Tipps und Tricks für die Gehaltsverhandlung beim Berufseinstieg

Der Bedarf an Beratungsleistungen in Deutschland ist in den vergangenen Jahren, vor allem ausgelöst durch die Globalisierung sowie die technischen und digitalen Innovationen, kontinuierlich gestiegen.

Der Bundesverband der deutschen Unternehmensberatungen (BDU) gibt dabei den Gesamtumsatz der Branche im Jahr 2014 mit 25,2 Milliarden Euro an, was einem Wachstum von 6,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Für das Jahr 2015 wird mit einer weiteren Steigerung von rund 7,4 Prozent gerechnet. Da die Umsätze in dem Wirtschaftszweig relativ hoch sind, können hier auch relativ hohe Gehälter durchgesetzt werden.

Die Gehälter in der Beratungsbranche

Grundsätzlich gilt, dass die Beratungsunternehmen von ihren Mitarbeitern auf der Leistungsseite einiges fordern. Einen Alltag von acht Uhr morgens bis fünf Uhr nachmittags im immer gleichen Büro sucht man in der Beratungsbranche vergebens.

Auf der anderen Seite bietet die Branche ihren Angestellten auch einiges an, nicht zuletzt monetär. Dabei kommen zu dem Gehalt oftmals zusätzliche Leistungen hinzu, die man in anderen Branchen nicht so leicht bekommt.

So ist es in manchen Beratungen normal, den neuen Kollegen, mitunter auch den Absolventen, direkt einen Geschäftswagen zur Verfügung zu stellen. In der Regel ist man als Berater ohnehin mehrere Tage die Woche unterwegs und so rechnet sich dies nicht nur für einen selbst, sondern genauso für die Beratungsfirma.

Die Größe des Unternehmens ist ein wesentlicher Faktor

Dabei differiert das Gehalt im Allgemeinen und das für Absolventen im Besonderen danach, welche Größe die Unternehmensberatung hat, in der man arbeitet. Genauso spielt der Schwerpunkt der Beratung eine Rolle.

So lässt sich generell feststellen, dass die großen Strategieberatungen am meisten bezahlen, da die Leistungen langfristig ausgelegt und am komplexesten sind.

Daher lassen sich in diesem Segment nicht nur die höchsten Umsätze generieren, sondern ebenso die höchsten Gehälter durchsetzen.

Richtwerte geben Berufseinsteigern eine Orientierung

Das Einstiegsgehalt von Absolventen schwankt dabei sehr stark und liegt im Durchschnitt zwischen 40.000 und 50.000 Euro im Jahr. Bei den Top-Strategieberatungen kann es sogar deutlich über 70.000 Euro liegen, doch das Gros der Studienabgänger fängt bei kleineren mittelständischen Unternehmen an.

Zum Vergleich sei erwähnt, dass Unternehmen mit mehr als 1.000 Angestellten den Neuankömmlingen knapp 45.000 Euro im Jahr zahlen, während Unternehmen mit unter 100 Mitarbeitern im Durchschnitt beispielsweise etwas unter 40.000 Euro jährlich ausschütten.

Die Aussichten sind dabei für die Zukunft noch rosiger, zumindest wenn nur ein Blick auf die geldliche Seite geworfen wird: Gehälter von weit über 100.000 Euro selbst in kleineren Managementberatungen sind auf Partnerebene keine Seltenheit.

Mit der richtigen Verhandlungstaktik zum Erfolg

Als künftiger Berater müssen Sie eines für Ihren Alltag sowieso beherrschen: in Gesprächssituationen zu improvisieren und zu überzeugen. So können Sie Ihr finales Bewerbungsgespräch mit den spätestens dann stattfindenden Gehaltsverhandlungen als Trainingslager für Ihren künftigen Job nutzen. Verkaufen Sie sich keinesfalls unter Wert!

Sie kennen die Gehälter in der Szene aus der einschlägigen Literatur genauso gut wie Ihre eigenen Kompetenzen. Sie sollten immer den Dreh darauf lenken, warum Ihre Qualifikationen für die zu besetzende Stelle so wichtig, oder am besten, so einzigartig sind. Verkaufen Sie Ihr Wissen als knappes Gut, dass genau zu dem Stellenprofil passt. Dann lassen sich ebenso hohe Gehälter durchsetzen.

Analysieren Sie alle Einflussfaktoren

Grundsätzlich wird die Höhe des Gehalts zusätzlich von mehreren Faktoren beeinflusst, die Sie bei der Durchsetzung Ihrer Forderung immer berücksichtigen sollten.

So spielen neben der allgemeinen Angebots- und Nachfragesituation am Arbeitsmarkt, die individuellen Qualifikationen eines jeden Bewerbers ebenso eine entscheidende Rolle.

Passt das Qualifikationsprofil des Bewerbers oder der Bewerberin zu den Aufgaben, die in der Position erledigt werden sollen? Falls das uneingeschränkt zutrifft, kann sich dies positiv auf die Höhe Ihres Einkommens auswirken.

Im Weiteren muss immer die Region und das dort vorherrschende Gehaltsgefüge beachtet werden, in der man sich bewirbt. In München werden sich beispielsweise höhere Gehälter durchsetzen lassen als in Stralsund. Nur sind in letzterem ebenso die Kosten für die Lebenshaltung um einiges geringer.

Daneben wird von den Mitarbeitern der Personalabteilungen darauf geachtet, dass für die Stelle relevante Praktika absolviert wurden oder das beim Bewerber die für die Unternehmensberatung zwingend erforderliche internationale Kompetenz durch den Nachweis von Sprachkenntnissen und Auslandsaufenthalten vorhanden ist.