Betriebswirtschaftliche Beratung – Alles was Sie wissen müssen

Ein betriebswirtschaftlicher Berater hilft bei vielen Fragestellungen

Unter einer betriebswirtschaftlichen Beratung kann die professionelle und umfassende Unterstützung und Hilfestellung bei der Führung von Unternehmen in verschiedenen Branchen verstanden werden. Als Teil der Wirtschaftswissenschaften, basiert die Betriebswirtschaftslehre oder auch Betriebsökonomie genannt, auf der Annahme, dass alle Güter grundsätzlich knapp sind und daher einen ökonomischen Umgang erfordern.

Die Betriebswirtschaftslehre nimmt dabei den Blick eines einzelnen Unternehmens ein. Das Ziel der Betriebswirtschaftslehre ist es, Entscheidungsprozesse in Unternehmen zu beschreiben, zu erklären und konkret zu unterstützen. Diese Beratungsdienstleistung ist demnach eine Dienstleistung, die von spezialisierten Unternehmens-, Wirtschafts- oder Steuerberatern zur Unterstützung bei der Unternehmensführung angeboten wird.

Die unternehmerischen Herausforderungen wachsen und wachsen

Unsere Wirtschaft unterliegt der hohen Dynamik eines gesellschaftlichen, technologischen und wirtschaftlichen Wandels, der besondere Herausforderungen an Unternehmen aller Größenordnungen stellt. Im Zuge der Globalisierung nimmt der nationale und internationale Wettbewerbs- und Rationalisierungsdruck beständig zu. Die Herausforderungen und Anforderungen an die Unternehmensleitung werden in diesem Zuge immer komplexer und bedürfen nicht selten externer Unterstützungsleistung in Form von Beratung.

Manager müssen immer komplexere Entscheidungen treffen

Entscheidungsträger in Unternehmen haben es mit einem immer höher werdenden Grad an Komplexität zu tun, was zu mehr Informationsaufwand, steigender Verantwortung und zunehmender Unsicherheit führen kann. Die Dienstleistungen externer Berater sind daher in vielen Bereichen der Wirtschaft und in allen Branchen zur Selbstverständlichkeit geworden, um Fragen und Entscheidungsprobleme zu beraten und zu lösen.

Insbesondere der Mittelstand braucht verstärkt externe Beratung

Vor allem in unserer mittelständischen Wirtschaft ist ein Verzicht auf Expertenberatung kaum noch denkbar. In mittelständischen Betrieben übernehmen Berater oftmals die Rolle von Experten oder Stabsstellen, um Entscheidungen der Unternehmensleitung vorzubereiten. Daher nimmt die Bedeutung der betriebswirtschaftlichen Beratung seit Jahren kontinuierlich zu. Dies hat dazu geführt, dass immer mehr (Einzel-)Berater, Beratungsgesellschaften und freie Beratungsberufe auf dem Gebiet der Betriebswirtschaft ihre Expertise anbieten.

Das sind die wichtigsten betriebswirtschaftlichen Beratungsleistung

Die Betriebswirtschaftslehre bezieht sich auf eine Vielzahl von unterschiedlichen Fragen von Unternehmen und Unternehmensteilen. Dabei können verschiedene Ansätze und Themenbereiche voneinander abgegrenzt werden, die auch noch je nach Branche unterschiedliche Auswirkungen haben, verschiedene Heran- und Vorgehensweisen, Instrumente und Methoden erfordern. Kaufmännische Berater können Firmen also auf vielfältige Weise unterstützen, beispielsweise bei der Prozessanalyse, Geschäftsanalyse, Konzeption, Marketing, Finanzierung, Kosten- und Leistungsrechnung, Unternehmensbewertung, Controlling et cetera.

Jeder Kunde hat individuelle Anforderungen und Voraussetzungen

Was die betriebswirtschaftlichen Berater leisten sollen, ist abhängig von den Wünschen der Kunden und den Anforderungen der zu beratenden Unternehmen. Grundsätzlich aber sollten die betriebswirtschaftlichen Berater über ein sehr breites Portfolio verfügen und möglichst breit aufgestellt sein sowie über sehr gute Kenntnisse auf vielen Gebieten der Betriebswirtschaftslehre verfügen. Zu den betriebswirtschaftlichen Beratungsleistungen gehören in den meisten Fällen Beratungen im Bereich der Organisation (Aufbau- und Ablauforganisation) sowie in der Analyse und Verbesserung von Arbeitsprozessen.

