Coaching – alles was Sie wissen müssen

Der Markt für Coaching boomt. Überall gibt es heute Coaches für alle möglichen und (un-)denkbaren Probleme und Anliegen.

Sogenannte „Bindestrich-Coaches“ bieten Beratung und Begleitung in allen Lebenslagen an. Dabei verstehen viele Trainer und Klienten etwas anderes unter dem Begriff Coaching.

Das führt dazu, dass es zu einer beinahe inflationären Verwendung des Begriffes kommt und Formate und Methoden als Coaching bezeichnet werden, wo es sich aber bei genauerer Betrachtung eher um Training, Mentoring, Supervision oder Consulting handelt.

Begriffsentwicklung – Vom Kutscher zum Prozessbegleiter

Der Begriff Coaching wird von dem englischen Verb „to coach“ abgeleitet, was im modernen Sprachgebrauch so viel wie „betreuen“ oder „trainieren“ bedeutet. Daher werden Sporttrainer im englischen Sprachraum als „Coach“ bezeichnet.

Allerdings kann damit der Begriff nicht allein erklärt werden. Sprachgeschichtlich gesehen bedeutet „Coach“ nicht nur Trainer sondern auch „Kutsche“.

Diese Bedeutung verweist bereits eher auf das, was wir heute allgemein als Coaching verstehen. Geschützt durch den Innenraum der Kutsche macht sich der Reisende mit Hilfe des Kutschers auf den Weg, um ein bestimmtes Reiseziel zu erreichen.

Der Kutscher sorgt dafür, dass der Reisende sein Vorhaben möglichst schnell erreicht. Der Coach sorgt für die richtigen Rahmenbedingungen, er kennt den Weg und die Hindernisse, die auf dem Weg dahin liegen.

Er kann die Hindernisse aus dem Weg räumen oder umfährt sie. Der Kutscher achtet außerdem darauf, wie viele Strapazen er den Pferden und dem Reisenden auf dem Weg zumuten kann.

In dieser Bedeutung hat sich das Wort „Coach“ auch heute noch als gängige Bezeichnung für ein anderes Massentransportmittel erhalten: Ein Bus wird im englischen Sprachgebrauch auch als „Coach“ bezeichnet.

Universität und Sport prägen das moderne Coaching

Erst um 1885 erhielt der Begriff „Coach“ eine Zusatzbedeutung, die dem Verständnis eines modernen Coaches entspricht.

Private Tutoren an Universitäten in England und den USA wurden als Coach bezeichnet, da sie ihre Studenten durch Unterweisung, Anleitung oder Beratung unterstützten.

Seit den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts verbreitete sich der Coach-Begriff in seiner modernen Form im Sport.

Durch zusätzliches körperliches und vor allem mentales Üben verhelfen diese Sportlern zur Leistungssteigerung und mehr Erfolgen.

Dafür mussten und müssen Sport-Coaches vor allem über psychologisch fundierte Trainingsmethoden verfügen, um ein optimales auf den Sportler / die Mannschaft ausgerichtetes Trainingskonzept zu entwickeln.

Von hier aus dauerte es nicht lange, bis der Begriff auch in den beruflichen Kontext einzog. Vorreiter waren in den 1970er Jahren die USA.

Hier erkannte man schnell, dass Coaching eine effektive Methode darstellt, mit deren Hilfe Manager und Führungskräfte ihre Mitarbeiter zu Höchstleistungen bringen konnten.

Auch in der obersten Führungsebene wurde es zunehmend eingesetzt, um Topmanager zur kritischen Selbstbeobachtung zu befähigen, um selbst wiederum ihre wachsenden Führungsaufgaben erfolgreich wahrnehmen zu können. Es dauert noch einmal bis in die 1980er Jahre, bis Coaching auch in der deutschen Wirtschaft als Führungsmethode Einzug hielt.

Aus dieser Zeit stammt auch der Sprachgebrauch: „die Führungskraft als Coach“. Um ein guter Coach für seine Mitarbeiter und Kollegen zu sein, nehmen viele Führungskräfte heute selbst Coaching als Dienstleistung in Anspruch, um den beruflichen aber auch privaten Anforderungen als Führungskraft gerecht zu werden.

Das moderne Coaching-Verständnis

Heute wird unter Coaching vor allem die Entwicklung von persönlichen Fertigkeiten verstanden. Das heißt, es wird als längerfristige Beratung verstanden, die die Weiterentwicklung und Umsetzung beruflicher und persönlicher Ziele und Perspektiven umfasst.

