestanteil, als aber eben auch die Kali- und Steinsalzförderung. Weitere Zweige sind die Erdgasgewinnung, der Speicherbergbau und der Stein- und Erdenbergbau. Allerdings zählen die zuletzt genannten Punkte zu den kleineren Sektoren. Durch den schon genannten Umstrukturierungsprozess sind alte Industrieflächen und Tagebauen nicht zerfallen, sondern wurden in neue Standorte frei zur Investition umgestaltet, die sich mit unter auf die Naherholung, Freizeit und auf den Tourismus beziehen.

Die Energiebranche und das Energiekonzept

Ein ebenso sehr wichtiger Bestandteil der wirtschaftlichen Struktur in Sachsen-Anhalt ist die Energiebranche. Vor allem im Bezug auf erneuerbare Energien steht Sachsen-Anhalt sehr gut im Vergleich zu anderen Bundesländern dar. Gar 32% des erzeugten Nettostroms greift auf erneuerbare Energien zurück. Dennoch, so vorbildlich diese Leistung auch ist, ist immer noch die Braunkohle der Hauptträger der benötigten Energie, was allerdings aus wirtschaftlicher Hinsicht gut umzusetzen ist, da der Bergbau recht stark in Sachsen-Anhalt dasteht. Auch Politik und das Ministerium für Wirtschaft haben mit ihrem Energiekonzept für 2007 bis 2020 dafür gesorgt, dass Sachsen-Anhalt den Ansprüchen der neuen Energiepolitik gerecht zu werden. Die Ziele der Energiepolitik verlogen dabei die Interessen der Wettbewerbsfähigkeit, Versorgungssicherheit und Umweltverträglichkeit.

Ernährungsgewerbe – Umsatz- und beschäftigungsstärkster Wirtschaftszweig

Wie es die Zwischenüberschrift schon sagt, zählt das Ernährungsgewerbe zu den wichtigsten Branchen in Sachse-Anhalt überhaupt. Sowohl im Bezug auf den Umsatz als auch auf die Beschäftigten. Auch hier profitiert vieles von dem Standort, denn dadurch lässt sich eine Landwirtschaft auf hohem Niveau betreiben und zahlreiche Marken im Bereich der Ernährungsbranche siedeln sich in Sachsen-Anhalt an. Darunter fallen Unternehmen und GmbH wie Hasseröder Brauerei, Rotkäppchen Sektkellerei und Röstfein Kaffee. Darüber hinaus gibt es aber noch viele weitere bekannte Namen.

Zentrum der europäischen Fachglasindustrie

Um Fachglas herzustellen, benötigt man passende Rohstoffe, die sich dabei vor allem auf Quarzsand oder auch Kalk beziehen. Diese Rohstoffe sind durch den aktiven Bergbau in Sachsen-Anhalt zu einer großen Menge verfügbar und daher ist auch dieser Zweig bzw. diese Branche ein sehr starker wirtschaftlicher Zweig in Sachsen-Anhalt. Ein paar Zahlen zu den Beschäftigten sind zum Beispiel im Jahr 2008 1.309 Beschäftigte, was sich dann wiederum bis hinzu dem Jahr 2009 auf 1.436 Beschäftigte erhöhte. Insgesamt bietet Sachsen-Anhalt im Bereich der Fachglasindustrie acht Betriebe. Wie schon bereits gesagt, gibt es in Deutschland kam ein anderes Gebiet, wo das Vorkommen an den nötigen Rohstoffen derart hoch ist, wie in Sachsen-Anhalt.

Der Handel in Sachsen-Anhalt stellt ein Drittel aller Unternehmen

Obwohl ein gutes Drittel aller Unternehmen auf den Handel zurückzuführen ist, stehen Einzelhandel und Großhandel durch den recht hohen Wettbewerbsdruck zunehmend in der Krise. Dies lässt sich vor allem auf den Bevölkerungsrückgang schieben, der leider immer noch stattfindet. Die Zukunft wird zeigen, inwiefern sich die Bereitschaft neue Wege einzuschlagen, im Bereich der Sortimentpolitk, auszahlen wird.

