Innovationsberatung – Alles was Sie zu dem Thema wissen müssen

Gesellschaft und Wirtschaft stellen an ihre Akteure hohe Anforderung im Bezug auf Wandel, Veränderung und Weiterentwicklung. An dieser Stelle setzt in der Regel eine professionelle Innovationsberatung an. Um den Herausforderungen gegenwärtiger und zukünftiger Probleme gewachsen zu sein, bedarf es einer ständigen Erneuerung. Das lateinische Wort für erneuern lautet „innovare“.

Der Begriff Innovation wird heute umgangssprachlich etwas ungenau für Ideen und Erfindungen sowie deren wirtschaftliche Umsetzung verwandt. Wissenschaftler, Experten und Innovationsberater sprechen in der Regel erst dann von einer Innovation, wenn eine Idee beziehungsweise Erfindung erfolgreich in ein oder mehrere neue Produkte, Dienstleistungen oder (technische) Verfahren umgesetzt wurden und diese dann tatsächlich am Markt erfolgreich sind und verbreitet Anwendung finden.

Der Innovationsbegriff in den Wissenschaften

Die Verwendung des Begriffs Innovation im Rahmen der Wirtschaftswissenschaften geht auf den österreichischen Ökonom und Politiker Joseph Schumpeter zurück. Er definierte Innovation im betriebs- und volkswirtschaftlichen Kontext als „Aufstellung einer neuen Produktionsfunktion“. Das heißt, er ging davon aus, dass sich Wirtschaft und Gesellschaft immer dann weiterentwickeln beziehungsweise verändern, wenn Produktionsfaktoren auf eine andere und neue Art und Weise miteinander kombiniert werden. Der Begriff Innovation findet aber nicht nur in den Wirtschaftswissenschaften Verwendung, sondern auch in den Geistes- und Kulturwissenschaften.

In diesem Zusammenhang wird Innovation als eine Ausprägung des forschenden Suchens verstanden. Gesucht wird nach neuen Erkenntnissen beziehungsweise künstlerischen Lösungswegen. Als Voraussetzung für die Lösung von Fragen und Problemen gilt die Neugier des Suchenden (Forschenden) und die Lust auf Erneuerung. In den Geistes- und Kulturwissenschaften stehen daher die Begriffe Avantgarde und Kreativität in einer engen Beziehung mit dem Begriff Innovation.

Die historische Entwicklung des Innovationsbegriffes

Ein Blick auf die Geschichte zeigt eindeutig, dass Gesellschaften und Wirtschaftssysteme von Beginn an ihrer Entstehung einem Wandel unterliegen. Deutlich erkennbar ist, dass Wandel und Erneuerungen oftmals schubweise vorkommen. Daraus lässt sich die These ableiten, dass es wohl bestimmte gesellschaftliche Bedingungen gibt beziehungsweise geben muss, die das Auftreten von Innovationen begünstigen.

Diese gesellschaftlichen Bedingungen müssen nicht immer positiver Natur sein, sondern können sich auch aus negativen Faktoren wie beispielsweise Missernten oder Überbevölkerung ergeben. Daher könnte auch das bekannte Sprichwort „Not macht erfinderisch“ stammen. Die Geschichte hat außerdem gezeigt, dass Innovatives sowohl zufällig als auch systematisch entstehen können. Im letzteren Fall spricht man unter betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten von „Forschung und Entwicklung“ (F&E beziehungsweise R&D für „research and development“).

Im unternehmerischen Bereich also manifestiert sich die systematische Innovation in der Regel in einer eigenen Abteilung innerhalb des Unternehmens. Daher wird im ökonomischen Sinne erst von einer Innovation gesprochen, wenn ein volkswirtschaftlicher Produktionsprozess verändert wurde – also von der Ideenentwicklung über eine konkrete Konzeptentwicklung bis Einführung und Durchdringung des Marktes.

Unterscheidung von Innovationsarten

Um den Markt für Innovationsberatung etwas abzugrenzen, ist es notwendig, kurz der Frage nachzugehen, was denn alles eine Innovation sein kann. Was im Sinne des Innovationsverständnisses „neu“ ist, wird teilweise ganz unterschiedlich bewertet und ist abhängig von der Perspektive.

Das heißt, eine Innovation kann entweder eine Weltneuheit sein, oder es kann sich um eine eher subjektive Neuheit handeln, wenn man eine Innovation beispielsweise aus der Sicht eines einzelnen Unternehmens oder eines Mitarbeiters betrachtet. Es werden daher verschiedene Kategorien unterschieden, um relevante Beratungsfelder besser voneinander abgrenzen zu können.