Dies schließt die Unterstützung der Coachee durch den Coach bei der eigenständigen Bewältigung beruflicher und privater Veränderungen mit ein. Durch das Coaching sollen vor allem wichtige Selbstmanagement- und Umsetzungskompetenzen gefördert werden.

Für Führungskräfte sind Coaching-Fähigkeiten nach wie vor eine wichtige Führungskompetenz, um die Leistungsfähigkeit ihrer Mitarbeiter zu entwickeln und deren Motivation zu steigern.

Zusammengefasst wird im Coaching ein konkretes Ergebnis angestrebt und mit Hilfe des Beraters der Weg beschritten und erreicht. Die Reise wird vom Coach entsprechend der Persönlichkeit des Coachees und des angestrebten Zieles gestaltet.

In diesem Zusammenhang verstehen sich Coaches als Prozessbegleiter, die ihren Klienten bei der Ressourcenidentifizierung und Umsetzung ihrer beruflichen und privaten Ziele helfen. „Coaching“ und „Coach“ sind keine rechtlich geschützten Begriffe.

Es gibt keine staatlich anerkannte Ausbildung und damit auch keine einheitlichen Qualitätsstandarts. Coaching-Interessierte können sich aber an den Ausbildungsstandards der großen Fach- und Coaching-Verbände orientieren und die Trainer auswählen, die ihren Vorstellung und Anliegen am besten entsprechen.

Abgrenzung – Psychotherapie, Training, Mentoring, Supervision

Obwohl Coaching kein gesetzlich geschützter Begriff ist, muss er gegenüber anderen Beratungsformaten und Methoden teilweise sehr deutlich und trennscharf abgegrenzt werden.

Coaching versus Psychotherapie

Die schärfste Abgrenzung findet dabei gegenüber der Psychotherapie statt. Coaching bewegt sich latent in einer gesetzlichen Grauzone. Die Grenze zur Psychotherapie kann daher schnell und in der Regel unbeabsichtigt überschritten werden.

Als Faustregel für die Abgrenzung von Coaching und Psychotherapie gilt, dass solange Störungen oder Krankheiten nicht beeinflusst werden, es sich nicht um Psychotherapie handelt. Die Abgrenzung ist umfangreich gesetzlich geregelt.

In der Praxis jedoch verschwimmt die Trennlinie sehr schnell und der Coach begibt sich in rechtlich unsicheres Fahrwasser, vor allem weil sich Coaching und Psychotherapie teilweise gleicher Prinzipien und Methoden bedienen.

Ein guter Coach muss also ein wesentliches Verständnis für die gesetzliche Lage mitbringen, um von Fall zu Fall entscheiden zu können, ob es sich noch um Coaching handelt oder um Psychotherapie und ggf. ein Therapeut hinzugezogen werden muss.

Coaching versus Training

Training lässt sich von Coaching insofern abgrenzen, als dass dieses dem Erlernen konkreter Fähigkeiten oder Verhaltensweisen entspricht.

Im Vordergrund stehen weniger die Selbstreflexion des Klienten beziehungsweise das Erarbeiten von Lösungsvorschlägen, als vielmehr die konkrete Übung und das angestrebte Trainingsziel.

Die Rollenverteilung im Training ist geprägt von einem deutlichen Meister/Lehrer-Schüler-Verhältnis.

Coaching versus Mentoring

Mentoring stellt ein Instrument der Personal- und Führungsentwicklung dar. Im Rahmen einer Partnerschaft zwischen einer erfahrenen Führungskraft (Mentor) und einer unerfahrenen Führungskraft (Mentee) gibt der Mentor sein Wissen und seine Erfahrungen an den Mentee weiter.

Das Ziel des Mentoring ist es, dass die unerfahrene Führungskraft in ihrer persönlichen und/oder beruflichen Entwicklung gefördert wird.

Der Unterschied zum Coaching ist, dass der Mentor keine neutrale Rolle einnimmt, sondern auch hier in der Regel ein Meister-Schüler-Verhältnis vorherrschend ist. Der Coach dagegen nimmt die Position eines neutralen Dritten ein, der dem Coachee auf gleicher Ebene begegnet.

Coaching versus Supervision

Ebenfalls klar vom Coaching zu unterscheiden ist Supervision. Bei der Supervision handelt es sich um eine Beratungsform, in der die Interaktionen und Verhaltensmuster Einzelner oder von Gruppen/Teams oder ganzer Organisationen analysiert werden.