Die Medizintechnik

Durch die oben schon mehrfach angesprochene Tatsache, dass Sachsen-Anhalt im Bereich der Forschung und Wissenschaften zu den Nummer 1 Standorten in Deutschland gehört, zeigt sich dies natürlich auch in der Medizintechnik. Gerade die Nerowissenschaften weisen dabei eine hohe Kompetenz auf und sind eng verknüpft mit modernen medizintechnischen Entwicklungen. Die Ziele der Medizintechnik belaufen sich im Bereich der Neurowissenschaften unter anderem auf die Umsetzung von neuen Lösungsansätzen, Therapien und neue Wege der Diagnostik. Zudem wird auch weiterhegend an der Entwicklung von Therapien, Methoden und Geräten gearbeitet. Momentan entsteht dabei in Schönebeck-Bad Salzelmen ein Kompetenzzentrum für Medizintechnik.

Angaben zur aktuellen wirtschaftlichen Lage in Sachsen-Anhalt

Die wichtigsten wirtschaftlichen Branchen der Wirtschaftsstruktur in Sachsen-Anhalt wurden oben genannt und erklärt. Um zudem genaue Daten zu nennen, so beläuft sich unter anderem im 1. Quartal 2012 alles auf ein recht verhaltendes Umsatzwachstum der Industrie im Bergbau und dem verarbeitenden Gewerbe. Der Export ist dabei leicht fallend, allerdings steigt die Zahl der Beschäftigten weiterhin an. Das Baugewerbe erlebte eine Dämpfung und ebenso ist das Volumen der Auftragsbestände Ende März 2012 8% unter dem vorjährigen Stand. Im Bereich der Gewerbeanzeigen ist die Entwicklung weiterhin ungünstig und die Bilanzen weisen nur wenige positive Gewerbebilanzen bei den Wirtschaftszweigen auf. Die Insolvenzen sind im Vergleich zu dem 4. Quartal des Jahres 2011 wieder 15% erhöht, allerdings gingen die Unternehmensinsolvenzen gegenüber dem Jahr zuvor wieder zurück. Die Höhe der Förderung nahm mit ca 78% stark zu im Vergleich zu dem Quartal aus dem Vorjahr. Der sehr wichtige und komplette Arbeitsmarkt in Sachsen-Anhalt wächst weiterhin und profitiert dabei vor allem von dem Aufschwung, der nach der Wirtschaftskrise stattfand.Die Zahl der Arbeitslosen zum Beispiel ist weiterhin strakt rückläufig, wobei generell Männer stärker von Arbeitslosigkeit betroffen sind, als im Vergleich dazu Frauen. Jedoch ist die Zahl für beide Geschlechter strakt rückläufig. Die genauen Zahlen und Statistiken der einzelnen Branchen und Bereiche können Sie ebenso der Seite http://www.sachsen-anhalt.de/fileadmin/Elementbibliothek/Bibliothek_Politik_und_Verwaltung/Bibliothek_Wirtschaftsministerium/Dokumente_MW/Pressemitteilungen/Daten_I._Quartal_2012.pdf entnehmen, wo Sie genaue Angabe zu den einzelnen Entwicklungen vorfinden, passend zu den einzelnen Branchen.

Insgesamt ist aus den Angaben zu entnehmen, dass mit unter rückläufige Bilanzen der einzelnen Branche zu sehen sind, jedoch ist der Schnitt über längere Distanz gerade bei den traditionellen Sektoren wie der Forschung und Nahrungsgüterindustrie ein klarer Aufschwung zu erkennen. Gerade die bislang noch recht kleinen Sektoren nehmen immer stärker zu und die rückläufigen Zahlen der Arbeitslosen sprechen ebenso für sich. Dennoch kämpfen Politik und Wirtschaft gerade in den Städten immer noch mit der Problematik des Bevölkerungsrückgangs, der sich darüber hinaus nicht positiv zu entwickeln scheint. Dies ist allerdings nur insgesamt der Fall, denn im Bezug auf die sehr gut laufenden Branchen, insbesondere im Bereich der Forschung, erlebt man einen starken Aufschwung an entsprechendem Fachpersonal, welches in den einzelnen Bereichen tätig ist. Dabei sollte man sich genauer die Zahlen der Medizintechnik anschauen. Diese sprechen für sich und stehen für die starke Moderne und Kompetenz, in dieser schon erläuterten Branche. Weitere Daten und Statisten entnehmen Sie dem oben schon genannten Link und der dazugehören PDF-Datei.

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