Eine betriebswirtschaftliche Beratung hat immer alles im Blick

Die kaufmännische Beratung lässt sich nicht so einfach in die klassischen Beratungssegmente Strategieberatung, Prozess- und Organisationsberatung, Personalberatung und IT-Beratung einordnen. Das liegt daran, dass diese klassischen Beratungsfelder unter der Oberkategorie kaufmännische Beratung zusammengefasst werden können. Das heißt im Umkehrschluss auch, dass kaufmännische Berater nicht auf einen oder mehrere Beratungsbereiche spezialisiert sind, sondern in der Lage sein müssen, alle Beratungsbereiche gleichmäßig abzudecken.

Die Betriebswirtschaftliche Beratung als Schnittstelle der verschiedenen Beratungsleistungen

Große Uneinigkeit in der Beratungsbranche gibt es bezüglich der Frage, wer diese Beratungsleistung anbieten darf und wer nicht. Grundsätzlich sind die Begriffe „Berater“, „Unternehmensberater“, „Betriebswirtschaftliche Berater“ keine geschützten Begriffe. Das heißt, jeder der über einen akademischen Abschluss verfügt, darf sich so nennen und entsprechende Dienstleistungen anbieten.

Anders sieht es dagegen bei Steuerberatern und Wirtschaftsprüfern aus. Diese Begriffe unterliegen gesetzlichen Regelungen was die Ausbildung, Zulassung zur Prüfung und Berufung als solche sowie deren Organisation angeht. Unternehmensberater, Steuerberater und Wirtschaftsprüfer verfügen in der Regel über eine gleiche beziehungsweise ähnliche berufliche Ausbildung und Qualifikation. Auch die Berufsbilder und Tätigkeitsfelder weisen viele Übereinstimmungen auf.

Die Betriebswirtschaftliche Beratung und ihr Verhältnis zur Steuerberatung

Vor allem die Steuerberater, federführend durch die Bundesteuerberaterkammer, beanspruchen die neben ihrer steuerlichen Kerntätigkeit (umfassende) betriebswirtschaftliche Beratung als ein wesentliches Merkmal ihrer Tätigkeit, während Unternehmensberater in aller Regel auf einige ausgewählte Gebiete oder Branchen spezialisiert sind.

Hintergrund für die Beanspruchung durch die Steuerberater ist die enge Verknüpfung zwischen betriebswirtschaftlichen und steuerlichen Problemstellungen. Das heißt, eine steuerliche Optimierung wäre ohne eine umfassende kaufmännische Beratung gar nicht mehr möglich. Das gilt vor allem für die Gestaltung wirtschaftlicher Sachverhalte in Unternehmen.

Die Betriebswirtschaftliche Beratung und ihr Verhältnis zur Wirtschaftsprüfung

Diese Berufsgruppe dagegen qualifiziert sich besonders für den (finanz-)mathematischen und steuerlichen Bereich von Unternehmensentscheidungen. Vorrangige Aufgabe ist die betriebswirtschaftliche Prüfung von Jahresabschlüssen, Lageberichten sowie Konzernabschlüssen und Konzernlageberichten (durch Gesetz vorgeschriebene Prüfungen).

Die Prüfungstätigkeit von Wirtschaftsprüfern umfasst auch die Prüfung von Jahres- und Konzernabschlüssen, die nach international anerkannten Rechnungslegungsgrundsätzen aufgestellt wurden. Darüber hinaus gibt es noch Sonderprüfungen, wie sie beispielsweise im Aktiengesetz vorgeschrieben sind. Außerdem hat jeder Betrieb die Möglichkeit sind im Rahmen der Transparenz freiwillig einer Wirtschaftsprüfung zu unterziehen.

