Case Studies – Aktuelle Infos und Grundlagenwissen

Viele Unternehmen greifen heutzutage in Bewerbungsverfahren auf die sogenannte „Case-Study-Methode“ zurück, mit der anhand exemplarischer, oft fiktiver Fallstudien die analytischen Fähigkeiten junger Absolventen und Bewerber getestet werden.

Lesetipp zum Thema Case Studies

Mit Case Studies richtig auf eine Bewerbung vorbereiten

Ihre Herangehensweise an Problemstellungen, ihr geschäftliches Urteilsvermögen und ihre kommunikativen Fähigkeiten werden auf die Probe gestellt, indem potentielle Kundensituationen geschaffen werden, denen das Beratungsteam im jeweiligen Unternehmen begegnen kann. Im Bewerbungsgespräch wird entsprechend erwartet, dass eine Problemstellung analysiert und in handhabbare Stücke unterteilt wird, die dann Schritt für Schritt durchdacht und bearbeitet wird.

Dabei ist es wichtig, Denkvorgänge zu jedem einzelnen Schritt erklären zu können und Annahmen, Überlegungen und Berechnungen wiederum zu jedem einzelnen Punkt transparent zu machen. Geschäftsspezifische Vorkenntnisse oder brancheninternes Knowhow sind dabei weniger wichtig als geistige Beweglichkeit und die gekonnte Anwendung allgemeiner Analyseprinzipien.

Sie bereiten sich richtig auf eine Bewerbung vor, indem Sie sich mit dieser Methode vertraut machen und eine Reihe exemplarischer Fallstudien durchspielen, denn wie in allen anderen Bereichen gilt auch hier: nur Übung macht den Meister!

Das A und O der Vorbereitung mit Case Studies

Die Fallstudie ist eine interaktive Übung. Klärende Fragen sind daher absolut zulässig und werden je nach Unternehmen sogar erwartet. Auch eine Einbindung des Interviewenden in die Diskussion ist eine lösungsorientierte Herangehensweise, die positiv gewertet wird.

Notieren Sie Hintergrundinformationen, wenn zu befürchten ist, dass Sie Details vergessen könnten. Auch in der realen Kundensituation sind Notizen eine valide Gedächtnisstütze, die selbst erfahrene Unternehmensberater nicht missen möchten. Eine entsprechende Vorbereitung Ihrerseits mit Stift und Papier ist selbstverständlich.

Eine strukturierte Vorgehensweise zur Lösung des Problems ist essentiell. Die Erklärung des Analysevorhabens ist ebenso wichtig wie die tatsächliche Analyse selbst. Zeigen Sie alle Zwischenschritte auf und erklären Sie die Argumentationsfolge zu jeder Annahme.

In einer Fallstudie werden Ihnen voraussichtlich auch einfache mathematische Aufgaben begegnen, die ohne Taschenrechner gelöst werden müssen. Längere Divisions- und Multiplikationsaufgaben sollten keine Schwierigkeit darstellen und auch Prozentsätze sollten nur mit Stift und Papier berechnet werden können.

Einige Fallstudien verlangen grundlegende Annahmen (zum Beispiel Bevölkerungszahl Deutschlands, Durchschnittseinkommen eines Haushalts). Konkrete Zahlen sind hier nicht gefragt und eine (sinnvolle) grobe Schätzung reicht üblicherweise aus. Jede Annahme, Vermutung oder Schätzung sollte jedoch deutlich als solche gekennzeichnet werden. Versuchen Sie zu erläutern, wie Sie diese Zahlen in einem realen Szenario belegen würden.

Kommen das Gespräch oder die Analyse ins Stocken, ist es konstruktiver, den Interviewenden nach Rat oder einer Richtungsvorgabe zu fragen, als zu viel Zeit am Fortschritt der Problemlösung zu verschwenden.

Nach abschließender Fallanalyse und Lösungsempfehlung versuchen Sie, Wege zu finden, Ihre Antwort zu verifizieren. Das Gedankenspiel mit alternativen Berechnungen, Annahmen und Testmethoden schärft die Flexibilität und Kreativität, die sowohl im Bewerbungsgespräch als auch im realen Fall erwartet werden.

Der praktische Umgang mit Case Studies

Im konkreten Umgang mit einer fiktiven Fallstudie wird eine methodische Vorgehensweise erwartet, die sich trainieren lässt. Die folgenden Schritte zeigen eine strukturierte Analysemethode auf, an der Sie sich orientieren können.

Die Fragestellung

Nach der Vorstellung einer Situation beziehungsweise eines Unternehmens muss eine konkrete Fragestellung herausgearbeitet werden, wie beispielsweise: Sollte Firma ABC ins Geschäft mit Produkt XYZ einsteigen oder nicht? Welche Fragen glauben Sie, sind nun zu beantworten, um dem Kunden bei der Lösung dieses Problems zu helfen?

Die Marktdynamik

Wie groß ist der anvisierte Markt im Zielland und wie schnell wächst er?

Die Konkurrenz

Wie stark ist die Konkurrenz in der Herstellung des Zielprodukts?
Wie sieht die finanzielle Lage eines jeden Konkurrenten aus?
Wie hoch sind ihre Kapazitäten?

Die Ressourcen

Ist der Kunde in der Lage, im eigenen Betrieb schnell und günstig in Produktion zu gehen? Stehen genug Zeit und Knowhow zur Verfügung, um in eine neue Produktlinie zu investieren? Gibt es im Zielland bereits Hersteller des Produktes, die aufgekauft werden können?

Die Kanäle

Über welche Kanäle wird das Zielprodukt vertrieben? Ergänzen diese Wege die bestehenden Verkaufskanäle des Unternehmens?

Die Strategische Einpassung

Ähnelt das neue Produkt anderen Produktlinien des Unternehmens?
Passt es zur Marke? Können Werbekosten geteilt werden?

Die Faktensammlung

Branchenspezifische Informationen, Expertenrat, Zahlen und Fakten zur Marktgröße sowie eine Kostenaufstellung zur potentiellen neuen Produktlinie sind hier gefragt.

Meine Empfehlungen für ihren Erfolg

Case Studies testen Ihre Fähigkeit, das große Ganze zu sehen, sich auf die wichtigen Aspekte des Problems zu konzentrieren und eine Antwort logisch aufzubauen. Seien Sie sich dessen bewusst, dass es nicht immer eine richtige Antwort zu einer Fallstudie gibt, sondern dass es viele verschiedene Wege gibt, dasselbe Problem anzugehen.

Die in Bewerbungsgesprächen vorgelegten Szenarien variieren stark in Inhalt, Problemstellung, Fakten et cetera. Doch die oben genannten Punkte sollten Ihnen eine gute Orientierung in der Herangehensweise an eine Bewerbung bei einer Unternehmensberatung oder auch einem anderen Unternehmen geben.

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