Führen mit Zielen – So werden Sie in ihrem Unternehmen erfolgreich

Aktuelle Informationen zum Thema Führen mit Zielen

Arbeitgeber haftet unter Umständen für fehlende Zielvereinbarungen

20.07.2016: Ein Arbeitgeber kann auch dann zur Zahlung von Bonusleistungen verpflichtet sein, wenn keine Ziele explizit und schriftlich vereinbart wurden. anwaltauskunft.de berichtet über den Fall eines Arbeitnehmers, welcher dahingehend vor zwei Gerichten recht gesprochen bekam. Die Gerichte argumentierten, dass der Arbeitgeber in der Pflicht steht, über das Thema mit seinen Angestellten zu sprechen, wenn bereits in den Vorjahren Ziele ausgehandelt wurden. Tut er dies nicht, müssen die Bonuszahlungen als Bestandteil des Gehaltes ausbezahlt werden.

Basiswissen zum Thema Führen mit Zielen

In Zeiten der sich schnell ändernden Anforderungen an Unternehmen durch ein ständig wechselndes Wettbewerbsumfeld und die dadurch komplexer werdenden Prozesse und Aufgaben, mit denen die Unternehmensleiter konfrontiert sind, hat sich das Führen mit Zielvereinbarung als ergebnisorientiertes Führungsmodell in Unternehmen zunehmend als Kernaufgabe etabliert. Das Thema ZVB berührt dabei sowohl das Leistungsspektrum der Managementberatung als auch der Personalberatung. Bevor ich jedoch in die Details einsteige, will ich nachfolgend erst einmal eine allgemeingültige Definition geben.

Führung mit Zielvereinbarung – eine Definition

Die ZVB, auch Management-by-Objectives (MbO) genannt, ist ein Management-Tool, bei dem Vorgesetzte und Mitarbeiter gemeinsam individuelle Ziele vereinbaren, die von den strategischen Zielen des Unternehmens getragen sind und mit diesen harmonisieren.

Aus der Summe der einzelnen Ziele der Mitarbeiter und der Führungskräfte setzen sich die Unternehmensziele zusammen. Es werden Ziele vereinbart, nicht die Art und Weise der Ausführung. Der Mitarbeiter ist für die Erreichung seiner gesetzten Ziele allein verantwortlich und bekommt im Gegenzug mehr Autonomie und Handlungsspielraum in seinem Schaffensprozess. Das wiederum trägt erheblich zur Motivationssteigerung des Mitarbeiters bei.

Die Vorteile von Führungszielen

  1. Im Gegensatz zu dem Modell der Zielvorgaben hat der Mitarbeiter bei der Zielvereinbarung die Möglichkeit, die Zielsetzung zu beeinflussen und mitzubestimmen. Dies führt zu einer höheren Akzeptanz der gesetzten Ziele.
  2. In weiterer Folge führt die Eigenverantwortung der Zielerreichung zur beruflichen und persönlichen Weiterentwicklung des Mitarbeiters.
  3. Anhand der festgelegten Ziele bekommt der Mitarbeiter zusätzlich eine Orientierungshilfe an die Hand. Er weiß konkret, mit welchen Aufgaben er betraut ist und kann diese gezielt lösen.
  4. Durch die Festlegung der Unternehmensziele und Abstimmung der individuellen Ziele des Mitarbeiters auf die Strategie des Unternehmens, bekommt der Mitarbeiter einen Blick auf das große Ganze. Dadurch fühlt er sich motiviert, einen Teilbetrag zur Erfüllung des Unternehmenszieles zu leisten.
  5. Vorgesetzte werden durch die Übertragung der Verantwortung betreffend der Art und Weise der Arbeitsausführung auf die einzelnen Mitarbeiter entlastet und können sich im Wesentlichen auf die Erreichung der Ziele konzentrieren.

Grundsätze zur Schaffung effektiver Ziele

Es werden prinzipiell zwei Arten von Zielen unterschieden:

  1. Quantitative Ziele: sind in Zahlen messbar, unter anderem Umsatz und Gewinn.
  2. Qualitative Ziele: müssen anhand anderer Faktoren gemessen werden. Dazu zählen unter anderem organisatorische und Arbeitsziele sowie die persönlichen Ziele.

Damit der einzelne Mitarbeiter weiß, was von ihm erwartet wird, und er sich bei seiner Tätigkeit darauf konzentrieren kann, werden die Ziele zwischen Führungskraft und Mitarbeiter gemäß der SMART-Regel formuliert:

S – spezifisch (eindeutig, konkret, präzise)

M – messbar (durch festgelegte Kennzahlen, damit sie überprüfbar sind)

A – aktiv beeinflussbar, angemessen, attraktiv

R – realistisch, relevant für das Unternehmensziel

T – terminiert, mit Anfangs- und Endzeitpunkt

Wie sieht nun der Gesamtprozess aus?

Der Prozess besteht im Wesentlichen aus folgenden Schritten:

  1. Festsetzten der strategischen Unternehmensziele.
  2. Zielbildungskaskade: Die Unternehmensziele werden hierarchisch an die einzelnen Ebenen bis zum einzelnen Mitarbeiter weitergegeben und innerhalb der Ebenen aufeinander abgestimmt. Gleichzeitig ist ein Ressourcenplan zu erstellen.
  3. Zielvereinbarungsgespräch: Im Anschluss erfolgt das Gespräch zur ZVB zwischen Führungskraft und Mitarbeiter, in welchem schriftlich die einzelnen Ziele festgesetzt werden.
  4. Umsetzung der Arbeitsschritte und Maßnahmen durch den Mitarbeiter: Während des Prozesses können Führungskraft und Mitarbeiter anhand der Bemessungskriterien, welche im Zielvereinbarungsgespräch festgesetzt wurden, die Zwischenziele stets kontrollieren und gegebenenfalls anpassen.
  5. Feedback am Ende des Zielerreichungszeitraums: Zum Schluss wird anhand der Kennzahlen gemessen, ob beziehungsweise inwieweit die Ziele erreicht wurden. Im Zuge eines Mitarbeitergespräches erhält der Mitarbeiter die Möglichkeit eines Feedbacks durch die Führungskraft.
  6. Vergütung: Wurde an die Erreichung des vereinbarten Zieles eine finanzielle Belohnung geknüpft, wird diese gemäß der erbrachten Leistung ausbezahlt.

Wichtigste Voraussetzung sind gut geschulte und qualifizierte Manager

Die Zielerreichung des Mitarbeiters und somit in Summe des Unternehmens hängt davon ab, wie gut geschult die Vorgesetzten sind. Bei mangelnder Qualifizierung der Führungskräfte kann es zu vielfältigen Fehlern kommen, welche die Erreichung der Ziele beeinflusst oder verhindert:

  1. Es kommt zu Verständnisproblemen, wenn die Ziele unzureichend konkretisiert sind.
  2. Oftmals werden zu viele Ziele vereinbart.
  3. Die zur Verfügung stehenden Ressourcen sind nicht ausreichend.
  4. Es fehlen von vornherein die Unternehmensziele oder die individuellen Ziele decken sich mit diesen nicht.
  5. Ziele werden nicht vereinbart, sondern vorgegeben.
  6. Das Erreichen / Nicht-Erreichen des Zieles führt zu keiner Konsequenz.
  7. Die Zielerreichung kann mangels festgelegter Kennzahlen nicht gemessen werden.

Datum der letzten Aktualisierung

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