Wirtschaftsprüfer sind gewissermaßen die Detektive unter den Beratern

Vor dem Hintergrund ihrer besonderen Befähigung kommen Sie auch bei Prüfungen von sonstigen betriebswirtschaftlichen Sachverhalten zum Einsatz, etwa im Rahmen von Due-Diligence-und Unterschlagungsprüfungen. Zwar treten diese nicht in Konkurrenz zu Steuerberatern, aber sie dürfen unbeschränkte, das heißt geschäftsmäßige Hilfe in Steuersachen leisten einschließlich der Vertretung ihrer Mandanten vor den Finanzbehörden und den Finanzgerichten. Zu ihren weiteren Aufgaben zählt unter anderem auch die Gutachten- und Sachverständigentätigkeit in allen Bereichen der Unternehmensführung (zum Beispiel bei der Unternehmensbewertung). Aus diesem Grund dürfen diese auch Firmen in unternehmerischen und wirtschaftlichen Fragestellungen und Angelegenheit beraten.

Welche Qualifikationen sind für die Betriebswirtschaftliche Beratung notwendig?

Unternehmensberater, Wirtschaftsprüfer und Steuerberater sind für diese Beratung durch Aus-, Fort- und Weiterbildung besonders qualifiziert. Neben der rechtlichen Ausbildung (Steuerberater und Wirtschaftsprüfer) verfügen insbesondere Unternehmensberater über eine fundierte betriebswirtschaftliche Ausbildung im Rahmen eines Hochschulstudiums und mehrjähriger beruflicher Praxis, die im Rahmen der Zulassung zur Steuerberaterprüfung beziehungsweise Prüfung zum Wirtschaftsprüfer nachgewiesen werden muss.

Unternehmensberater müssen formal solche Voraussetzungen nicht ausweisen, jedoch stellt der Bundesverband Deutscher Unternehmensberater e.V. (BDU) ähnlich hohe Anforderungen für die Aufnahme in den Verband, was als Qualitätsmerkmal und Gütesiegel für Unternehmensberater verstanden werden kann. Damit verfügen alle drei Berufe über das notwendige ökonomische Wissen, die Anforderungen und Gewichtung von Normen und Verfahren sowie die Beherrschung und Anwendung von wirtschaftswissenschaftlichen Methoden, Instrumenten und Formaten.

Die Betriebswirtschaftliche Beratung ist wichtiger denn je

Die kaufmännische Beratung ist ein umfassendes Beratungsfeld auf dem sich die unterschiedlichsten Berufsgruppen und freien Beratungsberufe tummeln. Wer nun der richtige Berater ist, liegt in der Anforderung der Firma an die Beratungsleistung. Wer vor allem eine steuerliche Optimierung wünscht, ist ganz klar beim Steuerberater an der richtigen Adresse. Wer vor allem Beratung bei der Einführung und Optimierung der (finanz-)mathematischen Rechnungslegung, Buchführung oder der internationalen Rechnungslegung benötigt, sollte sich an einen Wirtschaftsprüfer halten.

Wer dagegen Prozesse im Unternehmen optimieren möchte oder allgemeine Unterstützung bei der Unternehmensführung sowie Vorbereitung von Unternehmensentscheidungen benötigt, sollte sich einen erfahrenen Unternehmensberater, in Abhängigkeit von den individuellen Bedürfnissen eventuell sogar mit einer Spezialisierung, ins Haus holen.

Stehen die klassischen Steuerberater vor dem Aus?

Diese Frage wirft Robert Mayr, Chef der Nürnberger Steuerberatungsgenossenschaft Datev, bei der Vorstellung des Jahresberichts der Genossenschaft auf. Und er beantwortet diese auch gleich mit einem deutlichen Ja. Die Digitale Transformation werde immer mehr klassische Aufgaben von Steuerberatern überflüssig machen. Steuerberater, die auch in Zukunft überleben wollen, müssten daher mehr anbieten als bisher. Ein zentrales Geschäftsfeld sieht Mayr dabei in der Betriebswirtschaftlichen Beratung.

Informationen zum Thema kurz und bündig zusammengefasst

Nachfolgend teile ich Ihnen einen Videobeitrag von DATEV magazin.tv zum Thema Betriebswirtschaftliche Beratung. Dieses wirft einen interessanten Blick auf die alltägliche Praxis.

Datum der letzten Aktualisierung

Wir sind stehts bemüht, unsere Inhalte für Sie aktuell zu halten. Dies entspricht unseren Qualitätsstandards, welche wir für Sie übernehmen. Die letzte Aktualisierung des Ratgeberinhaltes erfolgte am by Peter Demmler

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