Sinn der Analyse ist die Verbesserung und Optimierung der Interaktionen und Verhaltensweisen, um potenzielle Konfliktherde (präventiv) zu beseitigen. Im Rahmen der Supervision gibt es klare Spielregeln, die den Prozess begleiten.

Die Gemeinsamkeit von Supervision und Coaching ist die Reflektion konkreter Situationen und des Innenlebens der Beteiligten, um deren jeweilige Motivation transparent zu machen.

Fast jeder hat schon einmal von solchen Situationen gehört: Konflikte unter Mitarbeitern sind derart eskaliert, dass sie inzwischen Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit der Abteilung haben. Die Marketingstrategie eines Unternehmens zeigt nicht mehr den gewünschten Erfolg.

Ein Geschäftsführer muss seine Mitarbeiter über die schwierige Lage des Unternehmens informieren. In solchen Situationen kann es für Firmen oder Organisationen hilfreich sein, externen Sachverstand zu Rate zu ziehen.

Coaching oder Consulting sind Möglichkeiten, sich diese Hilfe ins Haus zu holen. Doch welches Beratungskonzept passt zu welchem Problem?

Coaching und Consulting – ähnlich und doch sehr verschieden

Ziel beider Dienstleistungen ist es, die Leistungsfähigkeit und Zukunftsfähigkeit von Organisationen sicherzustellen und zu optimieren. Der jeweilige Tätigkeitsschwerpunkt und die konkreten Maßnahmen allerdings unterscheiden sich. Beim Consulting stehen Sachprobleme im Vordergrund.

Es geht beispielsweise darum, organisatorische oder technische Veränderungen zu implementieren. Dem Coaching liegt ein anderer Ansatz zugrunde: Hier steht der Mensch im Fokus. Ein Coaching soll ihn darin unterstützen, sein Potenzial optimal im Sinne des Unternehmens einzusetzen.

Coaching dient der Potenzialentwicklung für Fach- und Führungskräfte

Personen mit Führungsverantwortung und solche in Steuerungspositionen sind die Zielgruppe von Coaching. Es geht dabei um Potenzialentwicklung sowie Steigerung und Erhalt ihrer Leistungsfähigkeit in einem sich immer schneller wandelnden Umfeld.

Diese Personen lernen in einem Coaching, Strategien für die Lösung von Problemen zu entwickeln, ihre unterschiedlichen Rollen aktiv zu gestalten und auszufüllen.

Denn oftmals scheitern Projekte, Zielerreichung oder Leistungssteigerung nicht an mangelndem Fachwissen oder an ihrer Machbarkeit, sondern an der konstruktiven und fruchtbaren Zusammenarbeit aller Beteiligten.

Coaching liefert Denkanstöße und keine fertigen Lösungen

Ein Coach gibt dabei keine fertigen Lösungen vor oder hält Ratschläge parat, sondern er ermuntert den Kunden, eigene Lösungsstrategien zu entwickeln. Coaching unterstützt die Selbstwahrnehmung und Selbstreflexion.

Sie schafft so die Grundlage, die Bandbreite der eigenen Verhaltensoptionen und Einstellungen zu erweitern. Sinn des Coaching ist es, neue Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen und die Fähigkeiten der Fach- und Führungskräfte optimal im Sinne des Unternehmens zu entwickeln.

Coaching bietet Unterstützung bei vielfältigen Herausforderungen

Es gibt in Unternehmen viele Situationen, in denen Coaching hilfreich sein kann. Tritt ein Mitarbeiter beispielsweise eine neue Führungsaufgabe an, so unterstützt Coaching ihn, seine Position als neuer Chef gegenüber seinen Mitarbeitern zu definieren.

Ein Abteilungsleiter entwirft so Schritte zur Konfliktlösung unter seinen Mitarbeitern und entwickelt ein klares Bild seiner eigenen Rolle und Verantwortung.

Ein Geschäftsführer erarbeitet eine Kommunikationsstrategie, um der Belegschaft schwierige Sachverhalte mitzuteilen, ohne dabei Angst und Demotivation zu schüren.

Ein guter Coaching-Prozess entwickelt sich Stück für Stück

Ein typischer Coaching-Prozess hat fünf Phasen, die oftmals ineinandergreifen. Nach einem Erstgespräch folgt eine Phase der Orientierung, in der Vorgehensweise und Ziele konkretisiert werden. In einem nächsten Schritt erfolgt eine genaue Analyse der Fragestellungen.

