Business Intelligence

Historie und Definition von Business Intelligence

Business Intelligence ist ein Wachstumsmarkt. Nach dem Boom auf dem Herstellermarkt holt nun auch der Beratungsmarkt für Business Intelligence auf. Sowohl bei kleinen und mittelständischen Unternehmen als auch bei Großkonzernen steigt die Nachfrage nach BI-Beratungsleistungen in den letzten Jahren deutlich an.

Der Begriff „Business Intelligence“ gehört dem Fachbereich der Wirtschaftsinformatik an und ist mittlerweile ein etablierter IT-Terminus. Dabei bezeichnet das englische Wort „Business“ die Gesamtheit aller relevanten internen und externen Unternehmensprozesse.

Darüber hinaus ist „Intelligence“ nicht etwa die bloße Übersetzung des deutschen Wortes „Intelligenz“, sondern meint vielmehr durch systematische Datenanalyse gewonnene Erkenntnisse. Allgemein kann Business Intelligence (BI) als unternehmensumfassendes Tool zur Managementunterstützung und Unternehmensteuerung verstanden werden.

Die Unterstützung des Managements durch IT-basierte Programme hat eine lange Historie, die bis in die 1960er Jahre zurückreicht. Schon damals gab es umfangreiche Bemühungen, den wachsenden Informationsbedarf des Führungspersonals mithilfe von Informationssystemen abzudecken.

Der deutsche Informatiker Hans Peter Luhn veröffentlichte im Jahr 1958 den Artikel „A Business Intelligence System“ im IBM-Journal und gilt damit als ursprünglicher Wortschöpfer. Wirklich populär wurde der Begriff „Business Intelligence“ jedoch erst Anfang der 1990er Jahre, als ihn der Analyst des Gartner Konzerns, Howard Dresner, aufgriff und erstmals definierte.

In Gartners Definition wird Business Intelligence als Oberbegriff für verschiedene Methoden, Prozesse und Werkzeuge gebraucht, die zur Erhebung, Speicherung und Auswertung von elektronischen Daten genutzt werden. Es geht bei Business Intelligence folglich um die technische Aufbereitung und systematisierte Analyse von unstrukturiert und inhomogen vorliegenden Daten.

Aus den gesammelten Daten wird anschließend handlungsorientiertes, erfolgswirtschaftliches Wissen generiert, welches für die operative und strategische Maßnahmenplanung und Entscheidungsfindung genutzt wird.

Das Ziel dieser IT-gestützten Unternehmensdatenanalyse besteht darin, Prognosen über die Entwicklung des eigenen Unternehmens, aber auch der Wettbewerber sowie des Marktes ableiten zu können. Auf der Basis dieser Erkenntnisse sollen anschließend Handlungsempfehlungen für das Management formuliert werden.

Ziel und Funktion von Business Intelligence

Aus betriebswirtschaftlicher Sicht ist Business Intelligence kein neues Phänomen. Unternehmen haben schon immer ihren Erfolg anhand von Kennzahlen gemessen. Von diesem Standpunkt aus hat Business Intelligence im ersten Moment nicht einmal direkt etwas mit der Informationstechnologie zu tun. Doch im digitalen Zeitalter herrscht eine unüberschaubare Datenflut, die manuell nicht mehr zu bewältigen ist.

Die größte Herausforderung des Managements besteht heutzutage darin, aus dieser riesigen Datenmenge die relevanten Daten herauszufiltern. Aus diesem Grund sind spezielle IT-gestützte Informationssysteme notwendig, die die Unternehmensdaten automatisch analysieren, komprimieren und aufbereiten.

Durch die sich ständig verändernden politisch-rechtlichen, betriebswirtschaftlichen und finanz-technischen Rahmenbedingungen sind Business Intelligence-Systeme für kleine und große Unternehmen heute unerlässlich, um einen elementaren Wissensvorsprung und strategischen Wettbewerbsvorteil zu erlangen. Als Informationsquelle dienen dabei nicht nur interne Unternehmensdaten, sondern auch externe Daten aus Markt-, Wettbewerbs-, Kundenanalysen.

Die Aufgabe von Business Intelligence besteht darin, durch geschickte Kombination dieser Daten ein effizientes und effektives Informationsmanagement in den Unternehmen zu etablieren. Mithilfe von BI-Plattformen können Entscheidungsprozesse beschleunigt und neue Potenziale für die Kostensenkung, Risikominimierung, Wertschöpfungssteigerung und Wettbewerbspositionierung entdeckt werden.

Business Intelligence kann als mehrstufiger Prozess verstanden werden, bei dem die Daten zunächst bereitgestellt, anschließend in Wissen umgewandelt und zuletzt daraus Erkenntnisse gewonnen werden. Diesem Ablauf entsprechend vereint Business Intelligence im Kern drei analytische Informationstechnologien: Data Warehouse, Data Mining, und Online Analytical Processing (OLAP).

Zunächst müssen die Parameter für die Datenerfassung festgelegt werden. Alle relevanten Daten werden dann in einem Data Warehouse gespeichert. Mithilfe von Data Mining können die Daten auf etwaige Muster oder wiederholte Unregelmäßigkeiten untersucht werden. Die unternehmensrelevanten Wirkungszusammenhänge werden in detaillierten Reportings dokumentiert, die allgemein auf der OLAP-Technologie basieren.

BI-Beratung als Zukunftsmarkt

Proportional zum wachsenden Bedarf an BI-Software in Unternehmen erhöht sich auch die Nachfrage nach BI-Beratungsdienstleistungen. Auf dem deutschen Business Intelligence-Markt ist seit Jahren ein kontinuierliches Umsatzwachstum für Lizenzen und Wartungen zu verzeichnen. Zu den Top 5 zählen IBM, Microsoft, Oracle, SAP und SAS, die etwas zwei Drittel des BI-Gesamtumsatzes unter sich aufteilen.

Dieser Trend hat sich nun auch auf den BI-Beratungsmarkt ausgewirkt, wo ein steiler Umsatzanstieg zu beobachten ist. Auch die Anzahl der Beratungsfirmen hat exponentiell zugenommen. Die Beratungsschwerpunkte liegen vor allem im Reporting, Data Warehouse, Datenintegration. Zu den Zukunftsschwerpunkten zählen Mobile BI, In-Memory-Analysen oder Predictive Analytics.

Die Mehrheit der BI-Beratungen bietet fachspezifische Services etwa für Vertrieb, Controlling oder Geschäftsführung an. Außerdem spezialisieren sich die meisten BI-Unternehmensberatungen auf bestimmte Branchen wie den Banken-, Finanz- oder Versicherungssektor und agieren oft international.

Im Zuge der Wirtschafts- und Finanzkrise hat das Thema „Business Intelligence“ für Unternehmen deutlich an Bedeutung gewonnen. BI-Berater sind heute gefragter denn je.

Auch ihre Honorare sind insbesondere im Finanz- und Bankensektor stark gestiegen. Aufgrund der wachsenden Nachfrage nach Beratungsleistungen für Business Intelligence zeigt sich bereits ein nahender Fachkräftemangel.

BI-Consultants müssen eine große Bandbreite an Know-How mitbringen, denn sie sind für die Beratung, Konzeption, Umsetzung und Kontrolle von komplexen und innovativen BI-Lösungen zuständig.

Mit maßgeschneiderten BI-Angeboten können BI-Consultants die Zufriedenheit ihrer Kunden sicherstellen und Führungskräfte durch individuelle Berichte bei ihren Entscheidungen unterstützen. BI als Beratungsdienstleistung ist ein wachsender Markt mit großem Potenzial für die Zukunft.

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