So kann man Innovation beispielsweise nach technischen, Service-, Geschäftsmodell-, Design- oder soziale Innovationen unterscheiden. Eine andere Unterscheidung kann getroffen werden, wenn man sich die Art ihrer Entstehung näher betrachtet. Innovationsberater unterscheiden hierbei zwischen geschlossenen und offenen Innovationen.

Der Unterschied zwischen beiden Arten ist, dass sich bei der geschlossenen Innovation die Innovatoren innerhalb der Organisation befinden. Bei einer offenen Innovation stützt sich die Innovationskraft einer Organisation vor allem auf die Integration und Nutzung von externen Informationen und Kompetenzen.

Innovationsberatung und Innovationsmanagement

Die Frage ist nun, womit sich Innovationsberater befassen und wie sie Unternehmen im Bereich Innovation beraten und unterstützen können. Grundsätzlich umfasst diese alle Maßnahmen des Innovationsmanagements. Das heißt, Innovationsberater helfen Unternehmen bei der Identifikation und Beobachtung von Trends und zukunftsweisenden Technologien. Innovationsberater bewerten die Tauglichkeit dieser Trends und Technologien für die jeweilige Branche.

Und Innovationsberater unterstützen Unternehmen bei der Ideenentwicklung, Konzeptionierung, Umsetzung, Einführung und Marktdurchdringung von Ideen und Erneuerungen. Dabei bedienen sich Innovationsberater der Instrumente der systematischen Planung, Steuerung, Kontrolle und Evaluation im jeweiligen Unternehmen. Das heißt, zur Entwicklung von Ideen kommen nicht nur Kreativitätstechniken zum Einsatz, sondern es werden auch alle zur Verfügung stehenden Instrumente der Ideenverwertung eingesetzt, um aus einer Idee ein wirtschaftlich erfolgreiches Produkt oder Dienstleistung zu machen.

Da das Innovationsmanagement als ein Bestandteil der Unternehmensstrategie angesehen wird, nehmen Entscheidungen in diesem Bereich Einfluss auf Produkte, Dienstleistungen, Organisationsstrukturen, Fertigungs-, Management- und viele weitere Prozesse innerhalb eines Unternehmens. Wo genau Innovationsberater tätig werden sollen, ist abhängig vom Ziel des Unternehmens.

Soll beispielsweise ein Produkt verbessert werden, wird sich die Beratung in der Regel auf die Befriedigung der Kunden durch das Produkt konzentrieren. Sollen dagegen Prozesse Innovationen unterzogen werden, wird sich der Innovationsberater entsprechend auf die Verbesserung der Effizienz und der Effektivität eines Verfahren konzentrieren.

Unterstützung im Innovationsprozess

Je nach wirtschaftswissenschaftlicher Ausrichtung, unterscheidet man vier bis sechs Phasen in einem Innovationsprozess, der durch den Berater professionell begleitet wird. Das sogenannte „Star-Gate-Modell“ unterteilt den Innovationsprozess in sechs Phasen: Ideensammlung, Ideenbewertung, Produktentwicklung, Produkttests mit Kunden, Produktmarketing und Produktvertrieb.

Andere Modelle haben beispielsweise nur vier Phasen: Ideengewinnung und –konkretisierung, Konzeptdefinition, Konzeptbewertung und –selektion sowie Markteinführung. Innovationsberater begleiten Organisationen durch jede einzelne Phase. Grundsätzlich stellen solche Berater ihr spezifisches Methodenwissen zur Verfügung und leiten die an dem Innovationsprozess beteiligten Mitarbeiter entsprechend unterschiedlicher Methoden und Techniken an.

Der Markt für Innovationsberater

Oftmals sind in Innovationsprozesse mehrere Organisationsteile und / oder externe Dienstleister eingebunden. So ist es nicht ungewöhnlich, wenn Unternehmen spezialisierte Dienstleister in ihren Innovationsprozess einbinden. Meistens stellen sie sowohl ihr Know-how und Methodenwissen zur Verfügung und übernehmen gleichzeitig Teile des Innovationsprozesses und führen diese selbstständig durch.

Innovationsberatung wird unter anderem durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) mit dem Förderprogramm BMWi-Innovationsgutschein („go-innovativ“) gefördert. Auch die örtlichen Industrie- und Handelskammern bieten Innovationsberatung an bzw. vermitteln Kontakte zu zertifizierten Innovationsberatern.

Der Markt für diese Beratungsleistung ist vor dem Hintergrund der sich ständig wandelnden Herausforderungen in einer globalisierten Welt recht groß. Die systematische Innovation stellt einen wesentlichen Motor der betriebs- und volkswirtschaftlichen Entwicklung dar. Die meisten Dienstleiter bieten Innovationsberatung als Teil der Unternehmensstrategie in Verbund mit anderen Beratungsdienstleistung beispielsweise mit Change Management, Strategieberatung oder Prozessmanagement an.

Datum der letzten Aktualisierung

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