Darauf folgt die Veränderungsphase, in der Veränderungen bewusst thematisiert und konkrete Handlungsalternativen erprobt werden. Zuletzt wird ein Handlungsplan für die Zukunft entwickelt.

Consulting bietet Lösungen für betriebswirtschaftliche Problemstellungen

In einem sich stetig entwickelnden Unternehmen stehen immer wieder konkrete betriebswirtschaftliche Entscheidungen an. Hier kommt das Consulting ins Spiel. Consulting ist das Hinzuziehen von externem Spezialwissen und kann in unterschiedlichen Unternehmensbereichen eingesetzt werden.

Consulting erarbeitet bei strategischen und organisatorischen Fragestellungen Lösungsvorschläge und kommt auch für Probleme in den Bereichen Führung und Marketing in Frage.

Es gibt auch Consulting, das spezielle Nischen abdeckt. Dazu gehören zum Beispiel Dienstleistungen im IT-Bereich oder im Bereich Personalberatung und Personalentwicklung.

Consulting bringt Spezialwissen ins Unternehmen

Ist ein spezielles Fachwissen nicht vorhanden oder kann es nur langfristig und kostenintensiv aufgebaut werden, so kann es sinnvoll sein, ein Consultingunternehmen zu beauftragen.

Das Spezialwissen ist dort bereits vorhanden, und Ergebnisse können so schneller erzielt werden. Oftmals erleichtert ein unabhängiger Blick von außen, Lösungen für komplizierte Zusammenhänge im eigenen Haus zu finden.

Umfangreicher Werkzeugkasten für komplexe Zusammenhänge

Consulting bedeutet im Gegensatz zum Coaching, dem Kunden ganz konkrete Lösungsstrategien für ein bestimmtes Problem zu liefern. Eine strukturierte Arbeitsweise und fundierte Analyse kennzeichnen das Consulting.

Aufgrund seiner fachlichen und analytischen Kompetenz erarbeitet ein Consultant für das Unternehmen ausführliche Konzepte und Ratschläge. Dazu verfügt ein Consultant über ein großes Repertoire an Methoden und Instrumenten: Projektarbeit, Portfolio-Analyse und Gemeinkostenwertanalyse, um an dieser Stelle nur einige zu nennen.

Ein gutes Consulting ist immer individuell

Je nach Kundenwunsch und Notwendigkeit kann Consulting verschiedene Ausprägungen annehmen. Ist Consulting eher im Bereich Krisenmanagement angesiedelt, bekommt ein Consultant weitreichende Entscheidungsbefugnisse im Unternehmen.

Ein Consultant kann in das Organisationsgeschehen eingreifen oder aber mehr die Rolle eines reinen Ratgebers übernehmen, der Hilfe zur Selbsthilfe anbietet.

Coaching oder Consulting – Für jede Krankheit die richtige Medizin

Unternehmen, die für interne Probleme externe Unterstützung benötigen, haben die Möglichkeit, auf die Dienstleistung des Coachings oder auf Consulting zurückzugreifen. Zielsetzung sowie Instrumente und Techniken unterscheiden sich allerdings. Wer das weiß, der kann im Bedarfsfall die richtige Wahl treffen.

Coaching in Unternehmen

Zurzeit könnte man den Eindruck gewinnen, dass die Coaching-Branche nur noch auf die Prozessbegleitung von (Top-)Führungskräften abzielt. Dies liegt sicherlich darin, dass mit dem Coaching von Topmanagern viel mehr Geld zu verdienen ist, als mit Führungskräften der darunterliegenden Ebenen oder Mitarbeitern des Unternehmens.

Es scheint so, dass der Gedanke „die Führungskraft als Coach“ ein wenig in Vergessenheit geraten ist.

Die Vorbereitung der Führungskräfte als Berater ihrer Mitarbeiter findet fast ausschließlich im Rahmen unternehmensinterner Führungskräfteentwicklung statt.

Wer als Führungskraft selbst eine Coachingmaßnahme in Anspruch nehmen möchte, greift in der Regel auf externe Angebote zurück. Wobei vor allem größere Firmen und Organisationen verstärkt interne Coaches zur Verfügung stellen.

Beide, externe und interne Coachings, haben ihre Berechtigung sowie Vor- und Nachteile. Ein wenig in Vergessenheit geraten zu sein scheinen die Führungskräfte der mittleren Ebene. Dabei scheint vor allem diese Zielgruppe ein immer stärkeres Bedürfnis nach Coaching zu haben.

Sie befinden sich meist in einer unbefriedigenden Sandwichposition. Über ihnen die Unternehmensleitung mit ihren Unternehmenszielen und unter ihnen die Interessen und Bedürfnisse der Mitarbeiter.

Führungskräfte der mittleren Ebene sehen sich meist zwei teilweise diametral entgegenstehenden Positionen gegenüber und müssen nun versuchen diese miteinander in Einklang zu bringen beziehungsweise sind gezwungen die Vorgaben der Unternehmensleitung auch gegen die Interessen und Bedürfnisse ihrer Mitarbeiter umsetzen.

Dabei geraten schnell die eigenen Bedürfnisse und Interessen der mittleren Führungskräfte ins Hintertreffen. Die Folgen können sein: Resignation, innere Kündigung, Suchtverhalten, Depression (Burn-out) oder Kündigung.

Vor diesem Hintergrund gibt es immer mehr Angebote von Trainern, die sich genau an diese Zielgruppe wenden. Diese Tendenz ist zudem Konsequenz der Entwicklung des Marktes für Coaching-Dienstleistungen.

Der Markt für Coaching-Dienstleistungen in Deutschland

Man könnte das Gefühl bekommen, dass es im Moment für jedes berufliche und private Bedürfnis diverse Coaching-Angebote gibt. Diese Berater sind in den letzten Jahren wie Pilze aus dem Boden geschossen.

Dies hat zu einer Verschärfung des Wettbewerbs auf dem Markt geführt. Teilweise sind die Preise für Personal- und Business-Coaching tief gefallen.

Der Beratungsmarkt ist heiß umkämpft. Demgegenüber steht die ungebrochene Nachfrage nach qualitativ hochwertigen Coachings.

Vor allem vor dem Hintergrund des demografischen Wandels, der anhaltenden Globalisierung und dem allgemeinen Wandel von Gesellschaft, Wertvorstellungen und beruflichen wie privaten Rahmenbedingen steht dem großen und vielfältigen Angebot eine ebenso große Nachfrage entgegen.

Dominiert wird der Markt für Coaching-Dienstleistungen vor allem von Einzelunternehmen oder kleinen Gesellschaften bürgerlichen Rechts (GbR). Da die Coaching-Dienstleistung eine persönlich erbrachte Dienstleistung ist, dominieren hier vor allem Einzel-Coaches.

Die Qual der Wahl bei der Coachingsuche

Entscheidend für den Erfolg sind unter anderem der Ruf, das Know-how, die berufliche Herkunft, die Professionalität des eigenen Auftretens sowie Empfehlungen namhafter Klienten.

Besonders erfolgreiche Coaches können vor allem im Business-Bereich Tagessätze im vierstelligen Euro-Bereich verlangen. Am Ende der Pyramide stehen Trainer im Personal-Bereich, die Stundensätze zwischen 50 und 100 Euro verlangen.

Dabei sei jedoch darauf hingewiesen, dass der Preis nichts über die Qualität und den Erfolg eines Coachings aussagt! Der Coaching-Markt ist in der Regel ein lokaler und regionaler Markt. Es gibt nur wenige Business-Coaches, die überregional und deutschlandweit oder sogar international nachgefragt werden.

Millionär werden kann man als Coach wahrscheinlich nicht. Das ist auch der Grund, warum viele Berater neben ihrer Coaching-Dienstleistung noch weitere Dienstleistung wie Beratung, Supervision oder Coaching nur als nebenberufliche Tätigkeit als zweites Standbein anbieten.

Um als Coach ausschließlich davon leben zu können, braucht es Zeit, Durchhaltevermögen, gute Kontakte, fundiertes Wissen und viel Erfahrung.

Durch die Erschließung neuer Coaching-Märkte und Zielgruppen wird auch in Zukunft der Coaching-Boom weiter anhalten.

Um die Übersicht nicht zu verlieren und eine einheitliche Qualität zu garantieren, würden die großen Coaching-Verbände gut daran tun, sich zusammenzusetzen und entsprechende Standards zu entwickeln, die gegebenenfalls gesetzlich verankert werden.

Dies würde Firmenkunden und Privatpersonen die Beurteilung und Auswahl von Coaches wesentlich erleichtern.